Moment mal: Ich gönn dir das (Lk 15,25–32) 7 Wochen ohne Enge
Foto: Rowan Heuvel (CC0)

Wie ich erst in der Kirche merkte, dass Palmsonntag war

Ich merkte erst in der Kirche, dass Palmsonntag war. Zwar war mir bewusst, dass die Karwoche bevorstand, jedoch bemerkte ich erst, als ich zum zweiten Mal zur Kirche ging, dass Palmsonntag war. Ich ging zweimal zur Kirche, weil der Gottesdienst erst 11 Uhr begann. Als ich Punkt 10 vor der Tür stand, war diese noch verschlossen. Meine Gedanken waren in den letzten Wochen anscheinend so verstreut gewesen, dass mir erst in der Kirche aufging, dass Palmsonntag war.

Palmsonntag. Was für ein eigentümlicher Tag. Als Kind war der Palmsonntag immer etwas Besonderes. Wahrscheinlich wegen der Spannung: Wer würde dieses Jahr Palm-Esel sein?

Aber auch gestern in der Kirche fiel mir auf, dass der Palmsonntag ein besonderer Tag ist. Der Start in eine besondere Woche. Die Karwoche. Eine Woche der Ruhe und der Erinnerung. Vielen mag das fremd sein. Dass wir in dieser Woche an den Tod Jesu am Kreuz erinnern. Vielen erscheint das anachronistisch. Ich mag die Karwoche. Und am Ende dieser Woche steht Ostern, der Sieg des Lebens über den Tod. In meinem ersten Semester habe ich in Bibelkunde NT gelernt: „Kreuz niemals ohne Auferstehung“.

Aber es stimmt auch andersherum. Erst im Lichte des Karfreitags erscheint der Ostersonntag in seinem vollen Glanz. So können wir uns die Karwoche gönnen, als eine Zeit der Besinnung, aber nicht nur eine Besinnung der tiefen, unendlichen Trauer, die die Passion mit sich bringt. Wir können Sie uns gönnen, als Besinnung auf das Kommende. Wem die Fastenzeit bisher eher als Nebensache nehmen musste, wer keine Zeit hatte sich vorher mit Ostern auseinander zu setzen (es ist dieses Jahr aber auch arg zeitig!), oder wer einfach zu zerstreut war, der hat jetzt noch eine Woche intensiv die Chance, das nachzuholen.

Das Lukasevangelium erzählt in Kapitel 15 das Ende der Geschichte vom verlorenen Sohn. Der Vater veranstaltet ein fest für seinen zurück gekehrten Sohn. „… denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden.“ (Lk 15,24a) Mit diesem Vers im Herzen wünsche ich Euch allen eine  gesegnete und besinnliche Karwoche.

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