Moment mal: Summertime and the livin‘ is easy
Foto: Heye Jensen. CC by SA 3.0

Sommerliche Grüße an alle da draußen! Wisst Ihr was die Stunde geschlagen hat? Wenn nicht jetzt, wann dann sollten auch Theologen ihre blassen Körper einmal in die Sonne schleppen: Auftanken, sommerliche Bräune aufnehmen, Seele baumeln lassen. Hoffentlich ist es dafür noch nicht zu spät.

Die nächsten Aufgaben stehen ohnehin an, an denen kommt man ja so oder so nicht vorbei, da kann man sich in diesem Märchensommer doch wenigstens ein wenig Zeit lassen. Und die Welt dreht sich auch ganz sicher weiter.

Vor genau einem Jahr haben wir auf theologiestudierende.de den Themenmonat „Krieg & Frieden“ veranstaltet. Damals bewegten uns der Krieg um die Ukraine, der gerade aufgeflammte Gaza-Krieg von 2014 und so manches mehr, vor allem die Pazifismusdebatte in Deutschland. Auch da wieder: Was ist gutes, notwendiges Handeln und was nicht? Alle Beiträge des Themenmonats könnt Ihr auch weiterhin unter dem Schlagwort „Krieg & Frieden“ nachlesen. Stöbert ruhig einmal! Und in diesem Übersichtsartikel haben wir ein paar Gedanken des Themenmonats für Euch zusammengefasst.

Kein Konflikt, der uns im letzten Sommer beschäftigt hat, ist heute befriedigend gelöst. Im Gegenteil, andere sind noch dazu gekommen. In Deutschland haben wir es mit neu auflammendem Fremdenhass zu tun, der sich längst in konkreten Terroraktionen gegen Flüchtlinge ausdrückt.

Letzte Woche wurde in diesem Internet darüber gesprochen, dass ein Nachrichtenmoderator beim Erzählen einer anrührenden Geschichte tatsächlich einmal (fast) aus seiner Rolle geschlüpft sei und so etwas wie Betroffenheit gezeigt habe. Sollten wir nicht alle häufiger unsere „Rollen“ ablegen und in leichtere Kostüme schlüpfen? Ich war mir jedenfalls nicht sicher, was nun den Nachrichtenwert hatte: Klebers Emotionen oder die zugrundeliegende „Story“?

Auch mir treibt es Zornestränen und Tränen der Fassungslosigkeit in die Augen und ich merke dass mein „Fell“ dünner wird, wenn Menschen guten Willens einfach das machen, was man von den reichsten Erdenbürgern, von Christen allzumal, erwarten dürfte.

Blasse Theologen sollten sich berufen fühlen, den Sommer richtig zu feiern

Und schon sind wir wieder mittendrin in den Fragen der Zeit. Das ist ja die Berufung der Theologen! Ein Wort zu sagen zu den Menschen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen über ihr Leben und unsere Zeit. Unser theologisches Wissen als lebenshermeneutisches Gepäck unterm Arm, jederzeit bereit – sollte eine Umarmung nötig sein – es auch mal fallen zu lassen.

So wie es ausschaut, werden alle Konflikte unseres Lebens und unserer Zeit noch andauern. So ist das in einer komplexen Welt nun mal. Wenn wir unseren „Stoff“ gut gelernt haben, dann scheuen wir uns vor einfachen Antworten, gerade was unseren Glauben angeht. Die Konflikte einer Lösung entgegenführen, dafür braucht es Geduld.

Geduld, die wir endliche Wesen im Gegenteil zum Ewigen nur selten aufbringen. Rennt Euch auch die Zeit davon? Geduld und Ausdauer sind von Nöten, wenn es auf uns ankommt, zu widersprechen, aufzuklären – auch am eigenen Küchentisch.

Und genau deshalb brauchen wir jetzt mal eine Pause. Also, was hängst Du hier noch rum? Ab in die Sonne, an den nächstbesten Badesee! Ohne Theologiebücher, stattdessen vielleicht mit einem eskapistischen Schmöker. Oder am besten gleich ohne intellektuellen Ballast, sondern nur mit ein wenig Mucke und nem anständigen Cocktail in der Hand.

Fröhliches Auftanken!

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