Moment mal: Autos taufen für einen guten Zweck?

In Niedersachsen ist am „Tag der Verkehrssicherheit“ ein blauer VW-Käfer in einer evangelischen Kirche „getauft“ worden. Der Pfarrer der Gemeinde, Dirk Grundmann begründete diese „Taufe“ damit, dass „mit Hilfe dieses Käfers […] Unfälle verhindert und Menschenleben gerettet werden“ sollen. Er schreibt weiter auf seiner Homepage über den „Taufgottesdienst“:

„Gabriel [auf diesen Namen wurde der Käfer „getauft“] wird unsere Hoffnung mit Leben erfüllen, eben dieses Leben zu beschützen und dort zu retten, wo es nötig ist.“

Na dann ist ja alles klar.

Das letzte mal, als ich nachgeschaut habe, war die Taufe noch ein Sakrament! Diese Aktion war vielleicht ein wenig unüberlegt.

Zugegeben, eine sogennante „Taufe“ ist ja auch beispielsweise beim Stapellauf eines Schiffes traditionell üblich. Aber das ist dann eine Taufe nur dem Namen nach – und wird auch nicht von einem Geistlichen in voller Montur in einer Kirche durchgeführt!

Diese ganze Aktion mag zwar ganz niedlich und für eine gute Sache sein, aber ich fürchte sie dient nicht gerade dazu, den Leuten ein vernünftiges Taufverständnis nahezubringen (und daran mangelt es Herrn Grundmann scheinbar).

Ich hoffe aber, dass er vielleicht trotzdem in den Himmel kommt – das Auto, meine ich! So hätten wir dann einen echten VW-Käfer im Himmel – hoffentlich muss man nicht zu lange anstehen, um auch mal eine Runde damit zu drehen…

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Ein Kommentar

  1. Christopher Hertwig

    „… aber ich fürchte sie dient nicht gerade dazu, den Leuten ein vernünftiges Taufverständnis nahezubringen (…).“

    Was ist schon ein „vernünftiges“ Taufverständnis? Und wie viele getaufte Menschen haben schon ein solches? Ob es Herrn Grundmann daran mangelt oder ob er es hier mutig wagt, sich über dogmatische Grundsätze hinwegzusetzen (aus welchen theologischen Reflexionen heraus auch immer), würde ich nicht entscheiden wollen.

    Außerdem kann man gelegentlich überlegen, ob unser offiziell dargelegtes christliches/evangelisches Taufverständnis nicht manchmal etwas zu eng gefasst ist bzw. dogmatisch enggeführt wird aus dem Wunsch nach lauter Rechtgläubigkeit heraus. Schließlich kritisiert selbst Paulus nicht die korinthische Praxis, sich stellvertretend für Tote taufen zu lassen (1. Kor 15,29), sondern nimmt sie als Argument, die Auferstehung zu untermauern …

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