12. Dezember Advent – und was sollen wir da dann machen?

Der Beitrag heute kommt von Julia.

Advent, Advent ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei…

Singend kommt Jan in die Küche gelaufen.
Er ist noch nichtmal bei der vierten Kerze angekommen, als seine große Schwester Emma schon losbrüllt:
„Jetzt hör doch endlich auf. Ich kann‘s echt nicht mehr hören. Überall dieselben Lieder, überall dasselbe Gedudel… und dann der ganze Weihnachtsschmuck überall. Man kann ja nicht mehr zur Tür rausgehen, ohne sofort von diesem ganzen Kitsch verschluckt zu werden. Ein Weihnachtsmarkt am anderen. Es reicht echt. Kann das denn nicht endlich vorbei sein!?!“
„Aber Emma“, unterbricht Vater sie, als er kopfschüttelnd die Küche betritt, „es ist grade erst der 12. Dezember, bis Weihnachten dauert es noch eine ganze Zeit. Außerdem soll der Advent doch eine ganz besondere Zeit sein, eine Zeit der Hoffnung und der Vorbereitung auf Weihnachten.“
„Na ist doch wahr, so lange braucht man sich doch nicht so vorzubereiten. Weihnachtsmarkt eine Woche vor Weihnachten würde doch reichen. Und dieser Aufwand jedes Mal. Die ganze Stadt ist ein einziges Chaos…“

Mutter, die die ganze Zeit von ihrem Platz am Herd aus nur lächelnd ihre Familie beobachtet hatte schaltet sich ein: „Ich finde, dass Emma eigentlich recht hat. Diese ganze Vorweihnachtszeit hat doch mit richtigem Advent schon gar nichts mehr zu tun. Advent sollte eine Zeit der Stille und der Besinnung sein. Aber selbst das schönste Adventslied wirkt nicht mehr besinnlich, wenn es aus zwanzig Lautsprechern gleichzeitig über den Weihnachtsmarkt klingt und von niemandem mehr beachtet wird.“
„Na, dann lasst uns doch ein bisschen Advent machen. Hier zu Hause.“ schlägt Jan vor.
„Und was sollen wir da dann machen?“ fragt Emma skeptisch, „eine Kerze anzünden und dann doch wieder dieselben Lieder singen, wie ich sie immer auf dem ganzen Schulweg lang über den Weihnachtsmarkt hören muss?“

Emma, Jan und auch Mutter schauen Vater erwartungsvoll an, von ihm muss doch eine Antwort zu erwarten sein. Ein Pfarrer muss doch wissen, wie man richtig Advent feiert.
Ja und Vater, der steht still da und schaut sich seine Familie an, wie sie ihn da erwartungsvoll und auf eine Antwort hoffend anschauen.

„Wisst ihr“, sagt er, „eigentlich ist es für mich genau jetzt hier schon richtig Advent. Wir sind zusammen, das ist wichtig. Aber wenn ihr wirklich wollt, dann können wir heute Abend zusammen eine Adventsandacht feiern. Natürlich schon mit Kerzen, Adventsliedern, einer Geschichte, viel Besinnlichkeit und schöner Kuschelatmosphäre. Aber das Wichtigste im Advent ist doch die Besinnung auf das Kommen Jesu auf Erden. Nicht nur auf die Erinnerung an Jesu Geburt an Weihnachten, sondern auch daran, dass wir Menschen darauf warten, dass Gott und sein Reich in unsere Welt kommen.“

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