Oh je, Kirchenpolitik! Ein Bericht über die GEKE

Kirche und Politik sind schon für sich bisweilen keine angenehmen Thematiken, die Kombination verspricht also nichts Gutes. Trotzdem war ich auf der Konferenz der Gemeinschaft der evangelischen Kirchen Europas (GEKE). Nachdem ich in Straßbourg angekommen war und alleine die richtige Straße finden musste, war ich zunächst verwirrt.

Im Tagungshaus war nur eine CEPE ausgeschildert. Es dauerte einige Momente bis ich begriff, dass es sich bei diesen vier Buchstaben um die englische Übersetzung handelte. Als ich dies später einem Schweizer Delegierten erzählte, lachte dieser nur wissend und sage: „Und jetzt überlege dir, dass ich zusätzlich noch mit französischen Abkürzungen hantieren muss.“

Auf der Konferenz fand ich mich dann als einer von zwei Studierenden zwischen VertreterInnen von verschiedenen europäischen Kirchen wieder. Allerdings stellten die aus Deutschland stammenden VertreterInnen den größten Teil. Daraus folgte zumindest für mich der Vorteil, dass meistens auf Deutsch gesprochen und simultan ins Englische übersetzt wurde.

Soweit zu den Rahmenbedingungen, worum ging es aber inhaltlich? Der erste Teil bestand aus Länderberichten. In diesen wurde über die Aus- und Fortbildungssituation der einzelnen Länder berichtet. Die Aus- und Fortbildung war auch das übergeordnete Thema der gesamten Konferenz.

Nachdem sich die GEKE in den letzten Jahren mit der Ausbildung von Ordinationsämtern, also von PastorInnen, in Europa beschäftigt hatte, stand diesmal die Fortbildung im Zentrum der Überlegungen. Dazu wurden in einem zweiten Teil zunächst zwei Fachvorträge über Erwachsenenbildung und Fortbildungsorganisation gehalten. Die Positionierung der Gemeinschaft wurde dann in kleinen Arbeitsgemeinschaften inhaltlich näher bestimmt und von einer weiteren AG inhaltlich vorformuliert. Währenddessen konnten die meisten Delegierten allerdings eine Stadtführung durch Straßbourg genießen, bevor alle gemeinsam den erarbeiteten Grundriss diskutierten. Später soll aus diesem eine Studie über die Horizonte der Fortbildung entstehen. („Freude am Beruf“)

Konkret stand am Ende der vier Tage dann ein zweiseitiges Papier, das neben den Rahmenbedingungen der Konferenz festhält, dass es in allen anwesenden evangelischen Kirchen Fortbildungsmaßnahmen gibt, dass diese gefragt sind und weiter gefördert werden sollen. Des Weiteren einen Hinweis darauf, dass besonders ein europäischer Austausch als sinnvoll erachtet wird.

Also ein sehr allgemeiner schwammiger Kompromiss. Und viele die das hier lesen denken sich bestimmt: Ach da wäre ich von selbst nie drauf gekommen, wofür also so eine Konferenz?

Nun, der Witz einer solchen Konferenz besteht auch nicht daraus, dass ein weltveränderndes Papier am Ende entsteht. Viel wichtiger ist das Gespräch an sich, die Kontakte die entstehen – kurzum alles Informelle, die Gespräche am Rande, das gemeinsame Essen und Andachten.

Deswegen und wegen all der anderen Eindrücke und Erfahrungen, die ich an diesem Wochenende in Straßbourg sammeln konnte, habe ich es auch wieder in keinster Weise bereut, auf der GEKE gewesen zu sein, auch wenn ich genau so gut verstehen kann, dass die Kombination von Kirche und Politik für viele Menschen weiterhin eine abschreckende Thematik bleibt.

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