Adventskalender 2013 – zusammengefasst

In der vergangenen Adventszeit hat theologiestudierende.de einen Adventskalender realisiert, bei dem verschiedene Autor_innen mitgewirkt haben. Jeden Tag wurde ein Beitrag geteilt, ein Türchen geöffnet.

Damit nicht alle Beiträge verschwinden, stellen wir hier noch einmal eine Sammlung aller Beiträge vor, die ihr euch auch außerhalb der Weihnachtszeit ansehen dürft.

01

Dezember-Psalm

Mit fester Freude
lauf ich durch die Gegend,
mal durch die Stadt,
mal meinen Fluss entlang.
Jesus kommt,
der Freund der Kinder
und der Tiere.

Ich gehe völlig anders,
ich grüße freundlich,
möchte alle Welt berühren.
Mach dich fein,
Jesus kommt.

Schmück dein Gesicht,
schmücke dein Haus
und deinen Garten.
Mein Herz schlägt ungemein,
macht Sprünge,
mein Auge lacht
und färbt sich voll mit Glück.
Jesus kommt.
Alles wird gut.

– Hanns Dieter Hüsch –

Der heutige Beitrag wurde beigesteuert von Sabeth.

02

Foto: Corinna Sperlich

Foto: Corinna Sperlich

Ich bin eine Prinzessin.
Ja, das bin ich.
Ich komme aus keinem Märchen und ich wohne auch nicht in einem Schloss.
Aber ich bin Kind des Königs.
Des Königs auf dessen Ankunft wir im Advent warten.
Deswegen bin ich eine Prinzessin.

Der heutige Beitrag wurde eingereicht von Corinna.

03

Heute gibt es einen kleinen Kurzfilm von Pixar:

http://www.orschlurch.net/2012/11/02/la-luna-kurzfilm-von-pixar/

Eingereicht von Ebba.

04

Licht

Ich versuche jedem zu gefallen. Ich versuche das zu sein,
was man von mir erwartet.
Ich will für andere da sein.

Ich will, dass es jedem gut geht.
Ich fühle mich für jeden verantwortlich.
Denke, wenn ich es nicht mache,
wer dann?
Will keinen um Hilfe bitten,
es keinem erzählen.
Ich will jedem helfen
und mache mich dabei selbst kaputt.
Ich will Gott gefallen.
Will das tun, was Jesus vorgelebt hat.
Ich mache keine Pause,
gehe immer weiter…
Doch ich bin müde.
Ich mache mir eine Kerze an.
Ich schaue direkt in die Flamme.
Sehe, wie sie sich bewegt,
wenn ich atme.
Um mich herum ist es dunkel.
Ich sehe nur das Licht der Kerze.
Die Flamme zittert,
so wie ich.
Doch langsam bereitet sich das Licht aus,
ich nehme es in mir auf.
Das Licht dringt in mein Herz.
Mir wird warm und ich erkenne:
Egal, was ich tue,
egal, wer ich bin,
das Licht scheint nur für mich.
So wie Gott seinen Sohn schickte,
um genau mich zu retten.
Langsam wird mir klar:
Ich muss nichts für Gott tun,
er tut trotzdem alles für mich,
er gab alles für mich,
er liebt mich, so wie ich bin.
Ich schaue die sich beruhigende Kerze an.
Auch ich werde ruhig.
Ich merke, wie Gott bei mir ist.
Eine kleine Träne rollt an meinen Wangen herunter und während die Kerze zu Ende brennt,

fange ich an zu beten.
Ein letztes Flackern der Kerze.
Dann ist es dunkel.
Die Kerze ist ausgebrannt.
Doch das Licht,
das Jesus in diese Welt brachte,
wird für immer in meinem Herzen sein.

Eingereicht von Lena.

05

Heute gibt es ein kleines, kurzweiliges Computerspiel: http://www.molleindustria.org/runjesusrun/run_jesus_run.html

Run, Jesus, Run!

Eingereicht von Max.

06

Eine der weniger bekannten Legenden rund um den Bischof von Myra, den heiligen Nikolaus, ist die Auferweckung dreier Scholaren. Die fahrenden Studenten kehren auf ihrer Reise nach Athen in einer Herberge ein. Dort werden sie vom Wirt und seiner Gattin ermordet, zerstückelt und in Salz gepökelt. Der heilige Nikolaus sucht das Gasthaus als Bettler verkleidet auf und verlangt nach gepökeltem Fleisch. Auf diese Weise bei ihrer Missetat ertappt, geben die Wirtsleute die Morde zu. Auf das Gebet des Nikolaus hin erweckt Gott die drei Studenten wieder zum Leben.

