Moment mal: Über den Wolken

Letzte Woche bin ich seit langer Zeit mal wieder geflogen. Es war ein kurzer Flug, aber es war toll. Wir sind morgens abgeflogen, als die Erde noch in morgendlichem Nebel lag. Als wir abhoben, sind wir durch den Nebel hindurch und waren schnell über der Decke drüber, die so tief hing, dass ich noch die Spitzen des Fernsehturms und der Strommasten darüber erkennen konnte und weiter oben am Himmel waren die hohen Wolken. Auf dem Rückflug flogen wir dann darüber und hatten nichts mehr als nur noch Himmel über uns.

Als ich so auf die Wolken hinab schaute, fragte ich mich auf einmal, ob ich in dem Moment Gott näher bin. Auf vielen Darstellungen der Bildenden Kunst wird der Göttliche Himmel als Himmel über den Wolken dargestellt. Petrus’ Tor steht auf Wolken, Engel fliegen durch die Wolken oder schweben auf Wolken dahin, aus den Wolken kommt die Himmelsleiter auf die Erde. Als Kind habe ich regelmäßig in die Wolken geschaut, versucht zu erkennen, was für Figuren ich in den Wolken sehe – einmal hatte ich dabei in meinen Kinderaugen Gottes Hand aus einer Wolke hervor gestreckt gesehen.

Heute denke ich, dass das alles Bilder sind, dass Gott nicht an einem festen Ort ist, sondern überall uns von allen Seiten umgibt; dort wo er Teil hat, ist er gegenwärtig. Und da gibt es vielleicht Orte an denen man sich ihm näher fühlt als an anderen. Ich denke dabei auch an die Achterbahnfahrt mit einer sehr guten Freundin. Wir sind an dem Tag alle Achterbahnen des Vergnügungsparks gefahren und am Ende eine, in der man nicht drin sitzt, sondern hängt. Sie hatte die ganze Fahrt über die Augen geschlossen und betete. Nach meiner oben beschriebenen Auffassung des Nahesein Gottes, hat sie sich durch dieses Gebet wiederholt bewusst gemacht, dass Gott bei ihr ist und ihr in diesem Glauben, dass er sie beschützt und hält, hoffentlich nichts passiert.

Übertragen auf das Flugzeug, ist das Gottesbewusstsein während bzw. ins Besondere am Anfang und am Ende eines Fluges sowie bei Unruhen durch Luftlöcher, oder wenn man durch Wolken fliegt nochmal höher, weil in den Momenten viele Gott darum bitten, dass er sie vor Unheil und Unglück schütze.

Also, wenn die Bilder von Gott über den Wolken nur Bilder sind und wir Gott durchs Fliegen nicht näher kommen können, so ist er uns doch näher, weil wir ihn darum bitten.

Schlagwörter: , ,

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.