Drei kleine Büchlein für Erstis & Gewinnspiel

Für viele „Erstis“ hat mit dem Wintersemester ihr Theologiestudium begonnen. Herzlich Willkommen! Am Anfang des Studiums kann es passieren, dass man sich trotz Sprachenlernen und der ein oder anderen Pflichtvorlesung ein wenig orientierungslos fühlt. Deshalb stellen wir drei kleine Büchlein vor, die Euch gerade am Beginn des Studiums Orientierung in einigen Fächern der Theologie bieten. Sie sind so kurz, dass sie nebenher gelesen werden können und Spaß an der theologischen Arbeit wecken. Natürlich kann man sie auch noch später im Studium (oder im Beruf) lesen.

E.P. Sanders: Paulus – Eine Einführung
E.P. Sanders (Wikipedia) Paulusbiographie ist ein Lesemuss; für diejenigen, die eine gelungene Verbindung aus E- und U-Literatur zu schätzen wissen, die den Unterschied ohnehin für unwichtig halten und erst recht für diejenigen, die Sanders heftig kritisieren wollen.

Um es gleich zu sagen: Sanders Paulusbild kann man durchaus anzweifeln, auch sein Vorhaben, Paulus auf 200 Seiten zu portraitieren. Aber dieses kleine Büchlein führt mitten hinein in ein spannendes Leben, eine spannende Zeit, eine spannende Theologie. Es macht Lust auf mehr!

Der US-amerikanische Theologe Sanders wurde für dieses Buch hart kritisiert, vor allem auch von deutschen Theologen, die hier Maßstäbe exegetischer Arbeit unterschritten sehen. Doch wer einen wirklich kurzen, voraussetzungsfreien und unterhaltsamen Zugang zum Apostel der Heiden und zum Neuen Testament sucht, der wird hier fündig werden.

(Neues Testament)

Hubertus Halbfas: Der Herr ist nicht im Himmel
Der Autor (Wikipedia) ist als Kritiker der derzeitigen katholischen Kirchenpolitik und Theologie auffällig geworden. Grund genug einmal nachzulesen. Das Büchlein ist die Drucklegung eines vor Lehrern gehaltenen Vortrags und es ist toll. Progressive Theologen kennen die Sprachschwierigkeiten, in die man sich begibt, wenn man es sich mit den alt-hergebrachten Glaubensinhalten nicht gar zu einfach macht und sie treudoof nachplappert. Doch auch die Erbväter des progressiven Protestantismus bedienen sich zum Teil einer aseptischen Sprache. Halbfas analysiert das klug.

Richtig wertvoll ist das Buch aber vor allem als kurze Zusammenfassung des zugrundeliegenden theologischen Programms. Einmal in aller Kürze und auch für fachfremde Interessierte geschrieben, ist das Buch wertvoll für die eigene theologische Klärung und als Erklärung an Dritte.

(Neuere Kirchengeschichte, Systematische Theologie)

Terry Eagleton: A Very Short Introduction – The Meaning of Life
Kurz und knackig führt der Autor (Wikipedia) in die Diskussion um den Sinn des Lebens ein. Dabei nähert er sich nicht zuerst als Philosoph – der er nicht ist – sondern als Sprachwissenschaftler dem Thema. Das Gerüst des Büchleins bildet eine genaue sprachliche Analyse der Inhalte der Sinnfrage – was heißt Sinn, was heißt Leben? Wie wird Sinn vermittelt? Macht das Leben Sinn oder geben wir ihm diesen erst? Zum Schluss: Worin könnte eine moderne Antwort auf die Sinnfrage bestehen?

Dabei streift Eagleton auf unterhaltsame Weise die philosophischen und künstlerischen Beiträge zum Thema von Aristoteles, Kant, Nietzsche und Schopenhauer, bis hin zu Shakespeare, Beckett und den Monty Pythons – besonders aber Ludwig Wittgensteins Denke. Er bedient sich keiner religiösen Annäherungsweise, wenngleich er ebenso wenig von anti-religiösen Gefühlen gelenkt wird.

Sein Buch ist eine Aufforderung zum Nachdenken über die Frage nach dem Sinn des Lebens, dass für Glaubende, Zweifelnde und Nichtglaubende gleichermaßen nutzbringend sein kann. Nur für den, der sich aus religiösen oder nicht-religiösen Gründen die Frage nach dem Sinn des Lebens gar nicht stellt, ist dieses Buch nicht geeignet. Die Lektüre in der nicht einfachen, aber lesbaren englischen Originalsprache möchte ich ganz besonders empfehlen, so bleibt der Witz des Autors erhalten. Bissig, im kleinen Format und eleganten Design ist das Buch perfekt, um es in kurzen Pausen oder auf längeren Zugfahrten aus der Tasche zu ziehen.

(Systematische Theologie, Praktische Theologie)

Deine Chance – Gewinnspiel

Als kleinen Willkommensgruß an die neuen Erstis (und als Dankeschön für alle treuen Leserinnen und Leser) verlosen wir auf theologiestudierende.de ein weiteres kleines (doch wirkungsmächtiges) Buch. Ein Exemplar von Friedrich D.E. Schleiermachers Über die Religion – Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern kannst Du mit ein wenig Glück gewinnen. Trag‘ dich hier ein und erzähl’ es weiter:

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Teilnahme: Du musst in einem theologischen Studium eingeschrieben sein und dich mit funktionierender Emailadresse in obigem Formular anmelden, damit wir Dich im Gewinnfall benachrichtigen können. Deine Emailadresse wird nur für diesen Zweck verwendet und nicht weitergegeben. Die Teilnahme ist bis einschließlich 30. November 2014 möglich. Die Gewinner_in wird im Anschluss von uns informiert und hier auf theologiestudierende.de bekannt gegeben. Wir senden Dir das Buch unentgeltlich an eine Adresse in Deutschland. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitglieder der Redaktion von theologiestudierende.de sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

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5 Kommentare anzeigen

  1. Christopher

    Ausgerechnet mit Schleiermachers Reden wollt ihr gleich die ganzen Erstis theologisch versauen?! ;) Wobei das eigentlich gar nicht so schlecht ist … dann haben sie die Möglichkeit, im Lauf ihres Studiums kritisch über FDE hinauszuwachsen.

  2. Christopher

    Aber nicht doch … in die dialektische Theologie natürlich.

  3. Felix Weise

    E.P. Sanders gleich als Erstes. Das freut mich. Ich habe den Eindruck der wird sonst in der deutschen Theologie eher stiefmütterlich behandelt, wie die ganze „new perspective on paul“ halt.

    • Christopher

      Die NPP ist m.E. gnadenlos überbewertet. Ja, man sollte sie kennen, man sollte sich mit ihr auseinandergesetzt haben, man sollte ihr Anliegen verstanden haben und vor allem sollte man die „Lutherbrille“ heruntergerissen bekommen haben (welche bestenfalls eine „Lutherische-Orthodoxie-Brille“ ist), aber nicht aus den Gründen, die Sanders, Dunn et al. anführen und auch nicht mit den Konsequenzen. Außerdem wäre mir nicht bekannt, dass es heutzutage noch ernsthaft Vertreter einer Position gäbe, die die NPP-Vertreter als Negativfolie für ihre Thesen heranziehen. Das hingegen scheint mir aber auch ein Verdienst der NPP zu sein.

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