Moment mal: selber bekennen

Letzte Woche war Judika. In meiner Heimatgemeinde war dies für lange Jahre der Sonntag, an dem Konfirmation war. In vielen Gemeinden ist das noch immer so. In anderen Gemeinden, wie auch inzwischen in meiner Heimatgemeinde findet die Konfirmation nach Ostern statt. So oder so, die Konfirmation ist ein wichtiger Schritt im Leben junger Christen. Sie werden als mündig anerkannt und bekennen sich als solche vor der Gemeinde zu ihrem Glauben.

Manchmal muss ich Schmunzeln, wenn mir wieder in den Sinn kommt, dass die Glaubensbekenntnisse, wie wir sie heute in den Gottesdiensten beten ursprünglich als Abgrenzung geschrieben wurden, als noch definiert werden musste, was es heißt Christ zu sein, als noch grundlegende Fragen geklärt werden mussten. Heute beten wir die Glaubensbekenntnisse, um unseren Glauben zu bekunden; nicht, wie wir glauben, sondern dass wir glauben. Wenn ich das Glaubensbekenntnis bete, dann schwebt da immer was mit, die Sorgen, Ängste und Nöte, die ich gerade habe, aber auch immer Dankbarkeit über das, was ich bin. Denn ich glaube doch daran, dass das woran ich glaube, mich durch mein Leben trägt. Und im Endeffekt ist es doch das, was ich bekenne, wenn ich das Glaubensbekenntnis bete. Mein Glaube trägt mich durch mein Leben.

Der Glaube ist nicht das Einzige, zu dem man sich bekennt. Ich bekenne, dass ich inzwischen über 30 bin und noch immer Die drei ??? höre; ich bekenne, dass ich mein Nutellabrot mit Butter unter der Nutella esse; ich bekenne, dass ich – obwohl ich weiß, was ein Abseits ist und es sogar erklären könnte – ich kein großes Interesse an Fußball habe. Wozu man sich bekennt, dazu steht man, da steht man dahinter.

Gestern war Palmsonntag, und so gerne ich diesen Sonntag im Kindesalter hatte, weil die Geschichte so wunderbar ist und wir im Kindergottesdienst mal laut sein durften, so traurig finde ich die Geschichte heute. Jesus kommt nach Jerusalem und so viele Menschen jubeln ihm zu, so viele Menschen freuen sich ihn zu sehen, Jesus Christus – Superstar; so viele Menschen bekennen sich an dem Tag zu ihm … aber für wie lang.

Selber bekennen … und dazu stehen.

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