Wir sind gesegnet, ein Segen zu sein! Ökumenische Tagung in München 2018
Foto: Lucas Dinter

Zum zweiten Mal – nach 2016 – fand die ökumenische Tagung von SETh und AGT, den bundesweiten Studierendenvetretungen von evangelischen und katholischen Theologiestudierenden, vom 8. bis 10. Juni 2018 im Salesianum in München statt. Etwa 100 evangelische, katholische und orthodoxe Theologiestudierende aus ganz Deutschland kamen zusammen. Thematisch ging es um Herausforderungen und Perspektiven von Kirche, Theologie und ökumenischer Zusammenarbeit der Zukunft, wozu praktische und theoretische Ansätze erarbeitet wurden. Florian Schiffbauer und Leonie Rix waren für euch vor Ort und berichten in diesem Artikel davon.

Über den inhaltlichen gemeinsamen Part hinaus tagten die Bundesfachschaften in ihren jeweiligen Gremien, jedoch in reduzierter Form, um dem Austausch zwischen Hochschulstandorten und Konfessionen Zeit und Raum zu geben, um Neues kennenzulernen und Freundschaften zu schließen. Oder auch im Rahmen einer Nachtwächterführung die historische Innenstadt von München zu erkunden.

Planspiel

Das Hineinschlüpfen in andere Rollen und Perspektiven stand am Samstagvormittag im Mittelpunkt, da ein großes Planspiel auf der Tagesordnung stand. Ausgangspunkt war eine Stadt im Jahr 2035. Durch den Wegfall der Kirchensteuer gibt es dort eine öffentliche Anhörung darüber, wie die evangelische, katholische und orthodoxe Gemeinde kommunale Unterstützung zum Unterhalt eines gemeinsamen Kirchen- und Gemeindebaus erhalten könnte.
In Kleingruppen mit etwa 15 Teilnehmer*innen wurde eifrig debattiert und um Lösungen gerungen. Alleine oder zu zweit vertrat eine Jede und ein Jeder eine Interessensgruppe, die nicht nur dem konfessionellen Spektrum entsprang. So befanden sich einige in der Situation, Positionen einzunehmen, die sie persönlich nicht teilen.

Ähnliche Lösungen in verschiedenen Gruppen

Interessanterweise einigten sich alle Gruppen unabhängig voneinander auf ähnliche Vorschläge, in denen die Räumlichkeiten gemeinsam genutzt wurden. Dabei wurde jeweils dafür votiert, die individuellen Bedürfnisse und Eigenarten einer jeweiligen Gruppe zu berücksichtigen. Zu einer formalen Fusion der Gemeinden kam es somit in keinem der Entwürfe. Ein solches Planspiel könnte jeder Pfarr- oder Kirchengemeinderat machen, der sich gemeinsam mit den Geschwistern einer anderen Konfession mit dem Thema Ökumene beschäftigen möchte. Nach einem solchen Planspiel stellen sich viele Frage von selbst und manches wird bereits durch das Einnehmen einer anderen als der gewohnten Position „abgefrühstückt“.
Die Ergebnisse der Studierenden wurden kompetent eingeordnet und allesamt als in der Realität umsetzbar qualifiziert. Dafür waren Prof. Dr. Bertram Stubenrauch, Prof. Dr. Konstantin Nikolakopoulos und Dr. Peter Schüz vom Zentrum für ökumenische Forschung von der LMU München gekommen. Zugleich wurde festgestellt, dass das Szenario des Planspiels in manchen ostdeutschen Regionen bereits jetzt Realität ist und auch ausgehend von den Ideen der Studierenden ähnliche Lösungen bereits in der Praxis gelebt werden.

Workshops

Darüber hinaus gab es verschiedenen Workshops zu Themen wie Ökumene, Digitalisierung und Akkreditierung.  Florian und Leonie haben außerdem einen Workshop zum kreativen Schreiben angeboten und werden in einem separaten Artikel davon berichten.

Ökumenischer Gottesdienst

Ein feierlicher ökumenischer Festgottesdienst mit Zelebranten aller drei Konfessionen kann durchaus als feierlicher Höhepunkt der Tagung bezeichnet werden. Die Zelebranten schafften es jeweils eigene liturgische Akzente zu setzen und der Gottesdienst bestärkte die Teilnehmer*innen als Christinnen und Christen ein Segen für Andere zu sein.

Foto: interseth.de/vv-2018-02-in-muenchen/

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