Protokoll vom Faschingssonntag Kein Kater aber Schmerzen
Foto: Leon Ephraïm (CC0)

Eigentlich bin ich nicht der Faschingstyp. Aber wenn ein guter Freund mich einlädt und ich Zeit habe, sage ich nicht nein. So bin ich am Faschingssonntag in der Provinz (Kleinstadt mit ca. 10.000 Einwohnern) in der Nähe von München gelandet und habe tatsächlich Fasching gefeiert.

11:30 Uhr: Treffpunkt in der Wohnung des Freundes. Erstes Franziskaner-Weißbier vor 12 Uhr aber ohne Weißwürste. Die Anekdote, dass ich vergangene Woche tatsächlich einen Franziskaner getroffen habe, möchte man mir erst nicht glauben. Nach und nach trudeln alle ein.

12:30 Uhr: Nach Kritik an meinem nicht vorhandenen Kostüm, erbarmt sich mir jemand. Da bei Pärchen Partnerlook angesagt ist, bekomme ich von einem Schäfchen ein übrig gebliebenes Hasenkostüm. Sonnenbrille auf und so bin ich gut und unerkannt verkleidet.

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Gute und unerkannte Verkleidung – Foto: Markus Schmeller

13:45 Uhr: Aufbruch zum Umzug. Mit einer lokalen Kräuterschnapsspezialität wird angestoßen. Lustiges Gruppenfoto. Auch wenn ich nicht mehr alle Namen weiß, sind mir alle sympathisch.

14:00 Uhr: Der Zug kommt. Entlang der Straße stehen überall Verkleidete in Dreier- bis Viererreihen und Jubeln eifrig mit. Die Kinder springen nach den Süßigkeiten. Ich als Städter staune über die Stimmung des Provinzfaschings. Es gibt kein Konfetti aber geschreddertes Papier.

16:00 Uhr: Wir marschieren und springen einem Wagen hinterher. Es gibt einen Held der Stunde: Gulaschsuppen zur Stärkung bei einem Freund. Ein anderer Spezl (bayerisch für männlichen Freund) schläft ein. Seine Freundin schreibt ihm liebevoll mit dem Edding „ich liebe dich“ auf den Hals. Von Freunden folgen andersgeartete Zeichnungen auf dem Gesicht. Ich finde es sind beides Symbole der Zuneigung.

17:15 Uhr: Aufbruch zum Marktplatz zur Abschlussparty. Da passiert es. Auf einer Unebenheit knicke ich mit dem Fuß um, aber keine großen Schmerzen. Die Musik auf der Party ist eine Mischung aus Mallorca und Après-Ski, oder einfach nur Fasching. Mein Handyakku ist leer. Kein Zeitgefühl ohne Uhr.

Gegen 20:30 Uhr: Ein Krokodil tanzt mit mir. Wir haben Spaß. Irgendwann schaut sie mich an und küsst mich und geht gleich in die Vollen mit der Zunge voraus. Zu irgendeinem romantischen Lied schunkeln wir miteinander.

Gegen 21:30 Uhr?: Die Party ist zu Ende. Es geht, wie nicht auf dem Land anders möglich, ins Sportheim. Die Reihen lichten sich etwas.

Später: Diskussion ob wir in den Schießstand gehen. Bin gespannt ob es wirklich einen Schießstand gibt und sage, der Provinz ist ja alles zuzutrauen, ich bin dabei. Mit einer Kuh und einem Zebra mache ich mich auf den Weg.

Irgendwann danach: Der Schießstand ist ein Club. Die Stimmung ist gut. Kennt ihr das, wenn ihr eine Person seht und euch denkt: Ich weiß worauf du heute aus bist (One Night Stand). Genau diese Frau tanzt mich an, tanze mit. Will eigentlich nichts mit ihr machen, aber es streichelt durchaus mein Ego begehrt zu sein. Die Problematik löst sich erfreulicherweise von selbst. Als ich von der Bar zurückkomme, tanzt sie mit einem Anderen.

Heimweg: Das Zebra meint ich soll mir das Krokodil warm halten. In der Wohnung des Freundes wird entschieden, dass ich nicht mit der letzten S-Bahn heimfahre, sondern übernachte.

9:00 Uhr: Ich wache auf. Mein erster Gedanke: Kein Kater! Dafür schmerzt der Fuß.

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Ein Kommentar

  1. Andy Krumm

    Mir erschließt sich die Relevanz eines solchen Artikels für dieses Portal nur schwerlich – eigentlich gar nicht. Vielleicht liegt es auch nur an meiner persönlichen Abneigung gegen Karneval, Fasching und Fasnet, aber persönliche Erfahrungsberichte von durchzechten Partynächten – bzw. abenden kann ich auch auf Facebook oder Berliner Paryblogs nachlesen. Lieber ein Artikel weniger pro Woche auf diesem Portal….

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