Lesenswert #25 – Süßer als Nutella

Bibel-Faktencheck: 365 mal „Fürchte dich nicht“?

Beginnen wir mit knallharter Bibelkunde. Benjamin Misja hatte die interessante Idee, der Frage nachzugehen, ob in der Bibel wirklich 365 Mal „Fürchte dich nicht“ steht:

Das sollte man eigentlich mit einem Bibelprogramm nachprüfen können. Die Kunst dabei ist nur, richtig zu zählen. Denn leider hat der anonyme Urheber dieses Zitats (es war nicht TobyMac) nicht überliefert, mit welcher Methode er auf die Zahl kam.

Mit anderen Worten: Welche Wendungen sollte ich zählen? Und in welcher Übersetzung? Oder sollte ich gleich in den Urtext schauen?
Probieren wir es einfach mal.

Das Ergebnis ist eindeutig, aber nicht überraschend. Ich frage mich, wie solche Quatsch-Geschichten (von denen es noch unzählige mehr gibt) überhaupt entstehen.

Decline of a Lingua Franca: The Story of Aramaic – The Atlantic

Theologen sind ja daran gewöhnt, mit toten Sprachen zu hantieren. Oft wird dabei aber vergessen, dass Aramäisch jedoch (noch) gar keine tote Sprache ist. Der Atlantic hat ein Feature über die Geschichte des Aramäischen:

Like many other languages, Aramaic shows that approachability has nothing to do with why a language reigns, despite claims that English has been so successful because it’s relatively easy to learn its basics. After Alexander the Great conquered Persia in the fourth century B.C.E., for instance, Greek, itself an exceptionally complicated language, eventually edged out Aramaic as Eurasia’s lingua franca (though Aramaic held on in places like Judea, meaning it was almost certainly Jesus’s native language). Arabic, again, isn’t easy, and Russian, spoken by countless millions, is so horrifically complex that part of me always wonders whether it is an elaborate hoax.

Da kriegt man doch voll Lust, doch noch etwas Aramäisch zu lernen, oder?

#bckirche

Klaus Georg Niedermaier schreibt auf seinem Blog „Der Bürstenfrosch“ über das Barcamp Kirche, einen Internet-Kongress, weswegen ich mich nun ärgere, dass ich ihn verpasst habe:

Kirche im Internet? Da denken die einen an die Gemeindehomepage, den Twitteraccount des Papstes (ja, er hat einen!) oder vielleicht an die eine oder andere Facebookseite. Doch es gibt noch mehr als das. Viel mehr. Was alles möglich ist und wer die Leute sind, die es machen, konnte man beim BarCamp Kirche in Essen erleben. Um es kurz zu machen: Es war spannend und inspirierend. Hier sind meine ganz persönlichen (und völlig untechnischen) Eindrücke.

Ganz unten im Artikel finden sich auch noch einige Links, was es mit dem Barcamp genau auf sich hat.

Wir sind zwar verschieden, aber eins in Christus

Evangelisch.de veranstaltet über die nächsten Wochen eine Themenreihe, in der verschiedene evangelische Freikirchen vorgestellt werden:

So unterschiedlich wie Herkunft und Bezeichnungen sind die theologischen Ausrichtungen, ihre Verortung zwischen evangelikal und liberal, streng, traditionell, charismatisch, konservativ, offen, modern – welche Adjektive man auch immer zur Beschreibung heranziehen mag. Freikirchen sind keineswegs alle gleich, es gibt eine große Bandbreite. In unserer Serie geben wir einen Überblick über in Deutschland etablierte klassischen Freikirchen.

Ich halte das für eine sehr begrüßenswerte Aktion. Besonders schön finde ich, dass keine rein theoretischen Abhandlungen über die unterschiedlichen Bewegungen geboten werden sollen, sondern tatsächliche Gemeinden besucht werden.

Seelenspiegel oder Wetzstein?

Tobias Jammerthal hat auf Netzwerk Theologie noch einmal die slenczkaschen Thesen zur Kanonizität des AT unter die Lupe genommen und hinterfragt besonders Slenczkas Kanonbegriff. Auch wenn er mit einigen Punkten hart ins Gericht geht, bleibt sein Fazit doch ausgewogen und fair:

Wenn also Slenczka das Fremdeln (seines?) religiösen Bewusstseins als ausschlaggebenden Grund gegen die Kanonizität des Alten Testaments ins Feld führt, macht er, im Lichte des aktuellen Kanon-Diskurses besehen, den Bock zum Gärtner: die Fremdheit gehört zum kanonischen Charakter eines Textes und spricht nicht gegen ihn. Um es pointiert auszudrücken: Nach gegenwärtigem Diskussionsstand ist der Kanon nicht das ‚Spieglein an der Wand‘ der frommen Seele.

Ich habe das zweifelhafte Vergnügen, gerade an einer Seminararbeit zu schreiben, deren Thema die Kanonfrage berührt. Das Thema ist auf jeden Fall noch nicht erledigt und es freut mich besonders, dass sich dazu auch studentische Stimmen zu Wort melden.

Nutella schmeckt überall anders …

Meine hallenser Kommilitonin Jenny absolviert ihr Gemeindepraktikum in einer deutschen Gemeinde in den Niederlanden und schreibt zusammen mit ihrem Freund Constantin ein Online-Auslandstagebuch. Dabei geht es nicht so sehr um theologische Fragen, sondern um die teils wirklich gravierenden Umstellungen, die das Leben in einem fremden Land mit sich bringen können:

Zu diesem Zweck gingen wir erstmal zum nächst besten “Albert Heijn” (Das ist hier neben JUMBO eine relativ große Supermarktkette) und kauften dort Dinge mit denen wir unseren Schrank (v.a. dem zum Kühlen) füllen wollten. Darunter befand sich auch das Glas Nutella, das unbedingt auf den Frühstückstisch muss. Zur weniger großen Überraschung stellten wir fest, dass der Inhalt des Glases etwas heller zu sein scheint als zuhause in Deutschland. Doch das ist eigentlich nicht das eigentliche Problem. Es schmeckt auch anders. Man kann zwar bei geschlossenen Augen erahnen, dass es sich hierbei um Nutella handelt, ist nur eben etwas süßer. (Genauere Testexperimente haben wir aber noch nicht durchgeführt…)

Bei Leuten mitzulesen, die ein Auslandssemester oder -Praktikum machen kann beinahe so schön sein, wie selbst wegzufahren.

Footprints

Zum Schluss wieder etwas zum Schmunzeln: Der bekannte Nerd-Webcomic xkcd hat sich vor kurzem auf sehr witzige Weise zu einem klassischen christlichen Mem geäußert:

“There’s one set of foot-p’s cause I was totes carrying you, bro!” said Jesus seconds before I punched him.

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2 Kommentare anzeigen

  1. Max, danke für die Empfehlung meines Artikels! Die anderen Links fand ich auch sehr spannend.

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