Wüste Freiheit – Zeit zum Wundern auf dem DEKT

Endlich etwas Geistliches. Endlich Gott im Mittelpunkt. Soviel schon gesehen und gehört. Diskussionen über Wirtschaft, die aktuelle Politik, fairen Handel, interreligiösen Dialog und vieles mehr. Aber Gott war – irgendwie – nur oberflächlich dabei – wenn überhaupt.

Warum, oh Gott?

Anders in diesem Gottesdienst, der vom CVJM e/motions gestaltet wurde. Eine lebendige, jugendgerechte Veranstaltung mit guter Musik. Es war ein Gottesdienst mit „Wohlfühl- Atmosphäre“, in dem man zur Ruhe kommen konnte. Aber auch ein Gottesdienst, der eine Frage stellt, die jeder sich schon mal gestellt hat. Warum lässt Gott das zu? Warum lässt Gott uns in so vielen Situationen allein in der Wüste?

Warum vollbrachte er das Wunder, die Israeliten mit Manna und Wachteln zu versorgen und lässt so viele Menschen in ihrem Leid alleine, auch mit ihrem Hunger alleine?

Wie die Menschen in den Hungergebieten der Welt. Wo bleiben seine Wunder dort?

 Unverstehbar – Unverfügbar

Die Predigt rief uns in Erinnerung: Während wir in Luxus und Wohlstand leben, werden auf dieser Welt ganze Gebiete zu Hungergebieten erklärt, und sie fragt an: Warum hat Gott den Israeliten damals in der Wüste geholfen und sie mit Manna und Wachteln versorgt und warum lässt er heute so viele Menschen verhungern? Warum tut er nichts?

Wie soll man auf diese Frage antworten ohne zynisch zu werden? Er ist nicht verstehbar und nicht verfügbar. Denn wenn er es wäre, wäre er weder barmherzig noch allmächtig und das „kann ich für mich nicht annehmen“, sagte uns der Prediger.

Die Begegnung mit dem Leid

Aber was machen wir als „Nicht-Leidende“ in der Begegnung mit Leidenden. Was machen wir, wenn sie uns die „Warum-Frage“ stellen?

Reden wir von unserem Gott, der an uns Großartiges getan hat? Sagen wir: „Das wird schon alles wieder“ und „Nimm’s doch nicht so schwer“? „Nein“, wird uns gesagt. Vielleicht ist es besser, das Leid nur auszuhalten und nicht versuchen, das Leid zu erklären. Denn der Einzige, der das Recht hat einen Sinn in dem Leid zu sehen, ist der Leidende selbst.

Aber was ist, wenn die Leidenden ganz anders reagieren, als wir dachten? Wenn sie mit voller Überzeugung an Gott glauben, aus dem einfachen Grund, weil sie ohne ihn all das nicht durchstehen würden – während uns das schiere Entsetzen packt und wir anfangen an Gott zu zweifeln. Aber was machen wir als „Nicht-Leidende“, wenn uns das Leid der Anderen niederdrückt? Wir werden hilflos und es verschlägt uns die Sprache; wir zweifeln an dem liebenden Gott. Umso überraschender ist es dann, wenn uns erzählt wird: „Ohne Gott würde ich das nicht durchstehen. Ich glaube an ihn stärker als je zuvor.“

Wüste Freiheit – Zeit zum Wundern

Dieser Gottesdienst hat mich tief berührt und hat mir einmal mehr klar gemacht, dass wir in einer „Wegwerf-Gesellschaft“ leben, während andere verhungern. Aber gleichzeitig, dass Gott auch im Leid, „in der Wüste“, ist und uns nicht alleine lässt. Er hilft uns tagtäglich durch Wunder – sei es, dass die Mutter in Somalia doch etwas für sich und ihre Kinder findet oder die angeblich unfruchtbaren Eltern doch ein Kind bekommen.

In unserem Leid, unserer „Wüstenzeit“, haben wir die Freiheit uns zu wundern und auf Gott noch mal mit ganz anderen und neuen Augen zu schauen. Aber nur der Leidende, kann einen Sinn in seinem Leid finden.

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