Wo wir Herberge nehmen, können unsere Lebensgeister ersticken. Eltern, Lehrer, Freunde versprechen Gemütlichkeit. Das Neue tritt uns in Gestalt der Armen, Fremden, Ausgestoßenen entgegen. In unsicherer Zeit können wir nicht beim Alten verharren, um zum Leben zu kommen. Unsere Bruchstücke werden ganz auch ohne die Hilfe des Vaters und der Mutter und der Lehrer im fernen Athen.

Eingereicht von Philipp.

07

Hans-Christian liest heute ein Gedicht von Edgar Allan Poe: „Der Rabe“

 

08

Auch heute gibt es wieder ein kleines Gedicht, „Advent“ von Loriot. Gelesen und eingesendet von Eva-Katharina:

 

09

Begebenheit

Es begab sich aber zu der Zeit,
da die Bibel ein Bestseller war,
übersetzt in mehr als
zweihundert Sprachen,
dass alle Welt sich fürchtete:
vor selbstgemachten Katastrophen,
Inflationen, Kriegen, Ideologien,
vor Regenwolken, radioaktiv,
und Raumschiff-Flotillen,
die spurlos verglühn.
Als die Menschenmenge auf dem Wege war,
ungeheuer sich vermehrend,
hinter sich die
Vernichtungslager der Vergangenheit,
vor sich die
Feueröfen des Fortschritts,
und alle Welt täglich
geschätzt und gewogen wurde,
ob das atomare Gleichgewicht stimmt,
hörte man sagen:
Lasst uns nach Bethlehem gehen.
– Arnim Jure –
Eingereicht von Sabeth.

10

Heute etwas zum Schmunzeln und Nachdenken (aus dem Buch „luja! Witze und Anekdoten zur Bibel“ von K.F. Ulrichs)

Matthäus 5,3: Im Religionsunterricht – es muss in den fünfziger oder sechziger Jahren gewesen sein – sollen die Seligpreisungen auswendig gelernt werden. Reihum soll eine Seligpreisung aufgesagt werden; es geht schon mit einem Schnitzer los, als Michael sagt: „Selig sind die armen Geistlichen, denn ihrer ist das Himmelreich.“

Matthäus 25,1-13: Eine Pastorenkonferenz besucht den Magdeburger Dom; die Herren möchten dabei auch einen Blick in das berühmte Paradies werfen, einen mittelalterlichen Raum, in dem Trauungen vorgenommen wurden. Zum reichen Schmuck des Paradieses gehören Statuen der fünf törichten und fünf klugen Jungfrauen. Die Pastoren hatten allerdings Pech; das Paradies ist verschlossen. An der Tür ist auf einem Zettel zu lesen: „Wegen Restauration der Jungfrauen ist der Zugang zum Paradies nur eingeschränkt möglich.“ Die erheiterten Pastoren hatten dafür Verständnis.

Markus 4,1-9: Der Pfarrer predigt über Jesu Gleichnis vom Säman. Ein Bauersknecht hört aufmerksam zu. Nach dem Gottesdienst wird er vom Bauern im Wirtshaus gefragt, worüber der Pfarrer denn gepredigt habe. „Über Landwirtschaft. Aber er versteht nichts davon.“

Johannes 15,5: Als Organist an der Lübecker Marienkirche und Komponist erwarb sich Dietrich Buxtehude großes Ansehen. In seinem eigenen Kirchenchor, dessen musikalische Qualitäten er geringschätzte, hatte er allerdings keine Bewunderer. Im Verlauf der Jahre und der Streitigkeiten wuchs sein Ärger. Als er eine Kantate zum auf Joh 15,5 anspielenden Text „Wir können nichts tun ohne die Gnade des Herrn“ zu schreiben hatte, nahm er Rache. Diese Zeile komponierte er als Fuge. Nun bekannten zum Amusement der Zuhörer zunächst die Bässe: „Wir können nichts, wir können nichts!“ Das gaben auch die Tenöre zu: „Wir können nichts, wir können nichts!“ Und das gleiche Geständnis folgte von Alt und Sopran, bevor alle Stimmen sich vereinigten: „Wir können alle nichts!“

Eingereicht von Corinna.

11

Besinnlicher Advent?

besinnliche Adventszeit.doc [Kompatibilitätsmodus] 2013-12-11 08-11-50

 

Eingereicht von Stefan.

