Hymne an die Sterne

Wenn Reineke zu Bette geht
und Luna schon am Himmel steht,
des Waldes bunter Klang erlischt
und Abendrot den Tag wegwischt,
enthüllst Du bald Dein Meisterwerk,
für das er Dich so sehr verehrt.

Gemalt vor einer Ewigkeit,
bereicherte die Dunkelheit
Dein gülden funkelnd Federstrich,
und dafür, Vater, liebt er Dich.
Dem Du den Odem hast geschenkt
und dessen Herz an Dir nur hängt.

Zum Firmament den Blick gewandt,
von Deiner Schönheit übermannt,
im Geiste eine Geige klingt,
von Eden her ein Engel singt,
verliert er sich alsbald in Dir
und träumt sich ewig weit von hier.

Das zarte Licht der Sternenschar
verkündet leis und wunderbar
den Schwur einer Unendlichkeit,
aus der ihn keiner je befreit.
Und Furcht ist auf sein Haupt gebrannt.
Novalis hält ihn bei der Hand.

Wenn nun die Kälte in ihn dringt,
er vor Dir auf die Knie sinkt,
und flehend seine Arme hebt,
tief in ihm seine Seele bebt,
benetzen Tränen sein Gesicht.
Doch der Poet verlässt ihn nicht.

Und wie des Windes sanfter Kuss,
kraftvoll wie einst Arminius,
trittst Du, Herr, vor den Knaben hin
und zeigst ihm auf des Lebens Sinn.
Du trocknest seine Wangen bald.
Des Dichters Stimme ist verhallt.

Und ehe noch das Sonnenlicht
die Vorherrschaft der Nacht zerbricht,
steht er von seinen Knien auf
und schaut zur Sternenpracht hinauf.
Die Träne, die er nun verliert,
ist von der Hoffnung inspiriert.

Schlagwörter:

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.