Wieso – die wirklich wichtige Frage eines kleinen Mädchens

„I try to do what’s best,
And faith has made it easy,
To see the best thing I can do
Is put my trust in You.

For You know better than I, You know the way. I’ve let go the need the need to know why, For You know better than I.“

„Better than I“ aus „Joseph King of Dreams

Letztens. Meine Tochter kommt zu mir und sagt: „Mama, ich habe zwei kleine Mädchen kennen gelernt…und die kannten Jesus nicht! (…) Mama, kannst du dir vorstellen, die kannten Jesus wirklich nicht!“

Ich: „Ja… es gibt einige Menschen, die Jesus nicht kennen!“

Sie: „Wieso?“

Und da steht sie im Raum. Diese einfache und doch so komplizierte Frage. „Wieso“. Warum kennen so viele Menschen den christlichen Glauben nicht. Liegt es an der DDR, an dem Kommunismus allgemein, an der „verdorbenen Gesellschaft“, an dem einfachen Lauf der Dinge…manche würden vielleicht behaupten, dass es ein „satanisches Werk“ sei. Vielleicht ist unsere Religion auch einfach nur unmodern oder wir präsentieren sie einfach nur zu altmodisch, vertreten altmodische Werte und gleichzeitig wollen wir ja auch nicht mit der breiten Gesellschaftsmasse verschmelzen. Oder liegt es an unserem mangelnden Verständnis und unserer mangelnden Bereitschaft zur Evangelisation? Aber wie sollen wir überhaupt evangelisieren? Radikal? Oder doch eher der jeweiligen Kultur entsprechend und vorsichtig und ja niemandem etwas aufzwängen wollen. Am Ende ist es vielleicht doch eh immer der gleiche Gott an den wir alle glauben?! Ist es überhaupt wichtig, dass jeder Jesus kennt oder ist es nur für uns wichtig, die wir an Ihn glauben? Kann man auch gut ohne Jesus leben oder fehlt einem dann etwas? Und wenn ja, was? Was glaube ich überhaupt?

Für meine 4jährige Tochter ist Jesus existenziell. Jemand, der ihn nicht kennt – unvorstellbar. Sie glaubt, obwohl sie nicht sehen kann, sie nicht alles verstehen kann. Geht es bei diesen ganzen Fragen wirklich um Religion oder eher um einen persönlichen Glauben?

Ich glaube an einen dreieinigen Gott. Ich glaube, dass mein Gott, mein Jesus und mein Heiliger Geist sowohl bei meinem kleinen Baby sind, welches gerade schmerzhaft Zähnchen bekommt. Er ist bei meinem Kindergartenmädchen, wenn es wieder einmal hinfällt. Er ist bei meinem Mann auf Arbeit, wenn er Erfolg und auch Misserfolg hat. Und er ist bei mir in meinen täglichen Sorgen, Freuden, Ängsten dabei. Manchmal verstehe ich meinen Gott nicht. Manchmal durchschaue ich ihn nicht. Aber genau deswegen ist er auch Gott. Und ich glaube. Ich will glauben.

Und genau dieser Glaube macht mich glücklich. Er ist mein Lebenssinn. Er erfüllt mein Leben. Und genau deswegen wünsche ich mir, andere an dieser, meiner Erfüllung teilhaben zu lassen.

Und du?

Ein Kommentar

  1. Sebastian Schumacher

    Ein sehr persönlicher Artikel, deshalb auch eine persönliche Antwort: Ich vermute, ich habe mit vier Jahren auch nichts von Gott oder gar Jesus gewusst. Das habe ich alles erst in der Grundschule im Religionsunterricht gelernt…und nie geglaubt. So halte ich es bis heute. Meine Kinder werden mit vier Jahren wahrscheinlich auch nichts davon wissen und das ist auch gut so. Ich freue mich, wenn Kinder ohne Jesus und derartige Irrtümer aufwachsen. Dass Ihre Tochter Jesus für existenziell wichtig hält finde ich bestürzend und macht mich traurig, aber ich muss ertragen, dass jeder seine Kinder erzieht, wie er oder sie es für richtig hält. Ich verbitte mir aber jede Einmischung oder gar den Versuch der Evangelisierung von kleinen Kindern.

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