12

Heute dürft ihr einmal den Schlitten des Weihnachtsmannes fliegen: http://1.s3.envato.com/files/72020724/index.html

Eingereicht von Max.

13

Heute gibt es mal eine etwas andere Krippe zu bewundern:

Eingereicht von Heye.

14

Heute hat Ebba einen kleinen Kurzfilm eingereicht.

15

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranze, den wir gewunden,
dass er uns leuchte sehr
durch dunkle Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz, welch Schimmer!
Und so leuchten wir.
Und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und, der in Händen sie hält,
weiß um den Segen.

von Hermann Claudius

Eingereicht von Eva-Katharina.

16

Die Weihnachtszeit ist auch immer die Zeit der Jahresrückblicke. Viele Trends verbreiten sich über YouTube, so gibt es heute einen sehr amüsanten, wenn auch weniger weihnachtlichen Beitrag:

Eingereicht von Heye.

17

strip_1683

Eingereicht von Heye.

18

Hingabe
Meistens wird Gott
ganz leise
Mensch
die Engel
singen nicht
die Könige gehen vorbei
die Hirten bleiben
bei ihren Herden
meistens wird Gott
ganz leise Mensch
von der Öffentlichkeit
unbemerkt
von den Menschen
nicht zur Kenntnis genommen
in einer kleinen Zweizimmerwohnung
in einem Asylantenwohnheim
in einem Krankenzimmer
in nächtlicher Verzweiflung
in der Stunde der Einsamkeit
in der Freude am Geliebten
meistens
wird Gott
ganz leise Mensch
wenn Menschen
zu Menschen
werden
– Andrea Schwarz –
Eingereicht von Sabeth.

19

Die Weihnachtsgans

von Heinz Erhardt

Tiefgefroren in der Truhe
liegt die Gans aus Dänemark.
Vorläufig lässt man in Ruhe
sie in ihrem weissen Sarg.
Ohne Kopf, Hals und Gekröse
liegt sie neben dem Spinat.
Ob sie wohl ein wenig böse
ist, dass man sie schlachten tat?
Oder ist es nur zu kalt ihr,
man siehts an der Gänsehaut.
Na, sie wird bestimmt nicht alt hier
morgen wird sie aufgetaut.
Hm, welch Duft zieht aus dem Herde,
durch die ganze Wohnung dann.
Mach, dass gut der Braten werde –
Morgen kommt der Weihnachtsmann

Dazu gibt es noch einen kleinen Kochkurs:

Eingereicht von Almut.

20

Heute am Freitag vorm 4. Advent gibt es ein kreatives, lustiges und anregendes Weihnachtsliedermedley von den PianoGuys. Viel Spaß beim Anhören und – hier lohnt es sich wirklich – Anschauen!

Eingereicht von Corinna.

21

Eine Tür öffnet sich und herein tritt die Dame Sabbat.
Sie lächelt scheu. Bin ich hier richtig, fragt ihr Blick, darf ich hereinkommen?
Verwundert schaut man sie an. Jemand räuspert sich. Dann bietet man ihr einen Platz an.
Beschwingt hüpft sie zum Tisch und setzt sich an den für sie bereitgestellten Platz.
Sie strahlt die Herren an, die Dame Sabbat. Heute, sagt ihr Blick, ist ein guter Tag. Lasst ihn uns genießen.

