17. Dezember Siehe, dein König kommt zu dir

Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitend auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.
Sacharja 9,9

Diesen Vers verarbeitete der Pfarrer Friedrich Heinrich Ranke, als er den Liedtext zu Händels wunderbarer Melodie für das Adventslied „Tochter Zion“ dichtete – mein Lieblingslied.

„Siehe, dein König kommt zu dir.“ – So genau mag man manchmal aber gar nicht hinsehen. Viel Grund zur Freude gibt es nicht. Selbst dann, wenn sich viele Menschen bemühen, es anders zu machen. Oder?

Ich bleibe häufig am Schweren hängen:
In der Welt sind Menschen auf der Flucht, versuchen, sich vor Gewalt und Hass zu schützen. Kommen zu uns, gehen in benachbarte Länder, hoffen, dass sie zur Ruhe kommen können.
Gleichzeitig rüsten viele angesichts der Menschen, die in unser Land kommen, mit Worten und Taten auf und versuchen, ihre politischen Interessen auf dem Rücken dieser durchzusetzen. Religiöse Extremisten überall in der Welt verbreiten Schrecken und Angst. Wenn ich da genauer hinsehe, kann ich erstmal keinen Grund zur Freude entdecken.

Aber das Adventslied „Tochter Zion“ liefert mir darauf eine Antwort.

„Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitend auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“ Die Antwort erscheint mir fast zu wunderbar: mein König – einer wie ich selbst. Einer, der es noch nicht weit gebracht hat auf dieser Welt, was Macht, Reichtum und Stärke anbelangt. Einer, dem es nicht darauf ankommt, andere Länder zu erobern. Sondern mein Herz.

Ein anrührender König, der mein Herz erobert. Und wer das schafft, wer die Herzen der Menschen ohne Kampf erreicht, dieser König, auf einem Esel, ist gerecht, er hilft und, was noch viel wichtiger ist: er entwaffnet.

Frieden, den brauchen wir. Heute wie damals. Menschen setzen weiterhin auf Krieg. Auch die, die sich diesem König verschrieben haben. Der Welt fällt immer noch nichts Besseres ein, als mit Waffen zu kämpfen, damit Frieden werde.
Mein König schlägt entwaffnend arm. Fragt mich, ob ich ihn einziehen lasse in mein Herz, ob ich ihm folgen will, um Liebe, Gerechtigkeit und Hilfe zu bringen.

Wir warten auf Weihnachten. Und leben in der Verheißung, dass mit Weihnachten Gott Mensch geworden ist, dass Frieden und Gerechtigkeit angebrochen sind. Die Verheißung, die mit diesem Kind in die Welt gekommen ist, hat Kraft. Sie kann uns stärken und tragen. So verschafft sich die Freudenbotschaft vielleich auch in uns neu Raum und wir können wirklich singen:

Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir.

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