Spaßpartei: Partei Bibeltreuer Christen

Moral zu besitzen ist äußerst wichtig. Sogar so wichtig, dass man sie am besten gleich doppelt besitzt. Wähler_innen mit Doppelmoral empfehle ich am 22. September die „Partei Bibeltreuer Christen“.

Dieses Foto ging sicherlich auch bei euch in den letzten Wochen durch die sozialen Kanäle. Auf den ersten Blick sieht es ziemlich lustig aus, auch ich dachte an einen gut gemachten Scherz. Wie sich aber herausstellte, ist es leider bittere Realität. Die sogenannte Partei Bibeltreuer Christen wirkt eigentlich wie eine Spaßpartei – was sie in mancherlei Hinsicht vielleicht auch ist. Allerdings gibt es auch einige Sachen, die so ganz und gar nicht lustig sind und über die ich gerne berichten möchte.

Das Parteiprogramm der PBC ist wie zu erwarten konservativ-christlich, ich habe kurz durchgeblättert und zitiere:

„Die PBC lehnt alle Versuche ab, Ehe und Familie anzutasten. Eheähnliche Verbindungen und sogenannte Ehen zwischen Gleichgeschlechtlichen dürfen der Ehe nicht gleichgestellt werden.

 

Als PBC plädieren wir für die Förderung allgemeinbildender Schulen in freier Trägerschaft, deren Lehrpläne den Lehren der Heiligen Schrift einen hohen Stellenwert einräumen.

 

Darum fordert die PBC in den Lehrplänen aller Schulen auch die Berücksichtigung der Bibel und ihrer Prinzipien. Das gilt auch für die Schöpfungslehre der Bibel. Die reine Wissensvermittlung soll gestrafft und von überflüssigem Ballast befreit werden.“

Ich fasse zusammen: Bitte keine Homo-Ehe, die Welt ist in sieben Tagen geschaffen worden und all das sollen die Kinder bitte in Privatschulen von unausgebildeten, aber bibelfesten Lehrkräften lernen. Die Herdprämie für Mütter ist natürlich auch mit im Parteiprogramm aufgenommen, so modern sind sie!

Nun mal im Ernst, die PBC wird bei der anstehenden Bundestagswahl nicht abräumen, da brauchen wir uns sicherlich keine Sorgen machen. Aber ähnlich wie die Vice (amüsanter Vergleich mit den Simpsons) stelle ich mir die Frage, wer eigentlich dahinter steckt. Aus was für einer Motivation heraus engagiert man sich in einer derartigen Partei?

Herr Grevelmeyer, der mit der lustigen Frisur, lebt in Osnabrück und wirkt in der Gemeinde Lebensquelle mit – einer leicht konservativ angehauchten freikirchlichen-christlichen Gemeinschaft. Wenn euch euer kleiner Dämon mal wieder juckt, könnt ihr ihn euch dort mit einer kleinen Gehirnwäsche während eines sogennanten Encounters entfernen lassen. Ihr lebt dann frei von Sünde. Natürlich sind alle in der Gemeinde willkommen, alles ist zwanglos und du kannst auch ein fieser Sünder sein. DU BIST HERZLICH WILLKOMMEN!
Bist du allerdings einmal drin, darfst du auch nicht mehr gehen. Dann bist du fest umkrallt im kleinen Mikrokosmos der Lebensquelle. Bald schon werden deine Kinder in einer Privatschule (Ziel der Gemeinde in naher Zukunft) unterrichtet, du lernst, dass die Bibel „Gottes Wort“ ist, dass vom Himmel fiel – kurz nach der Schöpfung vor wenigen tausend Jahren. Du lernst, dass Homosexualität eine Sünde ist, wie Herr Grevelmeyer in einem Fernsehinterview sagte (siehe unten). Falls das Theologiestudium nicht klappt, ist diese Gemeinde auch eine ideale Anlaufstelle, denn du musst nicht die Hintergründe der Bibel kennen, sondern nur das WORT! Wie praktisch!

Die Gefahr, die von der PBC nicht ausgeht, da ich sie für eine Spaßpartei halte, ist bei der Gemeinde Lebensquelle nicht gebannt. In Osnabrück kaufte sie einen alten Güterbahnhof und macht es den dort ansässigen alternativen Kultureinrichtungen seitdem schwer. Mehr über Herrn Grevelmeyer und seine zweifelhaften Aussagen, die Gemeinde in Osnabrück, ihre Befürworter und Gegner gibt es in einer ausgezeichneten Folge von „Osnabrücker Land und Leute“, in der alle Umstände beleuchtet werden. Greift zum Popcorn, es wird amüsant:

Und die Moral von der Geschicht’? Die PBC wählt man besser nicht.

