Mehr von Gott reden

Dieser Text ist vor dem Hintergrund der Debatte um den Bildungsplan in Baden-Württemberg entstanden.

Gehet hin und machet zu Heterosexuellen alle Völker
So heißt es nicht
heißt es nicht
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst?
Sollten wir nicht mehr von Gott reden
und weniger über Homosexualität?

Haben wir ein menschliches Vorbild
außer dem göttlichen
Jesus Christus?
Sollen wir uns ein Vor-Bild machen
von der heiligen heterosexuellen Ehe
die Luther wohlwissend um ihre Zerbrechlichkeit
entsakramentisiert hat?
Sollen wir uns ein Bildnis machen?
Werten über besser oder schlechter?
Können wir gut und böse überhaupt unterscheiden?
Dürfen wir urteilen über die Liebe unseres Nächsten?
Lieben wir unseren Nächsten?

Wir wissen
Gott ist größer
als unsere Vernunft
als unsere Vorbilder
als unsere Bildnisse
und unsere Urteile
Sollten wir nicht mehr von Gott reden
und weniger über Heterosexualität?

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14 Kommentare anzeigen

  1. Tobias Menges

    Wenn sie ihren Text als THEOLOGIE!-Studierende wirklich ernst meinen, dann vollends gute Nacht evangelische Kirche. Was mit dem Grundsatz sola scriptura begann, wird sich dann im postmodernen Grundsatz „totaler Subjektivität“ auflösen. Hier wird Nächstenliebe in den Slogan der 68iger um gedeutet: „Kann Liebe Sünde sein?“ und die Liebe zu Gott unmöglich, weil Gott so unfassbar und individuell erfahren wird, dass nichts wirkliches mehr über ihn ausgesagt werden kann, vor allem nicht das, was explizit als Selbstoffenbarung Gottes in der Schrift dokumentiert ist. Man darf gerne so glauben, aber bitte nicht im Namen Christi. Jesus lehrte Nächstenliebe, und auf der Grundlage gilt es allen Menschen zu begegnen, und sie nicht mit Steinen zu bewerfen. Und er lehrte eine Sexualmoral, die jegliches sexuelle Begehren ausserhalb der Ehe zwischen Mann und Frau – ja schon das Begehren – als Sünde definierte, deshalb entließ er die Frau mit den Worten: Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr. Jünger Jesu zu machen und sie alles halten zu lehren was Jesus befohlen hat, beinhaltet auch das Lehren und Leben einer Sexualethik die ihre Begründung in Schöpfungsordnung hat, die den Menschen als im Bilde Gottes – als Mann und Frau – geschaffen sieht. Wer das nicht verkündigt, darf das gerne tun, aber bitte nicht im Namen Jesu, denn du sollst den Namen deines Gottes nicht missbrauchen.
    Ich verstehe ihren Text als lautes Denken und nicht als abgeschlossenes Beziehen einer Position, deshalb schreibe ich.

  2. Marike

    Frau Edel-
    mit Verlaub,
    ich finde ihren Text wunderbar!

  3. Paul Haverkamp

    Humanität ist wichtiger als Legalismus und Dogmatismus!

    Gottes Liebe, Barmherzigkeit und Menschlichkeit ist größer als alle Maßstäbe, die eine von Menschen formulierte Naturlehre zum Ausdruck zu bringen vermag. Ein jeder, der für sich gegenüber einem religiös Andersdenkenden das Recht beansprucht, etwas nicht „im Namen Jesu´“ verkünden zu dürfen, ist Gefangener eines religiösen Bildnisses, das Andersglaubende als Außenseiter definiert bzw. als religiös minderwertiger deklariert – versehen mit dem Stempel des religiösen Irrglaubens und der Häresie. Eine solche Person sitzt in ihrem „Glaubens-Mausoleum“ und versucht – wie zynisch und antijesuanisch ist das! – Glaubenswissen zu verteidigen, das für „seine Person“ vielleicht hilfreich sein mag zur Gestaltung seines Alltages, jedoch verbietet es sich, diese persönliche Glaubenssicht mit einem unumstößlichen Wahrheitsanspruch zu versehen, also seine eigenen Glaubenssätze zu einer norma normans auszugestalten!

