Gedanken zur Monatslosung für Dezember
Foto: JJackman (CC BY-SA 3.0)

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der Herr hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden. (Jes 49,13)

„Jauchzet, frohlocket! Auf, preiset die Tage!“ – Wer kennt ihn nicht, den Anfang der ersten Kantate des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach? Es ist meines Empfindens nach das am häufigsten mit der Advents- und Weihnachtszeit verknüpfte klassische Musikstück. Es beginnt schlicht mit Paukenschlägen. Dann trillern die Querflöten wie kleine Vögel darüber. Wieder nur die Pauken. Einsatz der Oboen. Schließlich setzt auch der Rest des Orchesters ein. Nur der Chor schweigt erstmal. Es erklingt eine klare, triumphale Musik. Man hat beim Zuhören fast das Gefühl, dass der rote Teppich ausgerollt wird – für einen König oder so. Dann setzt der Chor ein: Durch alle Stimmen hindurch unisono der Ruf „Jauchzet, frohlocket! Auf, preiset die Tage! Rühmet, was heute der Höchste getan! Lasset das Zagen, verbannet die Klage!“ Christus ist geboren – Grund ewiger Freude! Heute ist kein Platz für Trauer, Angst, Zagen. Seid froh, denn Er hat sich zu uns auf den Weg gemacht!

Wenn ich mir die Videos auf Youtube ansehe oder an die Fernsehübertragungen und Konzerte des Weihnachtsoratoriums denke, sind da strahlende Gesichter, Kerzen, Wärme… Wenn ich hingegen im Dezember durch die Straßen der Stadt laufe, sehe ich Nässe, Grau, gestresste Gesichter… „Was schenke ich bloß Onkel Karl?“; „Das Spielzeugauto für Michi muss ich noch besorgen!“; „Ob mein Schatz wohl das Tablet schon gekauft hat?!“ Schade eigentlich! Sollte der Advent nicht gerade dazu aufrufen, dass wir ruhig werden und uns vorbereiten auf den, der da kommt in diesem kleinen, zerbrechlichen Kind im Stall?

Doch dann sehe ich die vielen Kerzen und Lichter, die sich in den Augen der Kinder auf dem Weihnachtsmarkt spiegeln, und ihre Freude, wenn sie den Adventskalender öffnen dürfen – jeden Tag ein neues Türchen. Sie freuen sich! Es ist diese überschwängliche, naive, kindliche Freude ohne Hintergedanken, die die Adventszeit so unglaublich schön macht! Sie zeigt uns das, wozu bereits Jesaja im Alten Testament aufruft: „Jauchzet, frohlocket!“ Aber nicht nur ihr Menschen. Nein, die ganze Schöpfung soll jubeln, denn Gott erbarmt sich unser! Er kommt zu uns und tröstet uns in dem kleinen Kind im Stall. Das ist es, was uns der Advent und auch die Monatslosung sagen wollen: Freut euch mit der gesamten Schöpfung, denn Gott ist da!


Die Monatssprüche werden von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen herausgegeben, um durch das Jahr hindurch geistige Impulse und Anregungen zu bieten. Mehr erfahrt ihr hier.

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