Moment mal: Großer Theologe
Wolfhart Pannenberg auf dem CDU-Friedenskongress 1983

Wolfhart Pannenberg auf dem CDU-Friedenskongress 1983

Vor ein paar Tagen postete ein Freund einen Artikel aus der Neuen Züricher Zeitung: Vor einem Monat, am 4. September 2014 starb Wolfhart Pannenberg. So erfuhr ich also über Facebook vom Tod eines großen Theologen. Die Kommentare darunter spekulierten, ob nicht langsam alle großen Theologen aussterben? Gibt es überhaupt noch große Theologen? Was macht einen „großen“ Theologen aus?

Mir war Wolfhart Pannenberg aus der Trinitätstheologie bekannt. im 3. Semester verglich ich in einer mündlichen Prüfung die Trinitätslehren von Moltmann, Barth und Pannenberg. Pannenberg begriff die Offenbarung als Geschichte, eine Geschichte, die erfahrbar für den Menschen ist. So wird die oftmals abstrakte Systematische Theologie plötzlich lebensnah, spürbar und Glaube vernünftig. Wenn ich dem Wikipedia-Artikel glauben schenken kann, so kam er eben durch die erfahrene Theologie zum Theologiestudium.

Er setzte sich auch für die Ökumene ein. Beispielsweise stimmt er für eine Neubesinnung und ein neues Nachdenken über das filioque. Denn dieser Zusatz der Westkirche zum Nizäno-Konstantinopolitanum war seiner Meinung nach erstens nicht ganz einwandfrei (man könne schließlich nicht ein bestehendes Bekenntnis willkürlich verändern und dann verlangen, dass diese Veränderung angenommen wird) und andererseits könnte eine Neuinterpretation das Schisma von 1054 überwinden.

Große Gedanken von einem großen Theologen. Obwohl er selbst nicht christlich erzogen wurde, prägte er die evangelische Theologie enorm. Ich möchte mein Kommentar mit Ehrfurcht beenden. Ehrfurcht vor einem großen Theologen, der mich mit seinen Gedanken nicht zuletzt auch in meiner Bachelor-Thesis inspiriert hat und zum selber nachdenken und theologisieren anregt.

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