Lesenswert #17 – Xmas-Edition

Es ist Advent, in ein paar Tagen Weihnachten. Lesenswertes aus Kirche, Theologie und Gesellschaft rund um das Christfest. Wenn ihr irgendwo einen guten Artikel gelesen habt, schickt den Link an lesenswert@theologiestudierende.de!

Wie infantil ist Weihnachten?

Das fragte Knut Dahl (@knuuut) schon 2010 auf Pastorenstückchen und eröffnet damit den Reigen der Beiträge zur Weihnachtskultur-Debatte. Die gehört zu jedem Weihnachtsfest unverbrüchlich dazu. Die einen kritisieren das Konsum- und Feierverhalten der Massen und halten deshalb garnichts mehr von Weihnachten – das Kind mit dem Bade … Die anderen wünschen sich Weihnachten so wie 1840. Mensch, war das toll damals.

„Das Wesen dieses Festes ist nun allerdings keineswegs der Ritus selbst, mag er, und da hat Kleinebeckel durchaus recht, von Bratwurst, Eierlikör und LED-Tannenbeleuchtung auch noch so überlagert werden. Gleichwohl wäre auch hier zu fragen, welche Funktion das Ritual für diejenige Männergruppe erfüllt, die mit roten Mützen bekleidet über Weihnachtsmärkte läuft und “Glühwein rechts!” und “Jagatee links!” gröhlt.

Wenn das offenkundig nichts mit dem “Wesen des Festes” zu tun hat, ist die Suche nach der Intention solcher Handlungen nicht uninteressant. Steht dahinter vielleicht eine kindliche Sehnsucht, die kein anderes Ventil findet als pubertäre Demonstrationssymbolik?“

Weihnachten von Christen gekapert?

Michael Blume (@BlumeEvolution) erklärt auf seinem Blog Natur des Glaubens Religion als evolutionäre Entwicklung:

„Alle Jahre wieder vollzieht sich in deutschen Medien ein seltsames Spektakel: Mit aufgeregter Schnappatmung wird verkündet, Weihnachten sei „nur ein Mythos“ und „ganz anders“ als gedacht, weil es sowohl auf vorchristliche Traditionen wie auf kirchliche Umdeutungen zurück gehe! Gerne geben sich diese Texte dann in der Pose der mutigen Aufklärer, die Vertuschungen „des Vatikan“ furchtlos aufdecken.“

Michael Blume entwirrt einmal die vermeintlichen Enthüllungen, die jedes Jahr aufs Neue zu Sensationsmeldungen aufgeblasen werden: Weihnachten geht auf heidnische Traditionen zurück und hat sich mit der Zeit verändert. Schrecklich?!

Man kann das natürlich auch mit Humor nehmen, wie es der Postillon letztes Jahr vorgeführt hat: „Heiden beklagen Unterwanderung von Weihnachten durch Erlöserreligion aus Nahost“.

Jobbik auf Adventsmission 2014

Der Pusztaranger schreibt auf seinem Blog über die rechtsradikale Jobbik-Partei in Ungarn und ihr alljährliches „Engagement“ zur Adventszeit. Getarnt als christliche Tradition hetzt sie gegen Ausländer, Juden sowie Sinti und Roma. Tatkräftige Unterstützung erhält sie dabei von den Kirchen.

„Dass diese Veranstaltungen von Vertretern der “historischen” ungarischen Kirchen unterstützt und spirituell legitimiert werden, ist nichts Neues; zwar hatte die ungarische katholische Bischofskonferenz sich 2009 von diesen Kreuzaufstellungen distanziert, was aber einzelne Vertreter nicht davon abhält, sich seit Jahren zu beteiligen, […].“

Adventliche Zugabe: Ein Glaube, der Aufruhr heißt

Arne Bachmann schreibt den Blog Zwischenraum. Dort ist der verlinkte Text im Oktober erschienen. Absolut lesenswert!

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