    All diejenigen, die mit einem Ausschließlichkeits- bzw. Endgültigkeitswissen bzw. –glauben daherkommen, haben sich ein „Bildnis“ gemacht. Doch spätestens seit M. Frisch wissen wir, dass wir uns kein Bildnis machen sollen, da diese Bildnis nur dazu dienst, unsere eigenen Maßstäbe anderen aufzuoktroyieren, andere Menschen zu diskriminieren, sie im Endeffekt ihrer menschlichen Würde zu berauben mit dem Ziel der Auslöschung ihrer Existenz. Die „Andorra“-Erfahrung ist nicht nur eine, die auf den zwischenmenschlichen Bereich, sondern auch auf den religiösen Bereich anzuwenden ist: Vor-Urteile tragen nicht nur den Kern des Inhumanen in sich

    Für Jesus ist der Wille Gottes nicht einfach identisch mit dem geschriebenen Gesetz und erst recht nicht identisch mit dem der das Gesetz auslegenden Tradition. Jesus hat sich immer einem blinden Legalismus widersetzt. So sehr das Gesetz den Willen Gottes künden kann, so sehr kann es – darauf hat Jesus immer wieder aufmerksam gemacht – auch Mittel sein, um sich hinter ihm gegen Gottes Willen zu verschanzen.

    Fern aller Kasuistik und Gesetzlichkeit ruft Jesus den Einzelnen zum Gehorsam gegen Gott auf, der das ganze Leben umfassen soll. Jesus ruft seine Mitmenschen immer wieder auf, jedem kasuistischen Kompromiss sich zu entziehen und sich entschlossen und rückhaltlos dem Willen Gottes zu stellen.

    Gott begegnet mir – nicht ausschließlich, aber weil ich selber Mensch bin, primär – im Mitmenschen und erwartet dort meine Hingabe.

    Die Sache Gottes ist nicht das Gesetz, sondern der Mensch. Der Mensch tritt an die Stelle der verabsolutierten Gesetzesordnung. Humanität ist wichtiger als Legalismus und Dogmatismus. Die Verletzung der Humanität des Menschen versperrt den Weg zum wahren Gottesdienst. Zwar ersetzt der Menschendienst nicht den Gottesdienst. Aber der Gottesdienst entschuldigt nie vom Menschendienst: Er bewährt sich im Menschendienst. Echter Gottesdienst ist auch immer schon Menschendienst und echter Menschendienst ist immer auch schon Gottesdienst.

    Paul Haverkamp, Lingen

  4. Tobias Menges

    Herr Haverkamp, wie kommt es das SIE wissen, was der Wille Gottes ist, dem es sich gilt ganz und gar hinzugeben, ich das aber nicht wissen kann, da doch Gott soviel größer ist? Wenn sie auch glauben, dass sich Gott nicht nur, aber vor allem in Jesus Christus geoffenbart hat, warum nehmen wir dann nicht die Bergpredigt ernst? Die Güte und Menschliebe Gottes, die in Jesus Christus unzweifelhaft erschienen ist, ist nicht deshalb so großartig, weil damit alle ethischen Maßstäbe und ideale abgeschafft worden wären, sondern weil uns Gott in Christus vergibt (für was, mit Verlaub?) und befähigt in Freiheit seinem Willen entsprechend zu leben.

    • Paul Haverkamp

      Sehr geehrter Herr Menges!

      1. Sie haben meinen Artikel vollkommen falsch verstanden, wenn Sie daraus den Schluss ziehen, ich für meine Person wisse, was der Wille Gottes ist. Mit Anselm v. Canterbury bin ich der Meinung, dass Gott derjenige ist, „worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden kann“. Meine Leitlinie für das Erkennen des Willen Gottes ist die Botschaft des Jesus von Nazareth.

      2. Ich stimme mit Ihnen jedoch darin überein, dass wir viel intensiver über die Bergpredigt bezüglich der Ausgestaltung unseres Alltags nachdenken sollten. Das ist meine Position seit Jahrzehnten. Denn wir haben in der Kirchengeschichte den Menschen Jesus seit Jahrhunderten marginalisiert; stattdessen haben wir ihn – spätestens seit Paulus – dogmatisiert als der Jesus, der für unsere Sünden gestorben ist. Die Sühneopfertheologie trägt dazu bei und ist seit Jahrhunderten wesentlich Schuld daran, dass wir in den Kirchen den Jesus von Nazareth „ent-jesuanisiert“ haben. Jesus hat keine Dogmen – geschweige denn Konzilsbeschlüsse herbeiführen wollen – , sondern fühlte sich ausschließlich der Nähe zu seinen Mitmenschen und der Nähe zu seinem Vater im Himmel verantwortlich!