REDAKTION: Fräulein Sabbat, …
Sabbat: Dame, wenn ich bitten darf. Ich bin zwar für Traditionen, jedoch nicht für Bevormundungen.
REDAKTION: Wie Sie meinen. Dame Sabbat, es ist uns eine große Ehre, sie in der Redaktion von www.theologiestudierende.de begrüßen zu dürfen. Vielen Dank, dass Sie an diesem Sonnabend gekommen sind und sich zu einem Interview bereit erklärt haben.
Sabbat: Nichts zu danken. Ich bin ohnehin jeden Samstag in der Gegend, da bot sich das an.
REDAKTION: Sie sind ja Expertin für Wirtschaftsfragen. Was halten Sie von der modernen Rezeption der Wochentage in der Zeit der Sonntagsarbeit?
Sabbat: Na, Sie sind mir ja einer! *lacht* Ich fürchte, für diese Frage muss ich ein wenig ausholen. Ich selbst bin Befürworterin der 6-Tage-Woche. An einem Tag in der Woche sollten die Menschen mindestens die Möglichkeit haben, Pause zu machen und in Kontakt mit ihrem Schöpfer zu treten. Das beruhigt, man kann für Kinder und Eltern da sein, gemeinsam spielen, backen, solcherlei. Gut für’s Herz, wenn man mal ausspannt, das ist statistisch gesichert. Ich kann Leute nicht leiden, die niemals ihr Telefon ausschalten und die Arbeit mit in den Urlaub nehmen.
REDAKTION: Verzeihen Sie, wenn ich Sie ein wenig bremse. Es ging mir gerade nicht um Familie, sondern um Wirtschaft …
Sabbat: Aber Sie müssen verstehen, dass das zusammenhängt. Das Herz erholt sich zwischen den Schlägen, der Mensch brauch ebenfalls Ruhezeiten. Und die Ruhezeiten dürfen nicht einfach nur für die Sicherstellung der Produktivität da sein –
REDAKTION: … Dame Sabbat …
Sabbat: – sondern es muss ein Leben außerhalb der Arbeit geben!
REDAKTION: … Sonntagsarbeit.
Sabbat: Richtig, Sonntagsarbeit. Damit habe ich kein Problem.
REDAKTION: Wie bitte?
Sabbat: Der Sonnentag ist der erste Tag der Woche, da kann man arbeiten. Auch den Rest der Woche – Mondtag, Marstag, Wotanstag, Thorstag, Freiyatag – alles gute Tage zum arbeiten. Man sollte ohnehin keinem Himmelskörper und keiner mythischen Gestalt eine solche Ehre zollen, wie es dem siebten Tag der Woche gebührt, an dem ja auch der Schöpfer selbst geruht hat.
REDAKTION: Nun bin ich verwirrt. Dame Sabbat.
Sabbat: Das war nicht meine Absicht. Wo habe ich Sie verloren?
REDAKTION: Bei Ihren Grundannahmen. Wir leben heutzutage in einer christlichen Gesellschaft, verstehen Sie? Die Woche beginnt mit dem Montag, der siebte Tag ist der Tag des Herrn, der Sonntag.
Sabbat: Das ist nur halb richtig. Christen sind ein genießerisches Völkchen: Die Woche beginnt für sie mit dem freien Tag, nämlich mit dem Sonntag. Der Mittwoch nämlich, die Mitte der Woche, läge sonst nicht in der Mitte und auf dem vierten Tag, habe ich Recht oder habe ich Recht? Pfarrer, die Sonntags arbeiten, müssen sich allerdings den siebten Tag anders legen. Auch für sie beginnt also die Woche mit dem freien Tag. Sie sehen, ein Tag bleibt frei.
REDAKTION: Mir scheint, Sie bringen da einiges durcheinander …
Sabbat: Ich muss doch sehr bitten! Die Fakten liegen auf der Hand. Ein Tag in der Woche muss für den Menschen da sein, wenn die Arbeit schon in den allermeisten Fällen entmenschlicht ist. Viele arbeiten, wie verkaufen, transportieren, lehren usw., müssen nicht an jedem Tag der Woche verrichtet werden, wenn man schlau plant. Wer jedoch am gesetzlich freien Tag arbeiten muss – Krankenpflegepersonal, dergleichen -, braucht einen anderen regelmäßigen Tag, der nicht für die Arbeit da ist.
REDAKTION: Sie sind also dafür, dass der Mensch einen Tag in der Woche in die Pflicht genommen wird und nicht arbeiten darf?
Sabbat: Sie Schlingel, Sie! Genau anders herum ist es doch: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen. Das steht schon in der Bibel, so alt ist der Gedanke.
REDAKTION: Dass die Sabbattradition alt ist, hat ja auch niemand angezweifelt …
Sabbat: Junger Mann, ich muss doch sehr bitten! So etwas sagt man nicht über eine Dame! *lacht* Da hab ich sie ja kalt erwischt. Nein, es ist schon in Ordnung, junger Mann. Ich finde, mit dem Alter kommt eine gewisse Ruhe und, wenn man Glück hat, Weisheit. Dazu kann man ruhig stehen, das braucht man nicht zu verbergen. Solange man die Freude am Leben nicht verliert und sein Himbeereis noch genießen kann, kann man getrost alt werden.
REDAKTION: Himbeereis?
Sabbat: Ja, Himbeer ist die beste Sorte, finden Sie nicht?
REDAKTION: Dame Sabbat, vielen Dank für dieses Interview!

Eingereicht von Jonathan.

