Neue Konzepte „auf dem Weg ins Jahr 2030“ – Bericht von der Synode der ELKiO

Vom 23. bis 25. Mai 2013 tagte die 47. Synode der Ev.-Luth. Kirche Oldenburg in Rastede. Studentin Natascha Hillje-von Bothmer berichtet für uns von den Ergebnissen der Tagung. 

„Es geht auch darum, festzuhalten, was unser Erbe an die Folgegeneration sein wird. Die Synode liefert einen Rückenwind an Impulsen – für uns und für die nächste Generation.“

So die Worte unseres Bischofs Jan Janssen. Genügend Eindrücke konnte ich auf der Frühjahrssynode sammeln, bei der es diesmal teilweise sehr hitzig zuging. Vor allem die schon seit längerer Zeit immer wieder aufkeimende Debatte um das Blockhaus Ahlhorn lieferte reichlich Zündstoff. Die Meinungen konnten hierzu nicht konträrer sein. Von „ich brauche Ahlhorn für mich und meine Gemeinde nicht“ bis hin zu „Ahlhorn ist nicht nur eine Ansammlung von Gebäuden, ist kein x-beliebiger Ort, den man einfach gegen einen anderen austauschen kann. Das Blockhaus hat auch einen ideelen Wert, den es zu erhalten gilt.“ Die Auslastung durch kirchliche Gruppen beträgt derzeit 39,2%, davon kommen 87,2% aus dem Oldenburger Land. Sanieren oder abreissen? Mit 31 Ja-Stimmen zur Erhaltung des Hauses und 19 Nein-Stimmen und wenigen Enthaltungen konnte das Blockhaus Ahlhorn gerettet und kann weiterhin genutzt werden. Für 3,5 Millionen Euro wird es nun nach und nach saniert werden. Bauzeichnungen hingen aus, so dass ich mir einen ersten Eindruck verschaffen konnte. Das Blockhaus wird deutlich aufgewertet werden.

Auch dem Entwurf zur Konzeption des Evangelischen Bildungszentrums Rastede wurde zugestimmt. Nähere Informationen können auf der Homepage der EKD unter dem Stichwort „Synode“ abgerufen werden. Sozusagen auf Eis gelegt wurde die Entscheidung zur Heraufstufung von A13 auf A14. Erst mit der Vorlage des Konzeptes „Pfarrstellenplan“, dessen AG-Vorsitzende Frau OKR Lenk ist, wird erneut darüber diskutiert werden. Bei der Debatte um die Änderung des Zuweisungsschlüssels für die Gemeinden und das Schaffen einer weiteren Stelle für das Oldenburger Münsterland hatte dieser Kirchenkreis das Nachsehen. Trotz erwiesenem, realem Zuwachs von Gemeindegliedern wird keine weitere Stelle geschaffen werden. Im KK Ammerland kann ein relativer Zuwachs erwartet werden, die Situation im KK Oldenburg bleibt stabil. Alle übrigen KK müssen mit Verlusten rechnen. Hinzu kommt eine deutliche Überalterung der Pfarrerschaft und die Tatsache, dass ab 2020 die dann frei werdenden Pfarrstellen nicht wieder neu besetzt werden können, weil es nicht genügend Nachwuchs gibt. Der Weg für uns Studierende ist also theoretisch geebnet, sofern nicht vorwiegend Bewerber aus anderen Landeskirchen ausgesucht werden.

Gemeinden soll künftig mehr Entscheidungsfreiheit gelassen und mehr Selbständigkeit eingeräumt werden. Jede Gemeinde soll und muss sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Deshalb schlug der Kirchensteuerbeirat (KStB) zur Verteilung der Zuweisung an die Gemeinden vor, pro Kirchengebäude einen Sockelbetrag festzulegen, so dass sich die Differenzierung aus der Grundfläche des Gebäudes ergibt. Die weiteren Mittel der Gesamtzuweisungssumme berechnet sich anhand der Zahl der Gemeindeglieder. Für das Haushaltsjahr 2014 wurde ein einmaliger Defizitausgleich gefordert, damit der Übergang stufenweise erfolgen kann und bis 2018 erreicht sein wird. Das erarbeitete Berechnungsmodell des KStB fand allgemeine Zustimmung.

Auf dem Weg ins Jahr 2030 – Perspektiven für das Ehrenamt

Sehr spannend und wegweisend war der Punkt „Auf dem Weg ins Jahr 2030“. Bischof Janssen gab einen theologischen Impuls, ehe es in den drei Arbeitsgruppen „Verhältnis Ortsgemeinde – Werke und Einrichtungen, andere Dienste“, „Verhältnis Hauptamt – Ehrenamt“ und „Personalentwicklung kirchlicher Berufe“ gesondert weiterging. Ich durfte als Gast an einer der AGs teilnehmen und entschied mich für die AG „Hauptamt – Ehrenamt“. Schnell wurde deutlich, dass es hinsichtlich des Verhältnisses von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen noch viel zu klären gilt. Gegenseitiger Respekt, Anerkennung der Arbeit des jeweils anderen, sind immens wichtig. Ohne ein gezieltes Miteinander ist Gemeindearbeit nicht möglich. Offen blieb die Frage, welche Aufgaben Ehrenamtliche künftig übernehmen sollen, um Pfarrerinnen und Pfarrer entlasten zu können. Ein Ändern der Sicht- und Herangehensweise ist dabei von Vorteil. Es muss um die Frage gehen „Was bringe ich als Ehrenamtlicher mit und was kann ich geben?“ und weniger um das reine Delegieren und Abgeben bereits bestehender Aufgaben. Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden hat auch eine gemeinsame Verantwortung, ihr Bestehen zu sichern.

Die Präsidentin der Synode, Frau Blütchen, behielt bei allem den Überblick und die Ruhe und führte souverän durch die Tagung. Eindrucksvoll waren auch die Morgenandachten, die uns ein Rückbesinnen auf das gaben, worum es letztendlich auf dieser Tagung und in unserem (zukünftigen) Beruf als PfarrerInnen geht: Die Verkündigung des Wortes Gottes, das gemeinschaftliche Arbeiten am Fortbestehen unserer christlichen Kirche und die gegenseitige Achtung und Wahrung der Grenzen des Anderen. Ich habe mich sehr wohl gefühlt unter all den Amtsträgern und wurde herzlich aufgenommen und begrüßt. Anregende Gespräche in den Pausen gaben mir das Gefühl, dass auch die Meinung der Theologiestudierenden gefragt ist und wir nicht außen vor bleiben – schließlich geht es auch um unsere Zukunft und den Erhalt unserer Kirche, zu dem wir unseren ganz persönlichen Beitrag leisten können.

Die nächste Synode wird vom 21. bis 23. November 2013 stattfinden. Es wird die letzte Tagung in dieser Besetzung sein, da nach Ablauf von sechs Jahren neue Synodale berufen werden müssen. Insofern liegt es im Interesse der nächsten Synodentagung, die bis dahin vertagten Punkte zu einem Abschluss zu bringen.

Schlagwörter: , ,

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.