      3. Einen Ausweg aus der gegenwärtig so sehr beklagten Glaubens- und Kirchenkrise sehe ich einzig und allein darin, dass wir wieder zu einer Rückkehr zu den jesuanischen Quellen kommen. Und bei diesen Quellen spielt die Bergpredigt eine zentrale Rolle. Die paulinische Theologie hat seit zwei Jahrtausenden diesen Blickwinkel konsequent verstellt! Jesus verkündete – lt. den Synoptikern – theozentrisch das Reich Gottes. Paulus hat daraus eine christozentrisch ausgerichtete Theologie des Gekreuzigten und Auferstandenen werden lassen. Diese Kehrtwendung hat die Entfremdung zum Jesus von Nazareth begründet! Die frühen Konzilien des 4. und 5. Jahrhunderts haben mit ihren Aussagen ihren Teil dazu beigetragen!

      • Christopher

        zu 2 und 3) Ich wäre sehr vorsichtig damit, den paulinischen Jesus gegen die Jesusse der Evangelien ausspielen zu wollen. Mir scheint das weder geboten, noch theologisch verantwortbar zu sein. Stattdessen sollte die Rechtfertigung durch den Tod Jesu, von der Paulus schreibt, verbunden werden mit der Heiligung des Lebens, wie es uns in der Darstellung und in der Verkündigung Jesu in den Evangelien begegnet. Denn das eine kann ohne das andere nicht sein.

  5. Tobias Menges

    Sehr geehrter Herr Haverkamp,
    Danke für ihre gute Antwort und Bereitschaft zur ernsthaften Auseinandersetzung. Darin deuten sie an, dass sie (im Gegensatz zu den Kirchenvätern) wohl nur geringe Teile des neuen Testamentes als authentisch christlich (auf Christus zurückgehend) betrachten, und über die wahren Absichten Jesu bessere Erkenntnisse haben, als die ersten Generationen von Christen, die aufgrund in ihrer Überzeugung z.B. von der Gottheit Jesu Christi zu Märtyrern wurden. Das sehe ich anders, mit der Begründung, dass der ersten Generation von Christusnachfolgern und ihren Jüngern mehr Glauben zu schenken ist, als den Ergebnissen hermeneutischer Methoden die erst 1800 Jahre später erfunden wurden. Nichts destotrotz haben wir eine gemeinsame Gesprächsgrundlage, wenn wir in unserem Gespräch vom kleinsten gemeinsamen Nenner ausgehen und uns auf die Aussagen Jesu in den Evangelien beschränken. Frage: Halten sie die Worte:
    „Von Anbeginn der Schöpfung hat Gott sie geschaffen als Mann und Weib. Darum wird der Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen, und werden die zwei ein Fleisch sein. (…) Was denn Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“ in Mk10 für eine authentische Aussage Jesu? Wenn Nein: Wie kommen sie zu dem Schluß? Wenn ja, stimmen wir darin überein, dass Jesus hier eine ethische Bewertung trifft, die er gleichzeitig als Willen Gottes bezeichnet? Sollten sie allerdings nur die Bergpredigt als authentisch Jesuanisch anerkennen, wie sehen sie dann z.B. Mt5:28ff, wo Jesus jegliches sexuelle Begehren außerhalb einer Ehe zwischen Mann und Frau verurteilt? Aufgrund dieser Aussage sind z.B. bisexuelle und polyamore Beziehungen gegen Gottes Willen, wie er ihn in der Botschaft Jesu von Nazareth offenbart. Damit möchte ich aufzeigen, dass Jesu Botschaft in der Bergpredigt sich nicht auf Feindesliebe beschränkt. Leider sind konservative Christen sind geneigt die Warnung Jesu gegen das Richten (Mt 7,1-5) zu missachten. Aber gibt es nicht einen Unterschied zwischen dem Verurteilen von Menschen, und dem Lehren ethischer Weisung wie es Jesus auch tat?

