Lesenswert #15 – Nachdenken über Krieg & Frieden

Unser Themenmonat „Krieg und Frieden“ neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Unser Ziel war es, gemeinsam mit Euch über Krieg und Frieden nachzudenken. Das, was wir lesen, formt unsere Gedanken, deshalb sind schon zwei Lesenwerts mit spannenden Texten erschienen. Max hat die Debatte in den Kirchen für uns zusammengefasst und ein Lesenswert befasste sich mit dem Gazakrieg und dem Kampf gegen den Islamischen Staat im Irak.

In diesem (vorerst) letzten Lesenswert unseres Themenmonats stellt Euch Philipp längere Nachdenktexte (#longreads) oder Denkschriften zum Thema vor:

Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen

So lautet der Titel der aktuellen Friedensdenkschrift der EKD (von 2007), deren Bedeutung für die gegenwärtige Debatte nicht unterschätzt werden darf. Denn offensichlich wird sie von ihren Lesern ganz unterschiedlich verstanden.

„Auch wer nicht die Position des unbedingten Pazifismus vertritt (also bereit ist, in jeder denkbaren Situation auf die Anwendung potenziell tötender Gewalt zu verzichten), sondern von einer vorrangigen Option für die Gewaltfreiheit ausgeht, wird, wenn er sich in einer äußersten Notsituation vor die Frage des Gewaltgebrauchs gestellt sieht, immer kritische Fragen stellen wie etwa diese: Gibt es dafür einen hinreichenden Grund? Sind diejenigen, die zur Gewalt greifen, dazu ausreichend legitimiert? Verfolgen sie ein verantwortbares Ziel? Beantworten sie ein eingetretenes Übel nicht mit einem noch größeren? Gibt es eine Aussicht auf Erfolg? Wird die Verhältnismäßigkeit gewahrt? Bleiben Unschuldige verschont?“

 

Widerstand?! – Evangelische Christinnen und Christen im Nationalsozialismus

Diese Online-Ausstellung über christliche Widerständler während des NS-Regimes ist einfach zugänglich, informativ und kann uns beim Nachdenken auch über heutige Konflikte helfen. Wie stellt sich ein einzelnes Individuum zum vermeintlich schicksalhaften Weltgeschehen?

„Allen Widerstandsformen aber ist eines gemeinsam: Das Handeln im Grenzbereich war immer auch ein Handeln im Zwielicht. Was aus heutiger Sicht, aus der Retrospektive so klar zu sein scheint, war für die Zeitgenossen häufig nicht eindeutig zu beurteilen. Im Raum standen die Fragen:

Was ist das aus dem christlichen Glauben heraus gebotene Verhalten? Wem gegenüber muss ich primär Verantwortung wahrnehmen? Welche christlichen Maßstäbe gelten?

Aus ihren unterschiedlichen Perspektiven heraus konnten und mussten Christinnen und Christen zu verschiedenen Einschätzungen kommen. Das verbietet einfache Schuldzuweisungen, aber auch einfache Entschuldigungen. Daher gilt es zu fragen:

Was brachte Einzelne dazu, sich gegen das Regime aufzulehnen? Was waren ihre Motive und Gründe? Wie wurden sie aktiv und was waren die Folgen dieses Tuns? Und: Warum blieben sie in der Minderheit?“

 

Wenn Geisteshelden Hurra rufen

Am Beginn des 1. Weltkrieges stimmten auch viele Intellektuelle in das Kriegsgeschrei ein. Darunter deutsche Geistesgrößen, die später davon nun wirklich nichts mehr wissen wollten. Jürgen Kaube schreibt in der FAZ ein kleines Feuiletton über die Rolle der Intellektuellen nicht nur im 1. Weltkrieg.

„Das alles mag man auch in späteren Zeiten wiedererkennen. Über Fatalismus, den Eindruck versperrter Zukunft, Orientierungslosigkeit, Illusionen, Lügen und betrogene Betrüger in der Politik lässt sich nach wie vor gut diskutieren. Dann rückt der Erste Weltkrieg ebenso nahe, wie wenn man in ihm den Beginn der Überforderung durch Technik oder das Ergebnis von Imperialismus erkennt.“

 

World Peace Game

Der Weltfrieden ist kein Spiel. Für viele Menschen dient die Chiffre ohnehin nur noch dazu, sich über vermeintliche Gutmenschen, Idealisten und Radikalpazifisten lustig zu machen. Dazu besteht kein Anlass, auch wenn man ihnen vielleicht nicht zustimmen möchte. Wie lernt man Frieden und wie hören wir auf, den Krieg zu lehren? Eine Antwort gibt John Hunter mit seiner Arbeit als Lehrer an US-amerikanischen Schulen und mit seinem TED-Talk.

Wenn ihr irgendwo einen guten Artikel gelesen habt, schickt den Link an lesenswert@theologiestudierende.de!

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