Lesen. Denken. Schreiben. — Über Krieg und Frieden

KriegundFrieden3Jetzt ist er erst einmal vorbei, unser Themenmonat „Krieg und Frieden“. Und vor allem sind wir hier bei theologiestudierende.de dankbar für all die guten und vielfältigen Beiträge, die unsere Autor_innen beigesteuert haben.

Als wir ziemlich spontan entschieden, das „Sommerloch“ mit einem Schwerpunkt zum Thema Krieg und Frieden zu füllen, dachten wir vor allem an unser eigenes Bedürfnis nach Aufklärung und Gespräch. Dass Ihr — unsere Leser_innen und Mitschreibenden — das Thema so intensiv annehmen würdet, hatten wir nicht erwartet. Herzlichen Dank dafür!

Hier also noch einmal ein Überblick, was den letzten Monat lang bei theologiestudierende.de los war: 

Der Gazakrieg hatte eben erst begonnen, in der Ukraine war ein Flugzeug abgeschossen worden, im Irak versuchte die Terrororganisation ISIS ein neues Kalifat zu errichten. Scheinbar sind wir auch fünf Wochen später sowohl in der internationalen Kriegs- und Friedenspolitik, als auch in der innerkirchlichen und öffentlichen Debatte in Deutschland keinen Schritt weiter gekommen.

Eigene Haltung formulieren

Aber das stimmt nicht! Kann doch unser eigenes Lernen, Denken und das Gespräch unter uns zur Klärung wenigstens unserer eigenen Haltung beitragen. Und mit etwas Glück, haben unsere Meinungsartikel, so unterschiedlich ihre Haltungen auch waren, zumindest bei unseren Leser_innen ihren Blick auf die Debatte hierzulande verändert.

Die Welt ist kompliziert und gewalttätig. Das war sie auch vor diesem Sommer, der vielen von uns den Schrecken in die Glieder fahren ließ. Und auch unser Vertrauen in die Medien, die uns das alles doch erklären sollten, ist im Angesicht von Propaganda und (absichtlichen) Missverständnissen angeschlagen. Das gilt für die Betrachtung internationaler Konflikte, wie auch für die Debattenführung in Deutschland. Es wird immer wichtiger, selbst zu lesen, zu hören, zu sehen, was geschieht, was andere Menschen sagen und meinen und tun. Ohne dieses Hinsehen, werden wir uns keinen Reim auf das Geschehen machen können.

Ort zum gemeinsamen Nachdenken

Und dann braucht es Orte, an denen man seine Gedanken äußern, sie zur Diskussion stellen kann. Ein solcher Ort wollen wir sein. Deshalb freuen wir uns sehr über die zahlreichen Gastbeiträge am Themenmonat. Johann Anton Ziemes kritische Erläuterungen zum Video „This Land Is Mine“, Juliane Assmanns Beitrag zur Gewaltfreiheit, Johannes Hummlers Einwurf zur UNO und Benjamin L. Coreys Warnung davor, zu denken, dass mehr Gewalt uns einfach aus der vertrackten Lage zum Beispiel im Irak heraushelfen wird. Einen herzlichen Dank an alle Gastautor_innen!

So wie vor einem Monat angekündigt, haben wir das Thema durch alle Ressorts unseres Portals hindurch bearbeitet. Vier Moment-mal-Artikel, aber auch zwei Geistreich-Beiträge und eine neue Rezension für dieBib gab es, nicht zu vergessen zwei Ausgaben unseres Podcasts Sag-mal: Einmal zu Israel und dem Gazakrieg mit Matthias Kunsch und erst diese Woche ein weiterer mit einer Diskussion zum Schwerpunkt „Pazifismus“. Zwei Interviews führten wir: Eines mit der Clausewitz-Gesellschaft und ein weiteres mit dem evangelischen Militärbischof Sigurd Rink. Mit drei Lesenswert-Ausgaben haben wir versucht, Ordnung in den Wust aus Artikeln und Videos zu bringen, die uns diese Wochen umschwirrten. Und auch die Künste haben wir zumindest nicht vollständig aus den Augen verloren. Wir erkundeten die Welt der Kriegs- und Friedenslieder und stellten gleich mehrere Kriegsfilme vor, bevor Elisabeth noch einmal auf das Bibel-Epos „Noah“ zu sprechen kam.

Lesen. Denken. Schreiben.

Nachdenken und Schreiben hat schon für sich Wert, wenn es der eigenen Bewusstseinsbildung dient. Wenn man damit an die Öffentlichkeit geht, können andere einbezogen werden, selbst beitragen und profitieren. So wollen wir auch im kommenden Semester mit und für Euch weiterarbeiten: Lesen. Denken. Schreiben.

Ganz sicher wird uns dabei das Thema „Krieg und Frieden“ weiter begleiten, wenn es auch nicht mehr im Zentrum unserer Arbeit steht. Wir hoffen, dass ihr die 26 Beiträge unseres Themenmonats anregend und interessant fandet und vielleicht an der ein oder anderen Stelle noch einmal nachlest oder -hört. Für uns jedenfalls war der Themenmonat „Krieg und Frieden“ eine spannende Sache und wertvolle Erfahrung.

Eure theologiestudierende.de-Redaktion

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