Lesenwert #9 Kirche und Internet – passt das zusammen?

Engagement und Indifferenz

Die EKD hat Anfang März die fünfte große Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung veröffentlicht:

„Einstellungen zur Kirche, religiöse Prägungen und Tendenzen der Mitgliederentwicklung – alle 10 Jahre bittet die evangelische Kirche seit 1972 im Rahmen großer repräsentativer Studien Experten aus Sozialwissenschaft und Theologie zum Blick von außen auf die Institution und ihre Mitglieder. Der besondere Fokus der fünften Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (V.KMU) liegt auf folgenden Themen: Religiöse und kirchliche Praktiken als interaktives Beziehungsgeschehen. Mit wem tauschen sich Menschen aktuell über religiöse Themen aus? Welche kommunikativen Netzwerke gibt es in diesem Feld in oder neben der Institution Kirche? Welche Faktoren und Themen sind prägend, wenn es um die Kirche geht?“

Das ist ein umfassender und reichhaltiger Überblick über die Entwicklungen der Evangelischen Kirche. Besonders interessant sind die Erkenntnisse im Blick auf das Internet.

“aha…” Religiöse Online-Kommunikation ist irrelevant.

Alexander Ebel, der inoffizielle Internetexperte der Pfälzischen Kirche, reagiert auf diese Untersuchung der EKD und vergleicht sie mit seinen eigenen Erfahrungen mit Kirche im Netz:

„Jedenfalls drehte sich ein Fragenkomplex explizit um “Religiöse Kommunikation und ihre soziale Einbettung”. Demnach findet der Austausch über den Sinn des Lebens – wenn er denn überhaupt stattfindet; 56% der Evangelischen sprechen nämlich nie mit anderen über religiöse Themen – vor allem im persönlichen Nahbereich statt: mit dem Ehepartner (79%), Freunden (58%), Familie (53%). Nur 2% geben dafür “Online-Bekannte im Internet” an.“

Die EKD scheint schon danach zu fragen, was Internet und Kirche miteinander zu tun haben (könnten), ist aber manchmal auch undifferenziert und etwas ungeschickt im Umgang mit der Online-Welt. Auch lesenwert sind die Kommentare unter dem Blogeintrag.

Twitter: Internet ist auch für die Kirche wichtig

Hanno Terbuyken versucht für evangelisch.de, die Debatte über die KMU unter kirchlichen Twitter-Usern zusammenzufassen.

„Und dann war da noch die Frage, ob „online“ und „offline“ eigentlich scharf trennbar sind. Denn „zu Hause“ oder „bei anderen Gelegenheiten“ kann natürlich auch heißen: via Internet.“

 

Pfarrer auf Facebook: eine Anleitung

Mal noch ein allgemeiner Lesetipp: Manon Priebe hat für evangelisch.de mal aufgeschrieben, was für Chancen und Grenzen Pfarrer auf Facebook haben:

„Eines ist ganz wichtig: Authentizität! Dazu zählen der echte Name und ein Profilbild mit Wiedererkennungswert. Gibt man „Pfarrer“ als Beruf an, signalisiert man, dass das Profil auch beruflich genutzt wird. Man kann auch schreiben, dass man beruflich auf Facebook ist und für Fragen offen.“

Der Artikel ist schon etwas älter, aber immer noch ein nützlicher Denkanstoß für den (dienstlichen) Umgang mit Sozialen Netzwerken.

theologygrams

Zum Schluss noch etwas zum Schmunzeln und Nachdenken.Vielleicht kennt der eine oder andere von euch theologygrams schon:

„Theology + Diagrams = This Blog“

Ganz hervorragende Idee, die immer noch regelmäßig aktualisiert wird.

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