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12 Kommentare anzeigen

  1. Wolfgang Hennig

    Die Moral von der Geschicht ist Geist-Reife-Mangel…
    Vernunftmangel…leider. Es wird Zeit das die Menschen
    Gott, Bibel, Schöpfung begreifen, damit der gefährliche
    Interpretationssalat aufhört…das gilt nicht nur für PBC.
    Der heilsame, vom Übel befreiende, Geist im Menschen ist die Vernunft, als Ergebnis von lebenslanger Selbsterkenntnis und Einsicht.
    Gruß
    W.H.

  2. jesusfollower

    Traurig traurig diese bibelfeindliche Haltung ist wahrscheinlich normal bei Theologiestudenten. Das Studium der Bibel sollte eigentlich dazu dienen Diener Gottes auszubilden, stattdessen hat sich über Jahrhunderte eine derart verwissenschaftliche liberale Theologie herausgebildet dass Theologie gar nichts mehr damit zu tun hat Prediger auszubilden. Es ist sogar im Vergleich zu evangelikalen Universitäten oder Bibelschulen sogar so dass man nicht mal mehr an Gott glauben braucht um evangelische Theologie zu studieren. Warum studierst du nicht einfach was Anderes wenn die Bibel für dich nicht Gottes Wort ist?

  3. Der Liebe Gott hatte einst für den homosexuellen Mann den ebenfalls homosexuellen Mann mit Vagina (anstatt Penis) erschaffen – das ist Homosexualität; aber nicht die perverse Abartigkeit, die Ihr daraus gemacht habt.

    Was das sogenannte staatliche ‚Bildungssystem‘ betrifft, wäre es besser, es gäbe es (so) nicht. Denn wir brauchen keine unabhängige Justiz, sondern unabhängige freie private Lehrer, die jeweils immer genau das unterrichten, was jeweils gerade an Bildung tatsächlich gebraucht wird, anstatt die Kinder weiterhin mit sogenanntem „allgemein bildenden Unterricht“ zu beglücken. Welcher aber in Wahrheit nur ein Sammelsurium aus allen möglichen Fachrichtungen ist, wo das Allermeiste davon später im Laben gar nicht gebraucht wird.

    Und was die bliblische Schöpfungsgeschichte betrifft, so ist diese Interpretationssache. Ist es denn nicht beeindruckend, dass Gott sprach: „Es werde Licht!“, nachdem es finster auf der Tiefe war. Dass also der Rauch der Vulkane weniger wurde, und dadurch auch Licht in die tiefer gelegenen Orte hinkam. Die Spötter glauben aber allen Ernstets, dass Gott an dieser Stelle die Sonne erschaffen hätte. Die biblische Schöpfungsgeschichte ist nicht absurd, sondern deren Lesern fehlt es in der Regel an genügend Verstand.

    • Spassheide

      Ich frage mich gerade, ob das hier passend zur Spasspartei ein Spassbeitrag ist.

  4. Kathi

    Ich schließe mich den vorherigen Kommentaren an. Wer die Bibel studiert(!) sollte wissen, dass Homosexualität laut Röm 1,26-27 sehrwohl eine Sünde ist. Außerdem verstehe ich auch nicht, warum der Autor des Artikels eher der Meinung ist es müsse die Evolutionstheorie gelehrt werden. Amerikanische Schulen zeigen, dass es auch anders geht.
    Soll heißen, ich kenne nicht alle Punkte des Parteiprogramms dieser Partei, aber mit Sicherheit kann ich sagen, dass ich den oben zitierten Ausschnitten vollkommen zustimme und ich nicht verstehe wieso gerade jemand, der das wundervolle Wort Gottes studiert, so über seine Grundsätze herziehen kann!

  5. Spassbremse

    Ich frage mich, warum sich Menschen an einer Sammlung historischer Schriften orientieren und daraus sogar gültige Regeln für die Gegenwart ableiten wollen? Lass doch die Römer in irgendwelchen Briefen für oder gegen Homosexualität gewesen sein. Wieso interessiert das irgendwen bzw. wieso sollte das einen Einfluß auf unsere heutige Ethik haben?
    Könnt ihr nicht selber denken oder warum braucht ihr ein Buch, das euch vorgibt, was ihr zu denken habt?
    Religion (nicht Glaube) ist meiner Meinung nach etwas für Menschen, die nicht gelernt haben, selbst zu denken und vorallem nicht objektiv (über ihren Horizont hinaus) denken können oder wollen.

