Die Kerze und der Morgenstern Gedanken zur Monatslosung für November
Foto: JJackman (CC BY-SA 3.0)

„Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.“
2.Petr 1,19 (L)

So eine kleine Kerze ist schon ein Wunder: Sie mag noch so klein sein und bringt doch Licht in die Welt, vertreibt die Dunkelheit und gibt Wärme – kurz, sie macht den Raum gemütlich. Vielleicht ist deswegen auch mein ganzes Zimmer gespickt mit Kerzen, die ich anzünde, wenn ich es mir gemütlich machen will. Elektrisches Licht und Heizungsluft ist auf Dauer ja auch nicht so toll. Also zünde ich gefühlte tausend Kerzen an und genieße den Duft, die Wärme und das angenehme gelbe Licht um mich herum. So sitze ich in meinen nun nicht mehr dunklen Zimmer und warte auf den Morgen und den letzten Stern, der noch tapfer am Himmel steht, bis auch er den Kampf gegen die Sonne schließlich aufgeben muss.

Gerade im November und Dezember warten Christen auf aller Welt ungeduldig auf den, der auch der Morgenstern genannt wird. Er kündigt das Ende der Dunkelheit an. Er vetreibt die Finsternis. Er lädt die Sonne ein, in unserem Leben aufzugehen und mit aller Kraft zu scheinen. Er erstrahlt in unserem Leben, nicht nur jedes Jahr an Weihnachten sondern jeden Morgen auf’s Neue. Doch was tun wir bis dahin? Die Monatslosung gibt uns einen kleinen Hinweis, der Hilfestellung sein kann: Wir müssen gar nicht warten, bis der Morgenstern sichtbar wird. Schon zuvor können wir uns an der Verheißung orientieren, in der die alttestamentlichen Propheten den Morgenstern angekündigt haben – indem wir sie uns zu eigen machen und in unseren Herzen bewegen. Die Verheißung des Morgensterns wird sich erfüllen. Er wird uns mit Licht, Wärme und Liebe erfüllen. Ein schöner Gedanke! Er erinnert mich daran, nicht immer alles mit den Sinnen wahrnehmen zu wollen, denn die Propheten sprechen nicht nur unsere Taten an, sondern auch (und vor allem) unser Herz. Sie wecken in uns Vertrauen und Zuversicht auf eine (bessere) Zukunft, die wir mit dem Herzen sehen werden.

Im Kleinen Prinzen schreibt Antoine de Saint-Exupéry: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Ich weiß nicht, ob ich das so vollkommen unterschreiben kann. Aber ich finde es dennoch sehr wichtig, das Herz nicht zu verschließen und nur noch mit den Augen sehen zu wollen. Wer kann schließlich Liebe sehen? Oder Hass, Zorn, Misstrauen? Vertrauen? Emotionen begleiten uns tagtäglich. Sie bestimmen unser komplettes Miteinander. Sie können tiefe Wunden schlagen, aber auch solche heilen. Sie sind ein Teil unseres Lebens, ohne den wir Roboter wären.

Und so warten wir auf den alles entscheidenden Morgen – mit offenem Herzen und dem Vertrauen darauf, dass Er kommt und unser Leben erleuchtet, trägt und schützt!


Die Monatssprüche werden von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen herausgegeben, um durch das Jahr hindurch geistige Impulse und Anregungen zu bieten. Mehr erfahrt ihr hier.

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