Lesenswert #10: Baustellen, Karten und Rechtschreibkorrekturen

Gottes Reich ist keine Baustelle

Ulrich Wendel moniert die inflationäre Verwendung der Redewendung „Gottes Reich bauen“ Eine Redewendung, die wir alle schon zu oft gehört haben:

„Jesus war von Beruf Handwerker. Man kann ihm durchaus zutrauen, dass er etwas vom Bauen verstand. Doch als den Standard-Vergleich für Gottes Reich hat er nichts aus der Bildwelt des Bauens oder der Technik gewählt, sondern Bilder aus der Natur herangezogen. Bilder des Wachstums. Getreide, Sauerteig, Senfkorn, Wetter, Tageslauf … An zweiter Stelle steht die Bildwelt der Beziehungen.“

Das Reich Gottes kommt, ob wir uns beteiligen oder nicht; wir können es nicht selber „bauen“. Auf der anderen Seite können wir die Bedingungn für Wachstum optimieren: Die Pflanzen wollen gegossen werden!

1000s-1300s: Maps Before Maps

Auf retronaut.com gibt es eine faszinierende Sammlung von mittelalterlichen Karten zu bestaunen:

„Medieval maps from the 11th to the 14th centuries.“

Ein faszinierender Einblick in die Weltsicht des Mittelalters. Mir gefällt besonders, dass die Karten nicht nur Informationen vermitteln, sondern jede zugleich ein Kunstwerk für sich ist.

Lasst uns über Gott reden lernen!

Einen interessanten Text habe ich auf Glaubenstexturen gefunden. Ismael schreibt darüber, dass es unserer Zeit zunehmend schwerer fällt über religiöse Dinge zu sprechen:

Um die Christen in der Runde stand es nicht besser.

“Jesus ist Gott ” alles andere ist eine Lüge die euch ins verderben bringt !!! Die Bibel ist Gottes Wort !!!

schrieb jemand, ohne sich die Mühe zu machen, seinen Glauben zu erklären. Ein anderer bewies dagegen ein gerüttelt Maß an theologischer und philosophischer Bildung, überforderte seine Leser aber mit ellenlangen detaillierten Abhandlungen in einem Seminarstil, den ein Andersgläubiger niemals hätte nachvollziehen können.

Mir gefällt besonders das verwendete Einstiegszitat von Gregor von Nyssa.

Korrektur-Erheiterung

Für etwas theologischen Humor sorgt dieses mal Gerd Häfner. Er berichtet von einigen Stilblüten, die ihm die Rechtschreibkorrektur seines Schreibprogramms empfohlen hat:

„Es scheint nicht ausgeschlossen, dass das Korrekturprogramm zu viele Krimis schaut. So könnte sich erklären, dass es statt der Würdestellung die Würgestellung bevorzugt. Wahrscheinlich raucht es auch seltsames Zeug. Wie sonst ist zu erklären, dass es die Jüngerunterweisung durch eine Fußgängerunterführung ersetzen will und das Adjektiv nichtkultische in extremer Wortschöpfungskraft durch das Substantiv Nichtkuhtische. Was die Verneinung eines Kuhtischs ist, wird künftige Forschung vielleicht herausfinden.“

Schlagwörter: , ,

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.