    • Oliver

      Religion ist gerade genau für Menschen, die gelernt haben, für sich selber zu denken und deshalb ziemlich obkektiv sind und sprichwörtlich auch über den Horizont sehen und Dinge abschätzen können. Religion ist der Prüfstein des eigenen Bewertungshorizontes, Orientierung für sich und andere zu finden und ggf. aus den hergebrachten Grundsätzen der Bibel abzuleiten. Die Frage stellt sich, ob der Ablehner der Bibel verstanden hat, worum es überhaupt geht. Die Bibel gibt nicht vor, sondern hinterfragt dich und in diesem Zusammenhang ist derjenige ein denkfauler Idiot, der anderen Menschen ihre vermeintliche Idiotie vorwirft.

  6. Spassbremse

    Wow, das klingt schön auswendig gelernt. Leider ohne sinnhaften Inhalt. Begründe doch bitte deine Aussagen, wenn du mit mir darüber reden willst. Ansonsten macht es keinen Sinn.
    1. Wie hat Religion bitte etwas mit selber denken zu tun? Moral/Ethik wird aus historischen Schriften entnommen/abgeleitet. Wo liegt da der eigene Denkprozess? Das sind historische Schriften, die zu ihrer Zeit sicher fortschrittliche Ethiken gezeigt haben, mehr nicht. Kann heutzutage noch Gültigkeit haben, muss es aber nicht.
    2. Sätze wie „Religion ist der Prüfstein des eigenen Bewertungshorizontes“ ohne jegliche tiefergehende Begründung sind hohle Phrasen ohne Substanz.
    3. „[…] aus den hergebrachten Grundsätzen der Bibel abzuleiten […]“. Du meinst Ableitungen aus einem Sammelsurium von historischen Schriften? Genau das meine ich mit nicht-objektivem Denken. Danke für die Bestätigung.
    Ich denke, du verwechselst grundlegend Philosophie mit Religion.
    Ich lehne die Bibel nicht ab, ich nehme sie für das, was sie ist. Ein Sammelsurium von Schriften, die für die damalige Zeit fortschrittliche Ethik bzw. Moral propagiert hat.

    • Oliver

      Wer nicht fragt, bleibt dumm – tja, diese Hürde hast Du bereits übersprungen – nun aber, wer alles in Frage stellt, muss sich selber auch in Frage stellen – dies ist eine logische Konsequenz – Ist also Dein Fragen richtig ? Dies bezweifle ich, da Du nur mit Polemik antwortest und keinen Sinn anbietest, ehrlich ein Interesse zu zeigen, dass Deine Antworten etwas mit der Bibel zu tun haben. Deine Abwehrhaltung ist zudem noch nicht einmal apologetisch, denn Du bekämpfst die Person und nicht meine vorgebrachte Antwort. In diesem Sinne scheint es nicht angebracht zu sein, einem Unbelehrbaren eine Antwort zu geben, da er nicht gewillt ist, sich andere Meinungen anzuhören. Aus diesem Grunde solltest Du Dir das denken angewöhnen, bevor Du solch eine Position in der Diskussion Dir persönlich zulegst, um nur zu pöbeln.

  7. Spassheide

    …Orientierung für sich und andere zu finden…
    Man beachte die Wortwahl!

    • Die Bibel thematisiert nicht nur Moral und Ethik, sondern betrifft auch sonst alle anderen Facetten des menschlichen Lebens.

      Ob die Bibel was mit dem eigenen Denkprozess zu tun hat, hängt jeweils vom jeweiligen Bibelleser ab, wie er mit der Bibel umgeht. Ob dieser die Bibel fanatisch als das Wort Gottes ansieht, oder ob er (oder sie) die Bibel als das ansieht, was sie tatsächlich ist, nämlich nur irgendein Buch, was sie tatsächlich auch ist. Es gilt der Grundsatz, dass die Bibel nicht mehr und nicht weniger als (nur) ein Buch ist. Und dass das Wort Gottes das Wort Gottes ist:

      http://forumtreff.pytalhost.de/b5626

      Früher gab es noch viel mehr uralte überlieferte Schriften. Grundsätzlich würde ich aber sagen, dass die allerbesten Schriften von diesen in die heutige Bibel aufgenommen wurden, weil genau diese Schriften meines Erachtens durchaus auch heute noch bedeutungsvoll sind.

      Beispielsweise verdanke ich der Bibel, dass sie Schweinefleisch verbietet. Möglicherweise wäre ich selbst nie darauf gekommen, dass Schweinefleisch weniger gesund ist, als beispielsweise Rindfleisch, Geflügel oder Fisch. Beispielsweise verstärkt Schweinefleisch Allergien.

    • Oliver

      Kontext beachten und nicht Worte aus dem Zusammenhang herausnehmen !!!

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