Lesenswert #18 – Wo bleibt Kirche in der Digitalen Gesellschaft?

In diesem Lesenwert habe ich mal ein paar gute Artikel zur letzten EKD-Synode zusammengesammelt. Die Synode ist zwar schon eine Weile her, aber die Frage nach Kirche in der digitalen Gesellschaft bleibt aktuell.

Das Land ist hell und weit – und es gibt viel zu tun. Unser Blick auf die #ekdSynode & Gedanken zu einer Digtalen Agenda der Evangelischen Kirche

Zum ersten der Auswertungs-Text der EKD-Jugenddelegierten, die das Thema überhaupt erst in die Synode eingebracht hatten:

Dass uns das Thema ganz besonders am Herzen liegt, dürfte klar sein. Wir haben es vor einem Jahr eingebracht, im Vorbereitungsausschuss mitgewirkt, in unserer Bibelarbeit ganz unterschiedliche und persönliche Sichtweisen auf das Thema aufgezeigt, in unzähligen Gesprächen für Verständnis geworben und im Themenausschuss in Dresden um die Formulierung der Kundgebung gerungen. Und da es das ist, wonach uns alle fragen: ja, wir sind zufrieden! Aber auch: nein, wir sind nicht zufrieden!

Die Jugenddelegierten geben sich jedoch auch nicht damit zufrieden, zu meckern, sondern legen umfangreiche „Skizzen einer digitalen Agenda für die EKD“ vor.

EKD-Synode: Welche Schritte werden folgen?

Auf theonet zerpflückt Ralf Peter Reimann den Kundgebungstext der Synode, besonders unter dem Gesichtspunkt des Datenschutzes:

Bei der Gegenüberstellung von Entwurf und beschlossener Kundgebung merkt man die Bewegung der Synode. Der Wille, sich auf die Digitalisierung einzulassen, wird deutlich.
Auch wenn ich Kritik an einzelnen Punkten habe, möchte ich in meinem Fazit nicht das Gesamtbild übersehen. Statt Angst und Abwehrhaltung sieht die Synode die Chancen, die die Digitalisierung auch bietet. Dies ist ein großer Fortschritt.

Spannend ist, ob es nur eine Kundgebung bleibt, oder tatsächlich konkrete Schritte folgen.

Reimann ist der Internetbeauftragte der EKiR. Man darf also Hoffnung haben, dass dort an einer Umsetzung in „konkrete Schritte“ weitergearbeitet wird.

Der Mensch, die Welt, der digitale Wandel

Wolfgang Luenenbuerger-Reidenbach war auf der Synode als Delegierter mit dabei als einer, dem die digitale Gesellschaft am Herzen liegt.

Ich selbst durfte ja an der Vorbereitung des Themas mitwirken, insofern bin ich vielleicht etwas parteiisch. Aber ich freue mich, dass diese Ziele weitgehend erreicht sind – auch wenn die Jugenddelegierten der Synode, die das Thema auf die Tagesordnung gebracht haben, zwischendurch etwas frustriert waren (siehe da hinter dem Link auch meinen Kommentar unter dem Text) und mehr wollten und mit einigen konkreten Anträgen durchgefallen sind.

Die drei Punkte, die mir am wichtigsten sind bei der Bewertung dessen, was die Synode da beschlossen hat, habe ich noch am Abend in aller Kürze zu sagen versucht.
Hier ein bisschen Kontext und Fleisch dazu.

Auch hier gibt es wieder einige gute und lesenwerte Gedanken zur Synodenkundgebung.

Ich bin unterm Strich etwas besorgt ob der geringen Zahl der Diskussionsbeiträge zur EKD-Synode, besonders in der kirchlichen „blog bubble“. Vielleicht liegt es daran, dass viele der Menschen, die längst kirchliche Onlinearbeit machen – ob mit oder ohne Unterstützung ihrer Kirche – sich keine Hilfe vom EKD-Kirchenparlament erwarten? Hat die EKD in Internetfragen ihre Einflussmöglichkeiten längst verspielt? Es wäre irgendwie schade.

Es bleibt abzusehen, in welchem Grad der Rat der EKD in diesem Jahr die Ergebnisse der Synoden-Kundgebung umsetzen wird. Mit Heinrich Bedford-Strohm als neuem Ratsvorsitzendem ist ja immerhin personalpolitisch bereits ein frischer Wind aufgezogen.

Habt ihr noch Links, die in dieser Aufzählung zur EKD-Synode unbedingt fehlen? Seid so nett und sammelt weiter in den Kommentaren!

Wenn Behördenkirche und Rundfunkanstalt sich küssen…

Zur Erfrischung noch etwas ganz anderes, fröhliches. Holger Pyka über das Wort zum Sonntag:

Es gibt einige Dinge, deren Existenzgrund, Sinn und Mehrwert mir auf ewig verborgen bleiben wird. Stechmücken gehören dazu, außerdem so ein seltsamer Metallstab mit Applikationen, der seit Jahren ungenutzt in meiner Küchenschublade herumliegt, weil es sein einziger Verwendungszweck ist, rohe Kartoffeln in hauchdünne Spiralen zu schneiden. Dann wiederum gibt es Dinge, die ich an sich für eine grandiose Idee halte, aber deren Umsetzung ich total bescheuert finde. Hierzu fallen mir gerade keine Beispiele ein, ist aber auch egal.

Jedenfalls: Irgendwo dazwischen liegt das Wort zum Sonntag, mit seinem Start am 8. Mai 1954 die zweitälteste Sendung im deutschen Fernsehen nach der Tagesschau.

Ein Text, der sich selbst nicht zu ernst nimmt und dennoch auch ernsthaft kritische Anfragen stellt – und zwar nicht nur die offensichtlichen, die man beim Wort zum Sonntag erwarten würde.


Unter Lesenswert sammeln wir regelmäßig lesenswerte Texte zu theologischen, kirchlichen oder universitären Themen. Wenn ihr irgendwo einen guten Artikel gelesen habt, schickt den Link an lesenswert@theologiestudierende.de!

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