Denk ich an Deutschland in der Nacht …
Fotos: Florian Lehmuth, Gilly (CC BY-SA 2.0)

Es liegt in diesem November in Deutschland eine beinahe unerträgliche Spannung in der Luft. Nur ist es dieses Mal kein eifriger Zukunftsoptimismus wie im November 1989. Es ist eine Spannung, die mich eher an den November 1938 denken lässt. Von vielen Kommilitonen höre ich, dass sie – oft zum ersten Mal in ihrem Leben – ernsthaft Angst um die Zukunft ihres Landes haben.

Grund dafür ist freilich keine herbeigeträumte Islamisierung oder ähnliches, sondern die regelmäßigen Berichte von rechtsterroristischen Brandanschlägen auf Unterkünfte für geflüchtete Menschen.

Grund dafür sind die Tausenden, die in Dresden, Erfurt und anderswo der öffentlichen Verbreitung von rechtsextremen Gedankengut zujubeln.

Grund dafür ist, dass die laut ausgesprochene Sorge um eine angebliche „deutsche Leitkultur“ wieder salonfähig geworden ist.

Grund dafür sind rechtspopulistische Parteien, die zunehmend nach der bürgerlichen Mitte greifen und eine Bundesregierung, für die ein grundlegendes Menschenrecht verhandelbar geworden ist.

Grund dafür ist, dass auch in Teilen der Kirchen in Deutschland die Nächsten- und Fremdenliebe keine Selbstverständlichkeit mehr zu sein scheint.

theologiestudierende.de soll ein Ort sein, an dem diese Angst ausgesprochen, reflektiert und praktisch angegangen wird. Deshalb werden wir ab sofort alle Artikel rund um die Flüchtlingskrise, die europäische Staatengemeinschaft und PEGIDA unter dem Stichwort „Denk ich an Deutschland …“ sammeln, angelehnt an das bekannte Gedicht von Heinrich Heine. Wenn du diese Zeilen liest bist du gern eingeladen, dich mit deinen eigenen Gedanken zu beteiligen.

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