Gott popelt. Oder etwa nicht?

Mama … was machen nur die Menschen, die nicht popeln? Die müssen doch irgendwie aus der Nase raus kommen?“

(Pause)

„Kleine Maus, ich glaube jeder Mensch popelt.“

 

„Aber nicht im Kindergarten. Stimmts, Mama? Die machen das dann heimlich!“

(Pause)

„Mama … weißt du, wer am allerbesten popelt? … GOTT!“

Soviel zur Ansicht meiner kleinen Tochter. Gott popelt. Oder nicht? Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie der Allmächtige, Allwissende und unvorstellbar heilige Gott popelt. Sicher tut er das auch nicht. Im Himmel hat man ja nicht mehr mit solch belanglosen Dingen zu kämpfen. Und krank ist man dann ja eh nicht mehr. Wir bekommen schließlich einen neuen Körper. Zumindest steht das in 1. Kor 15. Dann gibt’s auch keine verstopften Nasen mehr.

Aber trotzdem: Ich kann mir vorstellen, dass Jesus, als er als menschgewordener Gott über unsere Erde wandelte gepopelt hat. Ich möchte mir jetzt keine weiteren Gedanken machen darüber, wie er das tat und wo und ob Maria vielleicht manchmal zu ihm gesagt hat: „Jesus, nicht! Nimm den Finger aus der Nase!“ Doch Fakt ist: Jesus war Mensch. Er war Gott und gleichzeitig Mensch. Er hat dasselbe erlebt wie wir. Er war Kind, hat sich schmutzig gemacht, mit seinen Freunden gespielt. Er war in der Pubertät, hatte vielleicht Pickel (wenn es das damals schon gab), hat sich sicher verliebt und dann seine Berufung gefunden. Den Sinn, warum er auf dieser Welt ist. Zum Glück hat er den gefunden.

Ich bin dankbar, dass ich an einen Gott glauben darf, der ganz Mensch war. Der mich in meinem Alltag und den kleinen Sorgen versteht. Aber gleichzeitig auch an einen mächtigen und herrlichen Gott glauben darf. An die Mystik, die sein Tod am Kreuz für uns bedeutet. Und gleichzeitig mir ein Beispiel nehmen kann an seinem unbeirrbaren Festhalten an seiner Berufung und seinem Weg.

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