Gedanken zur Monatslosung für Mai
Foto: JJackman (CC BY-SA 3.0)

„Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst.“
1. Kor 6,19 (E)

Gott hat mich und mein Leben zum Geschenk gemacht! Er hat mir meinen Leib gegeben, mir seinen Odem eingehaucht, mir seine unendliche Güte und Gnade in seinem Sohn Jesus Christus zuteil werden lassen und mir seinen Geist gesand, damit ich das alles in die Welt posaunen kann! Er hat mir damit ein unendlich kostbares Gut gegeben, das ich für ihn verwalten, schützen und pflegen darf – so, wie ich bin!

Ein unendlich schöner Gedanke und zugleich ein irgendwie gruseliger. Wenn ich mir das ausmale: mein Körper ist ein Tempel. Da kommen doch gleich wieder die Zweifel, ob ich dem überhaupt gewachsen bin. Wie kann ich kleiner, armer, mickriger Mensch so ein Gut verwalten, ohne es kaputt zu machen? Wie schnell geschieht es doch, dass ich mir blaue Flecken oder Schrammen hole, ohne es zu wollen oder beeinflussen zu können! Wie sagt man doch so schön? In der Regel endet das Leben tödlich. Also kann ich doch das Leihgut, den Tempel garnicht unversehrt zurückgeben! Wie kann ich es dann wagen wollen, Gott unter die Augen zu treten?

In der evangelischen Jugend haben wir häufig das Lied „Vergiss es nie“ gesungen. Es erinnert uns daran, dass das nicht der Fokus sein soll. Im Refrain heißt es:

Vergiss es nie: Dass du lebst, war keine eigene Idee, und dass du atmest, kein Entschluss von dir!
Vergiss es nie: Dass du lebst, war eines anderen Idee, und dass du atmest, sein Geschenk an dich!
Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, ganz egal ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur!
Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu!
Du bist du! Das ist der Clou! Ja, der Clou! Ja, du bist du!

Diese kurzen Zeilen bringen es sehr schön auf den Punkt: Im Grunde zählt der Gedanke Gottes! Er vertraut uns! Deshalb hat er uns dieses kostbare Gut gegeben! Er weiß sicher, dass wir mit einigen Schrammen und Beulen vor ihn treten werden – wie auch immer das aussehen wird. Aber er vertraut uns durch seine unendliche Liebe zu uns Menschen und weiß, dass wir unser Möglichstes tun werden, um unseren Leib rein und offen für seine Botschaft zu halten, die uns der Heilige Geist bringt. Vielleicht gehört uns unser Leib nicht wirklich, aber wer hat schon einen Mietwagen je ohne Gebrauchsspuren zurückgegeben?


Die Monatssprüche werden von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen herausgegeben, um durch das Jahr hindurch geistige Impulse und Anregungen zu bieten. Mehr erfahrt ihr hier.

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