    Das Jesu Bild vom breiten und vom schmalen Weg gilt es im Auge zu behalten. Im Namen der Humanität, in einem antropozentrischen Weltbild, mag alles erlaubt sein was sich gut anfühlt. Das ist aber nichts anders als Nachfolge Jesu als einen sehr breiten Weg zu umschreiben. Wo der hinführt, hat Jesus deutlich gemacht.
    Und noch zur Sühnetheologie, die sie als paulinisch bezeichnen. Frage: Feiern sie eigentlich Abendmahl? Wenn, was meinte Jesus, als er das erste Abendmahl feierte und sagte: „Das ist mein Blut, das für viele vergossen wurde.“?

    Die Moderne und dann vor allem die Postmoderne haben die Abkehr vom volkskirchlichen Namenschristentum zur Folge. Ich bin überzeugt, dass die Zukunft der Kirche eben nicht darin liegt, den Weg der Nachfolge Jesu NOCH breiter zu machen, in dem man in den ethischen Grundlinien dem Zeitgeist hinterher hechelt. Die Antwort ist nicht der Weg der billigen Gnade (Boenhoeffer), sondern Nachfolge Jesu bedeutet, das von Jesus gehörte Wort zu tun, und damit sein Leben auf Fels zu bauen.

    • Paul Haverkamp

      Sehr geehrter Herr Menges!

      Mit drei Punkten möchte ich auf Ihre Antwort eingehen:

      1. Ich unterscheide sehr streng zwischen „christlich – auf Christus zurückgehend“ und „jesuanisch“ – auf Jesus von Nazareth zurückgehend. Wenn mein Eindruck nicht trügt, verwenden Sie beide Begriffe ohne Unterscheidung. Die christliche Botschaft der vier Evangelien ist durchzogen von einem den jeweiligen Evangelisten eigenen theologischen Standort und der Berücksichtigung ihres jeweiligen Adressatenkreises. Die jeweiligen Evangelisten haben eben auch ihr ureigenes „erkenntnisleitende Interesse“. Es ist in der Tat sehr schwer im Nachhinein unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten herauszufinden, welche Texte/Sätze in ihrer unbestreitbaren Authentizität auf den Wandercharismatiker Jesus von Nazareth zurückzuführen sind. Führende Bibelexegeten kommen zu sehr unterschiedlichen Urteilen. In der Tat glaube ich daran, dass die Worte der Bergpredigt eine zumindest hohe geistige Nähe zur Einstellung des Jesus von Nazareth aufweisen. Zudem glaube ich, dass das Vaterunser ebenfalls von dieser Nähe gekennzeichnet ist.

      2. „Christologische Aussagen“ sind eben die nachösterlichen theologischen Interpretamente, wie sie vor allem Paulus vorgenommen hat – aber natürlich auch die Evangelisten (s.o.). Ob diese Interpretamente tatsächlich immer eine „jesuanische Legitimation“ beanspruchen können – das lasse ich mal dahingestellt sein.

      3. Eine Ableitung von angeblichen oder tatsächlichen Jesus-Worten bezüglich einer Verifizierung oder Falsifizierung von Moralkategorien der Gegenwart ist aus obigen Gründen durchaus schwierig und ambivalent. Auch Jesus von Nazareth war eben auch in seinen ethischen und moralischen Ansprüchen „ein Kind seiner Zeit“. Über viele Zitate aus der Bibel zur Rolle bzw. Gleichberechtigung der Frau, zu Vorstellungen von Ehe und Familie kann man – unter heutigen Prämissen der Aufklärung, der Grund- und Menschenrechte, demokratischer Verfassungen, u.a.m. – eben sehr wohl anderer Ansicht sein. Dass hier jeder für seine Sicht der Dinge streitet, ist selbstverständlich. Zugleich möchte ich darauf hinweisen, dass viele „Zitate“ von Jesus unter der theologischen Prämisse der von Jesus verkündeten unmittelbar bevorstehenden Parusie einzuordnen sind!

