Lesenswert #11 Von Lutherbildern, Technik-Gottesdiensten und Spielkirchen

Diese Woche wieder eine kleine Auswahl von lesenswerten Links aus der letzten Zeit:

Die EKD hat ein ideologisches Luther-Bild

Thomas Kaufmann und Heinz Schilling sind ziemlich sauer über die EKD-Schrift zum Reformationsjubiläum:

„Es ist eine extrem einseitige Sicht der Reformation, die hier – vor allem aus dogmatischem Interesse – wiederbelebt wird. Ganz ähnlich wie in der „Luther-Renaissance“ der 1920er-Jahre zimmert man sich eine „religiöse“ Reformation, weil man mit ihr die Bedeutung der Religion in unserer Gesellschaft zementieren zu können meint.“

Ihre Kritik ist sicher nicht nur aus der Luft gegriffen. Auf der anderen Seite kann ich es verstehen, wenn die Kirche die religiöse Bedeutung der Reformation betont. Was denkt ihr?

Der interaktive Gottesdienst – ein erster Versuch

Sehr cool finde ich, was Vikar Wolfgang Loest hier probiert hat: Ein Gottesdienst, für den er vorher Statements per Internet gesammelt hat, die dann in Predigt und Fürbitten integriert wurden:

„In den knapp eineinhalb Tagen bis zur finalen Predigtvorbereitung bekam ich 39 Rückmeldungen, die allesamt sehr persönlich waren. Es ist unglaublich wie offen die Statements sind und ich freue mich, dass in der kurzen Zeit so viele sich getraut haben etwas über ihren Glauben zu schreiben.“

Eine schöne Idee.

Papierloser Gottesdienst

Auch Pfarrer Heiko Kuschel versucht sich (weiterhin) an der Vermengung von Traditionellem und Modernem. Er verwendet für Liturgie und Predigt ein Tablet statt Papier – und nutzt das Gerät parallel dazu, den Gottesdienst aufzunehmen:

„Ein klein wenig aufgeregt war ich schon vor dem Gottesdienst. Aber was soll ich sagen: Es lief hervorragend. Alles da, wo es sein sollte. Introitus perfekt lesbar. Alles super einsortiert. Aufnahme geklappt. Viele positive Rückmeldungen zur Predigt. So soll es sein, so kann es bleiben. Mach ich wieder so.“

„Nur“ spielen? Von wegen! Ein nicht wenig neidischer Blick nach Schweden

Um Kindertheologie ging es auf theologiestudierende.de ja schon mal. Jetzt weist Holger Pyka auf einen neuen Trend aus Schweden hin – Spielkirchen:

„In Schweden hat sich in den letzten Jahren eine andere Form Montessori-inspirierter religiöser Spielepädagogik etabliert, die mein Herz höher schlagen lässt: Über das Land verteilt bauen Gemeinden lekkyrkor, also „Spielkirchen“ – kleine, aber voll ausgerüstete Kirchen in Gartenhäuschengröße, in denen Kinder spielerisch kirchliches Leben nachahmen und einüben können. Dazu gehören aufwändig gestaltete Messgewänder in Kindergröße, kniehohe Altäre und suppentellergroße Taufschalen.“

Auf jeden Fall sehr niedlich.

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