Meine erste SETh-Vollversammlung
Plenum

Überblick über den Plenarsaal (Foto: Max Melzer)

Am Wochenende vom 24. bis zum 26. Mai fand in Halle die Vollversammlung des Studierendenrates Evangelischer Theologie statt. Die Bundesfachschaft trifft sich drei Mal im Jahr und ich hatte das erste Mal die Möglichkeit, an einer Vollversammlung teilzunehmen.

Am Freitag waren meine Erwartungen groß, denn Vollversammlungen kannte ich bisher nur aus unserer Fakultät – diese laufen regelmäßig hitzig ab. Das auf ein ganzes Wochenende auszuweiten, schien mir sehr spannend.

Auch die Tagesordnungspunkte gaben Anlass zur Hoffnung, denn es sollte über die Notwendigkeit einer Konfessionsklausel diskutiert werden. Ist es gerechtfertigt, dass man Mitglied einer Kirche sein muss, um das Studium in evangelischer Theologie mit einem staatlichen Abschluss absolvieren zu können? Ich freute mich auf anregende Gespräche und betrat am Freitag Mittag am Berliner Hauptbahnhof mit Hans-Christian den Zug nach Halle an der Saale.

Die meiste Zeit verbrachten wir im gemeinsamen Plenum. Hier erwartete mich „klassische“ Fachschaftsarbeit, Formalia wurden geklärt, Tagesordnungspunkte abgearbeitet – diese Art zu arbeiten kenne ich aus dem Studierendenrat meiner Fakultät, ich habe mich schnell zurechtgefunden.

Abkürzungsverzeichnis

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Zwischendurch teilten wir uns in Arbeitsgemeinschaften auf, am Freitag ging es hier um die aktuelle Situation in den einzelnen Konventen und Fachschaften. Das ganze wurde mit WIBEL (Was Ist Bei Euch Los) getitelt und später im Plenum zusammengetragen. Besonders spannend fand ich die Situation der verschiedenen Fachschaften mit den jeweiligen ganz unterschiedlichen Herausforderungen. Hierbei konnte ich die Tendenz wahrnehmen, dass es insbesondere an größeren Fakultäten ein schwierigeres Verhältnis zu den ProfessorInnen gibt, während das Verhältnis an kleineren Standorten eher als freundschaftlich beschrieben wurde.

Am Samstag verbrachten wir viel Zeit in den Arbeitsgemeinschaften. Besonders viel Zeit nahm sich die AG zur Stellungnahme über die bestehende Konfessionsklausel. Doch die Arbeit war mit Erfolg verbunden, denn am späten Abend konnten wir ein Schreiben verabschieden, das die bisher verpflichtende konfessionelle Zugehörigkeit bei Studienabschluss ablehnt und eine offenere Theologie an unseren Universitäten fordert. Es gab großen Diskussionbedarf, denn wir haben uns bewusst dafür entschieden, einen Dialog zu führen und nicht unsere Meinung als totalitär zu präsentieren. Ich denke, dass das verabschiedete Schreiben einen sehr guten Gedankenanstoß bietet und zu weiteren produktiven Diskussionen führen wird.

Marktkirche Halle

Marktkirche Halle (Foto: Heye Jensen)

Bei all den trocken klingenden Tagesordnungspunkten sollte natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Die Abende klangen mit dem einen oder dem anderen Getränk aus und bei gemeinsamen Andachten am Abend und am Morgen hatten wir die Gelegenheit, etwas zur Ruhe zu kommen.

Ein großes Lob soll auch an das Tagungsbüro gehen. Ständig wurde für uns Kaffee gekocht, Getränke bereitgestellt, Gemüse geschnitten oder Abendessen und Frühstück vorbereitet. Es ist wirklich eine organisatorische Meisterleistung, ich bin dafür sehr dankbar.

Auch wenn ich während dieser Sitzung kein Amt übernommen habe und mir hier und da der Einstieg in die Diskussion schwierig erschien, denke ich, dass ich nicht das letzte Mal zur SETh-VV gefahren bin. Gerade „neuen“ wird der Einstieg einfach gemacht.

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