15. Dezember "Als sähe er ihn"

„Durch den Glauben verließ Mose Ägypten und fürchtete nicht den Zorn des Königs; denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.“ Hebräer 11,27

Die Tageslosung für den heutigen Tag steht im Hebräerbrief und erzählt uns von Moses großem Glauben an jemanden, den er nicht sah. Und dennoch hat sein Glaube der Unsicherheit zum Trotz dazu geführt, dass Mose alles hinter sich gelassen hat und mit dem Volk Israel aus Ägypten auszog.

Aber besonders der zweite Teil der Losung ist heute für uns aktuell. „denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.“ In Zeiten von vermeintlicher Konkurrenz zwischen Glaube und Wissenschaft ein starker Satz. Auch wenn wir Gott nicht sehen können, können wir uns dennoch – wie Mose – an ihn halten und müssen uns nicht fürchten. „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich  verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird.“ (Lk 2,10) sagte auch der Engel zu den Hirten auf dem Feld.

Für uns in der Adventszeit verbinden sich beide Sätze zu einer Botschaft. Noch warten wir auf den, der da kommen wird und sehen ihn nicht. Und doch sind wir ohne Furcht und tuen so, als sähen wir ihn schon. Voller Vorfreude werden Plätzchen gebacken, Geschenke gekauft und eingepackt, Lieder gesungen, Punsch getrunken und im Schnee spaziert. Auf diese Traditionen freut man sich meist schon das ganze Jahr.

Mich beruhigen meist die Adventscafés, die bei mir im Wohnheim von verschiedenen Mitbewohner*innen ausgerichtet werden. Dort gibt es immer selbstgebackene Kekse, Punsch oder Glühwein, schöne Musik und nette Leute. Dann sitzen wir einfach eine Stunde beisammen, reden und freuen uns auf die noch vor uns liegende Adventszeit und Weihnachten. Auf den womöglich fallenden Schnee, die Heimat und Familie, das leckere Weihnachtessen, den geschmückten Weihnachtsbaum und die vielen kleinen Traditionen, die in der Familie weitergegeben werden. Das Gefühl endlich Weihnachten mit der ganzen Familie im Gottesdienst zu sitzen und der Weihnachtsgeschichte zu lauschen, gehört zu meinen liebsten Kindheitserinnerungen. Darauf habe ich den Advent über gewartet, voller Vorfreude gespürt, dass da etwas ist, dass da etwas wird, dass da etwas kommt. Noch nicht da, doch schon nah, doch schon nah.

Begleitet hat mich in diesem Advent passend zur heutigen Losung das Lied „Sehen können“ von Eugen Eckert mit der Melodie von Joachim Raabe.

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