Moment mal: 75 Jahre neugieriges Fragen
Foto: Andreas Praefcke (Gemeinfrei)

In der vergangenen Woche ist jemand 75 Jahre alt geworden, der mein ganzes Leben begleitet hat, von dem ich sehr viel gelernt habe, der mir als Kind die Woche strukturiert hat, ja der sogar mal als Erziehungsmaßnahme meiner Eltern eingesetzt wurde – Armin Maiwald, Erfinder der Maus. Ein dreiviertel Jahrhundert geht er nun schon neugierig durch die Welt, fragt hier, fragt dort, fragt die, fragt den: wie geht das denn, was ist das denn, warum ist das so? Nichts nimmt er für gegeben hin, alles will er wissen.

Von Armin habe ich gelernt, was man aus einer am Wegesrand gefundenen Rübe machen könnte, durch Armin kann ich das selbe von dem gleichen unterscheiden und unvergessen sind die Szenen, wie er als Ägypter verkleidet in einen Bottich uriniert, oder sind auch die Fragezeichen in meinem Kopf, das eigene verwundert sein, als Armin im schiefen Container frühstückend die Schwerkraft erklärte.

Seiner ruhigen und angenehmen Stimme kann man immer sehr konzentriert folgen und manchmal sitze ich auch heute noch Sonntags mit offenem Mund vor dem Fernseher und lausche seinen Ausführungen und Erläuterungen – Halt, was war das, das wollen wir doch noch mal langsamer und im Detail betrachten. Wie viele und verschiedene Mittel werden genutzt, um Dinge verständlicher zu machen, besser darstellen zu können; wie auch die Erklärung, warum die Oberleitung bei der Eisenbahn im Zick-Zack verläuft und nicht gerade in einer Linie – ach, ihr habt das noch gar nicht bemerkt? Mir ist es auch erst nach dem entsprechenden Beitrag in der Maus aufgefallen. Bei Armin hat man den Eindruck, dass er das Auge dafür hat, alles sieht und keine Scheu davor hat zu fragen, warum das so ist. Oft habe ich den Eindruck: Je älter man wird, desto weniger achtet man auf die Kleinigkeiten; anders Armin.

Oh ja, die Erziehungsmaßnahme will ich euch nicht vorenthalten: mein Bruder und ich wurden mal erwischt, wie wir noch fern geguckt hatten zu einem Zeitpunkt, zu dem wir längst hätten schlafen sollen (ich war schuld an der Entdeckung, weil ich den falschen Weg ins Kinderzimmer gewählt hatte), daraufhin hatten wir 14 Tage Fernsehverbot. Dabei handelte es sich eigentlich „nur“ um die Sendungen zum Abend hin: Sandmännchen und davor noch Sesamstraße, donnerstags an der Stelle die Sendung mit der Maus. Meine kleine Schwester, die brav im Bett geschlafen hatte, durfte all dies gucken, mich wurmte das Verbot ganz besonders am Donnerstagabend, als die Maus lief.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Armin, viel Glück und viel Segen, und nicht zu vergessen viel Gesundheit, dass dein wacher und neugieriger Geist uns alle noch lange erfreuen und erhellen kann!

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