Moment Mal: Die Sache mit dem Heiligen Geist Pfingsten erklären

Nach Christi Himmelfahrt fragte ich unseren Sohn: „Was kommt als nächstes für ein Feiertag?“. Er überlegte kurz und erinnerte sich dann an das, was er damals als Kindergartenkind im Kindergottesdienst gelernt hatte: „Da kam ein Engel, weil die Freunde von Jesus so allein waren.“

Ja, das war der heilige Geist. Und dann stelle ich so dämliche Fragen, wie sie schon damals mein Religionslehrer gestellt hat, und frage ihn, was der Heilige Geist denn sei. Ist das etwa ein Gespenst? Doch für solche Albernheiten hat er keine Lust. Vielmehr möchte er wissen, weshalb Gott den Jüngern nicht einfach gesagt hat, dass er immer da ist? Sie wären nicht so traurig gewesen nach Jesu Tod.

Diese Frage beschäftigt mich noch lange nach dem Gespräch. Die einfachen Worte der Kinderbibel sagen es unmissverständlich: Nach Christi Himmelfahrt fühlen sich die Jünger alleine. Erst durch die Ausgießung des Geistes erfahren sie Gottes Anwesenheit und die Kraft der Gemeinschaft. Deshalb wird das Pfingstfest auch oft als Geburtstagsfest der Kirche gefeiert. Ich erinnere mich an einen Gottesdienst, in dem wir deswegen sogar der Kirche ein Geburststagsständchen gesungen haben.

Trotzdem ist Pfingsten für mich oft eher ein „Stiefkind der christlichen Feiertage“. Ostern oder Weihnachten feiere ich, an Pfingsten nutze ich den freien Tag um endlich mal einige Schränke auszumisten. Dabei ist Pfingsten mehr als nur ein weiterer freier Tag, an dem man nicht zur Schule, Arbeit oder Uni gehen muss. Pfingsten ist auch mehr als der Geburtstag der Kirche. An Pfingsten wird die Trinität Gottes erst vollkommen. Im Glaubensbekenntnis sprechen wir es in der dritten Strophe aus:

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben

Für ein Grundschulkind ist das dennoch schwierig zu begreifen. In der Pfingstgeschichte sprechen die Menschen plötzlich wirr in fremder Sprache – dabei geht es doch darum, sie zusammenzuführen! Und was genau war das für eine Kraft, die sie spürten? Ein Feuer, ein Sturm oder doch eine weiße Taube, wie sie so oft als Symbol für den Heiligen Geist zu sehen ist? Die bildliche Sprache der (Kinder-)Bibel soll komplizierte Dinge einfach erklären, doch gelingt das nicht immer.

In der Bibel in Leichter Sprache wird das Pfingstwunder durch die Worte Jesu ganz ohne Symbole und Bilder erklärt:

Gott sorgt für euch.

Gott lässt euch nicht allein.

Gott sendet euch den Heiligen Geist.

Durch den Heiligen Geist spürt ihr, dass ich bei euch bin.

Schließlich ist mir dann doch noch ein Vergleich eingefallen, der für rational veranlagte Grundschulkinder passt: Mit der Trinintät Gottes ist es wie mit den drei Aggregatzuständen von Wasser: fest, flüssig und gasförmig. Und der Heilige Geist, dieses „Spüren, dass ich bei Euch bin“, ist das gasförmige Wasser in der Atmosphäre. Wir sehen es nicht, aber es ist da.

Schlagwörter: , , , ,

Ein Kommentar

  1. Emanuel

    „In der Pfingstgeschichte sprechen die Menschen plötzlich wirr in fremder Sprache – dabei geht es doch darum, sie zusammenzuführen!“

    Also da steht nicht, dass sie wirr sprechen, sondern jeden in seiner Sprache ansprechen. Ist n Unterschied.

    Außerdem „hätte Gott nicht einfach sagen können, dass er immer da ist?“ – Kapitel vorher sagt Jesus genau das.

    Aber schöne restliche Gedanken.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.