Moment mal: Ökumene ist wichtig!

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) tagte vom 30. Oktober bis zum 08. November in Busan (Korea). Über einen ganzen Monat kamen sie zur 10. Vollversammlung zusammen – und die Öffentlichkeit hat davon wenig mitbekommen. Wäre ich nicht zufällig auf eine kleine Schlagzeile am Rande gestoßen, hätte auch ich es gar nicht registriert! Ist christliche Ökumene in unserem Alltag so hintergründig geworden, dass wir uns gar nicht mehr dafür interessieren brauchen? Ist die Arbeit des ÖRK zwar nett, aber überflüssig?Ökumene bedeutet doch nicht nur eine Zusammenarbeit zwischen katholischer und evangelischer Kirche, wie wir es vielleicht aus dem einen oder anderen ökumenischen Gottesdienst kennen. Ökumene betrifft die ganze Christenheit weltweit! Alle Konfessionen Amerikas, Europas, Asiens und Afrikas sind angesprochen! Wir Christen haben doch gemeinsame Wurzeln und berufen uns gleichermaßen auf Jesus Christus. Die ökumenische Arbeit, die der ÖRK leistet, bietet eine einmalige Gelegenheit gemeinsam Kirche zu sein. Gemeinsam als eine Christenheit in der Welt aufzutreten!

Leider sehen das nicht alle so euphorisch wie ich. Die katholische Kirche ist immernoch keine Mitgliedskirche (wobei sie immer mit „Beobachtern“ vertreten ist!) und nun werden Stimmen in der orthodoxen Kirche laut, dass Ökumene eventuell Häresie sei. Das ist ein schwerer Vorwurf. Das letzte Mal, als die Ostkirche die Westkirche mit dem Wort Häresie konfrontierte, kam es zur Kirchenspaltung (1054). Aber das sollte den ökumenischen Dialog nicht einschüchtern – im Gegenteil: Widerspruch ist der beste Samen für eine gute Diskussion! Nur so kann ehrlich diskutiert und debattiert werden. Nur so können Missverständnisse entlarvt und eine gemeinsame Sprache gefunden werden!

Ich finde es schade, dass der ÖRK so heimlich und still tagt. Kaum eine Nachricht drang an die Öffentlichkeit. Nur wer direkt danach suchte, konnte fündig werden.

Ich bleibe dabei: Ökumene ist wichtig!

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Ein Kommentar

  1. Christoph K.

    Der Wert des ÖRK zeigt sich auch gerade darin, dass er in der Vergangenheit oft richtungsweisend für Entwicklungen auch innerhalb der deutschen Kirchen war. Bspw. die Vollversammlung in Uppsala 1968 hatte zur Folge, dass in Deutschland (weitere) kirchliche Entwicklungsdienste gegründet wurden und für deren Arbeit viel Geld zur Verfügung gestellt wurde (bis zu 5% des Finanzhaushalts der Landeskirchen). Zudem organisierte der ÖRK eine jahrzehntelange Kampagne gegen Rassismus (Programme to Combat Racism). Diese Entwicklungen im großen Stil wären sonst kaum möglich gewesen.
    Damit stimmt der Satz: „Die ökumenische Arbeit, die der ÖRK leistet, bietet eine einmalige Gelegenheit gemeinsam Kirche zu sein. Gemeinsam als eine Christenheit in der Welt aufzutreten!“ – weil im ÖRK die Christenheit in der Welt für die Welt auftritt.

    PS: Die Vollversammlung ging nicht über einen ganzen Monat, sondern insgesamt 10 Tage.

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