Moment Mal: „Sorgt Euch nicht!“ Alltägliches in Umzugskisten und Schätze im Himmel.

Erst vor vier Wochen hatte Paul Sander im Moment Mal über seine Gedanken zu dem Auszug aus dem Haus, in dem er seine Kindheit und Jugend verbracht hat, berichtet. Er findet beim Aufräumen und Ausmisten so viele Dinge, an denen Erinnerungen haften.

Vor einer Wochen bin ich mit meiner Familie umgezogen. Auch wir sind beim Kisten packen über viele Dinge gestolpert: Alte Fotos, zu kleine Kinderkleidung und längst verloren geglaubte Lego-Bausteine, die hinter Schrank und Kommode gefallen waren. Beim Einpacken waren wir deshalb nostalgisch in Gedanken versunken und oft langsamer als es nötig gewesen wäre.

Nun leben wir im Chaos zwischen unausgepackten Kisten und suchen ganz alltägliche Dinge. Wo ist der Karton mit dem Inhalt des Badezimmerschranks, wenn man ein Pflaster braucht? Wo ist die Kiste mit der Badehose? In welcher Kiste sind die Müslischalen? Durch den Umzug sind die Dinge des täglichen Lebens für eine kurze Zeit verschwunden – so lange, bis alles aufgebaut und eingeräumt ist. Ein bisschen ermüdend und nervig kann das schon sein, abends spät (und mit noch nicht komplett installierter Beleuchtung) in Kartons das dringend benötigte Ladekabel zu suchen.

Meine Sorgen um so einfache, aber elementare Sachen erinnert mich an eine Stelle in der Bergpredigt (Matthäus 6, 25):

Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?

Diese Passage hat für mich etwas Magisches, ähnlich wie die Speisung der Fünftausend. Gott hat für alle genug, wir müssen uns nicht sorgen. Aber hier im irdischen Leben werden Pflaster, Ladekabel oder Müslischale ja doch nicht hergezaubert!

Wirklich klar wird die Bedeutung erst, wenn man schon ab Vers 20 liest:

Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Beim Blick auf die vielen Kisten mit gesammelten, irdischen Dingen wird klar, dass das, was wir wirklich brauchen, nicht da drin steckt. Und weil es dort nicht drin steckt, müssen wir uns auch nicht darum sorgen. Irgendwie klappt es schon. Statt Müsli essen wir Brot, das Ladekabel findet sich sicher morgen und mit Küchenpapier und Tesafilm kann man sich provisorisch den Finger verbinden.

Wie ein Wunder erscheint es uns dann auch, als die Schwiegermutter mit einem großen Topf Minestrone erscheint! Für uns war das die Speisung der Vier, statt Fünftausend.

Statt sich über fehlendes zu sorgen, ist es viel schöner, etwas geben zu können. Sei es der Topf Minestrone, die Spende für das Mittagessen für ein sozial benachteiligtes Schulkind oder der Kaffee für den Kommilitonen, der gerade kein Kleingeld hat. Denn dort, wo wir Menschen uns gegenseitig helfen, sammeln wir „Schätze im Himmel“, im Kleinen wie im Großen.

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