      • Tobias Menges

        Sehr geehrter Herr Haverkamp,

        Nach ihrer letzten Ausführung bleibt von ihrem leidenschaftlichen Hinweis auf Jesu Beispiel im Tun des Willen Gottes herzlich wenig übrig. Nichts genaues weiss man nicht, und über das, was man weiss, darüber sind sich alle anderer Meinung.
        Frage: Wenn sie das Vater unser beten und zu der Stelle kommen: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“ Was genau, stellen sie sich unter dem Willen Gottes vor? Woher kennen sie ihn?
        Ich für meinen Teil bin überzeugt, dass Jesu Worte Kultur und Generationen überschreitende ethische Weisung enthalten, als Teil der Offenbarung des Wesens und Willens Gottes. Diese Worte Jesu zu verkünden halte ich für den Auftrag, der im kommentierten Text verfremdet wird. Das war das Anliegen meines ursprünglichen Kommentars, auf Jesus von Nazaret, den Christus, den Herrn der Herren, als den Weg die Wahrheit und das Leben, auf den, der kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten hinzuweisen. Wenn Jesus nicht DIESER Jesus ist, welche Relevanz hat er heute dann noch? Wenn es aber dieser Jesus ist, in dem Gott Mensch wurde und den Weg zum Vater zeigte, dann lasst uns in seinem Namen bitten: und vergib uns unsre Schuld, wir wir vergeben unsern Schuldigern. Amen

        • Paul Haverkamp

          Sehr geehrter Herr Menges!

          Sie schreiben in Ihrer letzten Einlassung u.a.:

          „Ich für meinen Teil bin überzeugt, dass Jesu Worte Kultur und Generationen überschreitende ethische Weisung enthalten, als Teil der Offenbarung des Wesens und Willens Gottes. Diese Worte Jesu zu verkünden halte ich für den Auftrag…“

          Lieber Herr Menges, besser hätte ich es nicht formulieren können – ich stimme diesen Ihren Worten ohne Wenn und Aber zu!

          Abschließend möchte ich mich für Ihre Einlassungen bedanken – vielleicht begegnen wir uns in einem Forum ja wieder.

          Paul Haverkamp, Lingen

    • Christopher

      Ihre Auslegung von Mt 5,28 ist mehr als fragwürdig und Ihre Bonhoeffer-Deutung höchst zweifelhaft. Ich bin mir nicht sicher, ob Sie seine Rede von billiger und teurer Gnade und seine Forderung nach unbedingtem Gehorsam auch nur im Ansatz begriffen haben. Vielleicht hilft es Ihnen, zusätzlich zur Nachfolge auch noch seine Manuskripte zur Ethik zu lesen. Die beiden Schriften scheinen sich oft gegenseitig zu interpretieren.

  6. stud.

    Ich würde mir etwas mehr Sorgfalt bei der inhaltlichen Erarbeitung wünschen. Wohl ist die Ehe für Luther kein Sakrament, aber BSLK 612 liest, kann dort auch finden, dass Luther die Ehe einen göttlichen Stand nannte. So einfach also ist es mit Luther nicht.
    Und ihn als Reverenz anführen, nur weil man ein Zitat aus dem Zusammenhang reißt, zeugt nicht von guter Arbeit.

    • Christopher

      Über den Satz mit der Ehe bin ich auch gestolpert. Luther hat sie nicht deshalb „entsakramentisiert“, weil er um ihre Zerbrechlichkeit wusste (wusste er denn wirklich um sie?). Sondern weil die Ehe schlichtweg nicht Luthers objektive Kriterien erfüllte, Sakrament zu sein. Sie hat biblisch zwar das Gebot, aber kein Zeichen und keine Gnadenverheißung.

      Die Ehe ist ein von Gott eingesetzter Stand, ja, aber man kann die konkrete Ausformung des Standes durchaus hinterfragen als zeitgeschichtlich wandelbar. Schließlich ist ja auch die Obrigkeit ein Stand – doch welche ist damit gemeint? Die Monarchie? Die parlamentarische Demokratie? Diktatur?

      Aber es stimmt, die Antwort ist nicht einfach.

  7. Gast

    Dürfen wir urteilen über die Liebe unseres Nächsten?

    Selbstverständlich, bzw. der Herr tut es sowieso, denn er hat doch gesagt: „Was ihr einem dieser meiner Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.“ Nächstenliebe kann man nur leben (im Heiligen Geist). Warum gibt es so etwas so selten hier in Deutschland?

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