22

Heute gibt es wieder ein kurzweiliges Spiel: http://www.k2311.de/klogges/data/spiele/snoebol/frames.html

Eingereicht von Max.

23
Regen plätschert
In der Dunkelheit
Es hört sich an wie zu Hause
Wie der Wasserfall der Berlebecke
Und doch
Bin ich ganz allein
Nacht
Regen
Stille
Hier wird es nie ganz dunkel
Sterne sehe ich selten
Mitten in der Stadt
Lichter
Autos
Und doch: Ruhe
Ich mit mir allein
Im Fenster gegenüber brennt jede Nacht Licht
Warum?
Kann da jemand nicht schlafen?
So wie ich?
Ich kann ein Bild erkennen
Es sieht aus wie ein Mensch, der die Hand hebt
Zum Gruß?
Zum Segen?
Zum Abschied?
Was denkt er?
Fühlt er?
Weiß er?
Oder ist es nur ein billiges Bild von einem ausdruckslosen
Maler?
Gibt es das?
Ein Bild ohne Ausdruck oder Intention?
Will das Bild mir etwas sagen?
Vielleicht, dass ich nicht alleine bin?
Stille
Der Regen hat aufgehört
Das Licht vom Drucker blinkt
Grün und Blau, Grün und Blau
Blaue Flecken
Wo sitzen gerade Menschen, die grün und blau geschlagen
wurden?
Zwangsprostituierte
Frauen, die von ihren Ehemännern geschlagen wurden
Kinder
In jedem Land der Welt gibt es Eltern, die ihre Kinder
schlagen
Grün und Blau
Wie die blauen Flecken, die wie Trophäen nach einem
besonders schwierigen Handballspiel gezeigt werden
Grün und Blau
Wie ein Spielzeugpolizeiauto
Dass in vielen Familien unter dem Weihnachtsbaum liegen
wird
Für Kinder gemacht, die gerne Polizei spielen
Und Erwachsene, die Verbrecher lieber im Gefängnis sehen,
als auf der Straße
Wer denkt an die Opfer, wer denkt an die Täter?
Wo ist der Unterschied?
Grün und Blau
Wie der Ozean
Der jeden Tag Unmengen an Liter Wasser durch den Klimawandel hinzugewinnt
Der aber auch jedem Kind zur großen Spielwiese werden
kann
Grün und Blau
Wie die Aufschrift des türkischen Bäckerladens in meiner
Straße
Vor dem jeden Tag eine Frau sitzt und bettelt
In dem aber auch jeden Tag hart erarbeitetes Geld verdient
wird
Grün und Blau
Wie die Lieblingsfarben vieler Menschen
Wie der Himmel an Sonnentagen
Wie die Blätter im Sommer
Wie ein Fußballplatz
auf dem gelacht, getobt, geschrien, geprügelt, gespielt wird
Auf dem Träume wahr werden oder kaputt gehen
Weiß
Schnee
überdeckt alle Farben
So wie Weihnachten alles überdeckt
Schnee dämpft die Lautstärke
erhellt die Nacht
Das Licht im Fenster gegenüber ist immer noch an, aber
mein Drucker ist aus
Grün und Blau erlischt
nur noch ein kleines Licht in der Dunkelheit
Ein Gruß wie aus weiter Ferne
Wie als wenn mir jemand sagt:
Du bist nicht allein
Alles hat zwei Seiten
Und auch wenn ich das an Weihnachten nicht vergessen
will
Ist es vielleicht an der Zeit
Zu vergeben
Mir selbst dafür, dass ich nichts davon aufhalten kann
Und zu danken
Meiner Familie und meinen Freunden
Dass sie trotzdem stets an mich glauben
Und ich dadurch nie wirklich allein bin
Regen
Stille
Dunkelheit
Jetzt ist es Zeit für Schnee, Lärm und Licht
Frohe Weihnachten!
Lena Vösgen, Dezember 2012
Eingereicht von Lena.

24

Heute gibt es das letzte Türchen im Kalender, das uns Ebba eingereicht hat. Ein sehr unterhaltsames Video, aber seht selbst:

24 Tage gehen zu Ende, im Namen der Redakion von theologiestudierende.de hoffen wir, dass ihr Spaß beim Klicken hattet und wir euch angemessen durch die Adventszeit begleiten konnte. Danke an alle Autor_innen, die uns Beiträge eingesendet haben!

Wir wünschen euch ein frohes Fest!

Schlagwörter: