Lesenswert #7 Kampfroboter und die Zukunft des Pfarrberufs

O Gott, was kommt da auf mich zu?

Das ist schon etwas älter, aber trotzdem noch brandaktuell. Hannes Leitlein stellt aus der Perspektive eines Theologiestudenten die Frage nach der Zukunftsfähigkeit der Kirche:

Die Kirche muss nicht auf alle Fragen eine Antwort parat haben. Antworten zu haben wäre auch nicht zeitgemäß. Aber die Kirche sollte doch zumindest wieder anfangen, Fragen zu stellen.

Diese Fragestellung treibt mich im Moment auch herum. Gerade für uns Theologiestudierende ist die Situation ärgerlich. Es stellt sich die Frage: Wollen wir uns das antun, unser Leben für diese Kirche zu investieren?

Wir Analog-Natives hatten ja nichts

Knut Dahl reagiert auf pastorenstueckchen.de auf letzteren Artikel:

Als es dann soweit war, wollten die mich nicht. “Stellen sie sich auf eine Zukunft als Taxifahrer ein”, sagte mir der damalige Superintendent bei dem ich mich auf die Landesliste der Theologiestudierenden eintrug. Auch gut, dachte ich mir, denn damals mochte ich das Autofahren noch.

Diese Einstellung der Landeskirchen, dass sie uns einen Gefallen tun, wenn sie uns bei sich Pfarrer werden lassen, findet sich auch heute noch mancherorts. Dabei ist es inzwischen umgekehrt: Die Kirchen brauchen uns.

Ämterhäufung

Noch etwas ganz anderes zum Pfarrerbild von Daniel Renz:

Funktionsbezeichnungen bzw. Berufe werden unter der Hand zu Ämtern und Titeln, die mit den Namen als besonders wichtig gekennzeichneter Mitarbeiter(innen) verschmelzen. Welch ein Widerspruch zum evangelischen »Priestertum aller Glaubenden«.

Das ist doch ein Ansatz für eine zukunftsfähige Kirche. Die Rolle des Pfarrers als unverzichtbarem Amtsträger muss langfristig deemphasiert werden. Das meiste, was wir Theologen machen, können manche „Laien“ mindestens genauso gut, manchmal sogar besser. Das sollte auch formal honoriert werden.

Philosophie vs. Kampf-Roboter

Noch etwas lockeres zum Schluss, ein Comic von Johannes Kretzschmar. Unbeding lesenwert, schon allein wegen der Überschrift:

Wenn man bedenkt, wie lange sich die Menschheit schon Gedanken über maschinelle Intelligenz macht, ist es doch erstaunlich, dass in Anbetracht der dabei entstehenden dystopischen Gedankenspiele über die Vernichtung durch übermächtige Maschinenwesen so etwas harmloses am Ende dabei herauskommt.

Hegel-Bot gegen Gödel-Bot.

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