Persönlichkeitsentwicklung Ein Werbeblock für Rollenspiele
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Eine ganz normale Bar am frühen Abend: Tische, Stühle, ein paar Gäste, jemand schenkt Getränke aus. An der Wand flackert Feuer im Kamin, verbreitet eine behagliche Atmosphäre.
Du setzt dich an den Tisch, willst deinen Feierabend genießen. Der Tag war lang und du bist bereits müde.
Da setzt sich neben dich ein bereits angetrunkener Gast mit Vollbart und wirr ins Gesicht hängenden Haaren. Er riecht, als hätte er schon länger kein Bad mehr genommen.
„Du siehst vertrauenswürdig aus. So jemanden wie dich habe ich gesucht. Hast du Interesse an einem kleinen Geschäft?“, fragt er dich in höflichem und doch bestimmtem Tonfall. Irgendwas daran verwundert dich. Ist er zu höflich, zu nüchtern?
In diesem Moment betreten zwei vermummte und doch muskulöse Gestalten das Etablissement, lassen kurz ihren Blick schweifen, sehen dann dich und deine Begleitung und kommen zielstrebig auf euch zu …

… was tust du?

Vielleicht denkst du darüber nach, abzuwarten und dir anzuhören, was man dir zu sagen hat.
Oder befürchtest du Schlimmes und denkst über Fluchtwege und improvisierte Deckung für den Fall einer Kneipenschlägerei nach?
Möglicherweise bist du aber auch mit schmeichelnden Worten gesegnet, die dir andere Leute gewogen machen oder zumindest eine Ablenkung für weitere Entscheidungen ermöglichen.
Beachtet jemand die Neuankömmlinge, kennt sie jemand?
Hast du eigentlich außer deiner Kleidung und etwas Geld etwas dabei?

Diese Form des situativen Hineinversetzens fällt unter die große Kategorie des Rollenspiels. Hattest du auf die Frage „was tust du“ eine Antwort für den Protagonisten der Szene in der Bar auf der Zunge? Falls ja: Glückwunsch! Du hast dich in die Rolle hineinversetzt und warst bereit, mit dem Rollenspiel zu beginnen.
Und dieses spezielle Spiel ist mehr als nur ein Zeitvertreib. Deine Vorstellungskraft ist ein wandlungsfähiger Ort, der es dir gestattet, viele Möglichkeiten auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen, ohne sie in der Realität begehen zu müssen.
Und aus eigenen Fehlern lernt man ja bekanntlich am besten.

Warum schreibe ich das – reine Werbung?

Mitnichten!

Gegenfrage: Was braucht ein angehender Pfarrer und eine angehende Pfarrerin?

  • Kreativität und Fantasie zur Problemlösung
  • Empathie, den Blickwinkel einer Anderen einnehmen können
  • die Fähigkeit, eine fesselnde Geschichte erzählen zu können
  • die Bereitschaft, Neues zu wagen
  • Spontanität bei sich verändernden Rahmenbedingungen
  • den Blick für’s Ganze, Planungsdenken
  • Teamfähigkeit
  • … und nicht zuletzt sollten wir Pfarramtskandidaten später auch genügend Zeit finden, um etwas mit Freunden zu unternehmen.

Wer hätte es gedacht? Die Kompetenzen dieser Aufzählung lernt und trainiert man im … richtig: Rollenspiel!

Jetzt denkst du vielleicht: Aber ich hab’s nicht so mit Computern … – brauchst du nicht! (Hat ja keiner was ’von gesagt.) Es gibt zum Beispiel sogenannte „Pen & Paper“-Rollenspiele, die völlig offline und ohne Rechner funktionieren. Die vielleicht hierzulande Bekanntesten sind Dungeons & Dragons, Das Schwarze Auge, Shadowrun, Vampire und Call Of Cthulhu. Die exotischen Namen verraten bereits, dass man dazu eingeladen wird, seinen Alltag für einige Stunden beiseite zu legen und Ungewohntes auszuprobieren.

Also, was hindert’s, ein Rollenspiel auszuprobieren? Sicher gibt es auch in deiner Gegend eine Gruppe, die sich über einen interessierten Neuzugang freut und dich unter ihre Fittiche nimmt.

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