19. Dezember Liedanzeiger

Vor einigen Wochen besuchte ich den Sonntagsgottesdienst in einem kleinen Städtchen am Harz. Während der Predigt schweifte mein Blick durch die Kirche und blieb an der Empore hängen – genauer gesagt an der Tafel, auf der die Lieder mithilfe von einschiebbaren Nummernplättchen angezeigt werden. Ich stutzte: Obwohl die Empore komplett leer war, waren die aktuellen Lieder auf der Tafel angeschlagen.

Welch eine schöne Symbolik! Das ist Kirche, wie ich sie mir wünsche: Eine Kirche, die zuversichtlich ist, dass ihre Gottesdienste immer derart gut besucht sind, dass die Empore aufgemacht werden muss, damit alle Gläubigen Platz finden. Eine Kirche, die selbstbewusst ist und in dem Glauben lebt, etwas Bedeutsames und Lebensspendendes anzubieten. Eine Kirche, die Gott vertraut und darauf, dass ihn die Menschen suchen. Eine Kirche, die diese Menschen willkommen heißt.

Darum geht es im Advent, ja auch in den folgenden 48 Wochen des Kirchenjahres: In der Bereitschaft zu leben, willkommen zu heißen.

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