Moment mal: Bedürfnisse

Ich wurde dazu verdonnert – bzw. sehr nett dazu gezwungen – heute mal für Eva, meine Freundin, einen Beitrag zur Moment mal-Kolumne zu schreiben. Diese einmalige Gelegenheit werde ich nun ergreifen. Ohne groß zu fragen, hau ich in die Tasten. Wann bekommt man denn sonst mal die Möglichkeit, über etwas zu schreiben, das jemand anderes liest als die üblichen Verdächtigen in Whatsapp oder Facebook.
Also schreibe ich munter zwischen Abendessen und Rumgammeln auf der Couch los. Doch was soll ich schreiben? Eva meint: „Über irgendwas Aktuelles“, oder: „Was dir im Kopf rumgeht.“ Hmm… Was geht mir gerade im Kopf rum? Neben dem wohligen Gefühl der Verliebtheit eine leichte Niedergeschlagenheit durch einen harten Arbeitstag und ein unbändiger Hunger.

Da fällt mir spontan die Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow ein. Maslow kategorisiert sämtliche Bedürfnisse in fünf aufeinander aufbauende Ebenen. Kein Bedürfnis einer höheren Ebene kann befriedigt werden, solange die Bedürfnisse der unteren Ebenen noch nicht befriedigt sind. Das Fundament der Pyramide bilden die Grundbedürfnisse: Essen, ein Dach über dem Kopf und einen sauberen Platz zum Schlafen und etwas Liebe. Ok. Check! Das ist alles vorhanden. Ich rufe Eva, die hinter mir sitzt, zu: „Liebst du mich?“ Sie nickt.

Die nächste Ebene wäre das Bedürfnis nach Sicherheit: Der Kühlschrank ist gefüllt. Ich kann also sicher sein, auch morgen noch etwas zu Essen zu haben, und – ich schaue aus dem Fenster – es ziehen auch keine marodierenden Horden durch die Straßen, die mir meine Grundbedürfnisse bzw. mir mein Bett streitig machen wollen. Ich rufe Eva hinter mir zu: „Liebst du mich auch morgen noch?“ Sie nickt wieder und lächelt – ich Glücklicher. Check! Sicherheit habe ich also auch. Also nächste Ebene der Pyramide: Das Bedürfnis nach sozialer Interaktion. Ich frage Eva: „Und, alles gut bei dir?“ Sie nickt und antwortet: „Ja, und bei dir?“ Soziale Interaktion? Check!

Und nun wird es tricky: Wie befriedige ich mein Bedürfnis nach Individualität? Lasse ich mir von Eva die Nägel lackieren, oder laufe ich den Rest des abends oben ohne durch die Wohnung? Eventuell versuche ich es mit etwas Leichterem, etwas weniger Verstörenden für die Nachbarn: Ich werde mir den 3-Tage-Bart abrasieren. Das Gesicht ist nun blank wie ein Baby-Popo. Check! Und am Ende werde ich die oberste Stufe der Pyramide erklimmen. Ich befriedige meinen Bedarf nach Selbstverwirklichung. Ich schreibe diesen Gastkommentar für meine Freundin. Fühlt sich gut an, irgendwie.

Wow, es ist gar nicht so einfach seine Bedürfnisse zu befriedigen. Ich bin seltsam gelassen und irgendwie macht das Ganze – was Maslow vor ca. 70 Jahren von sich gegeben hat – einen Sinn, zumindest für mich. In diesem Sinne ermuntere ich euch: Befriedigt eure Bedürfnisse! Ich bin mir sicher, alles wird bei euch so, wie ihr es euch wünscht, und ihr werdet Ruhe und Gelassenheit erfahren……oh, es gibt Nachtisch!

 


Im Scherz gefragt und dann „gezwungen“ lesen zu müssen – das ist hart.
Dennoch freue ich (Eva) mich sehr, dass Tobi sich dazu bereit erklärt hat, das Moment mal für heute zu schreiben – Danke!

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