Luther 2.0 – Markt der Möglichkeiten – Teil 2
Der Stand der Offenen Bibel

Der Stand der Offenen Bibel, Foto: Ebba Kompa

Wir schreiben das Jahr 2009, nur acht Jahre vorm Lutherjubiläum. Vom Geist des Kirchentages in Bremen beseelt haben ein katholischer Pastoralreferent und ein evangelischer Theologiestudent die Idee zu einer Offenen Bibel. Und Luther jubelt im Grabe.

Auslöser für das Projekt war das Problem, dass es keine frei lizensierbare, deutsche Übersetzung gab, um zum Beispiel für Linux genutzt oder als Hörbuch umgesetzt zu werden. Und dieses Mal übersetzt jeder mit. Luther 2.0 eben!

Für jeden Etwas

Inzwischen haben sich Übersetzungen in mehreren Fassungen ergeben mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Es gibt eine Studienfassung mit Varianten und Fußnoten, die besonders für Studierende geeignet ist, damit man auch mal ohne Vorbereitung in ein Seminar stolpern kann und trotzdem eine arbeitsfähige Übersetzung hat. Gott sei’s getrommelt. Aber auch Vikare, Pfarrer, Prädikanten und Bibelkreise benutzen diese Version mitlerweile. Darüber hinaus gibt es auch eine Lesefassung, an der jeder mitwirken kann. Die Studienfassung wird dabei als Grundlage genutzt. Außerdem gibt es noch eine Fassung in leichter Sprache für behinderte Menschen, Alte, Menschen, denen die Bibelsprache zu schwierig oder fremd erscheint, und für Menschen, die Deutsch als Fremdsprache sprechen. Somit kommt auch ein caritativer Aspekt in das Projekt hinein. Besonders über das Thema Inklusion und Bibel in leichter Sprache wurden schon viele Standgespräche geführt. Wie viele Mitwirkende die Offene Bibel hat, ist laut Wolfgang Loest, schwer festzustellen. Einige stellen nur ihre Examensarbeit oder Hauptseminararbeitstexte ein. Ein Pfarrer dagegen stellt jeden AT-Text ein, über den er predigt. Warum sie auf dem Kirchentag vertreten sein? Neugierde erwecken, Angst vor dem Übersetzen nehmen und Mensch und Bibel näher bringen. Und dafür braucht es ganz vieler Luthers:

Übersetzer gesucht!

Neue Mitarbeiter jeden Lernstands, was die alten Sprachen betrifft, werden gesucht, denn nur mit einer breiten Mitarbeiterbasis ist das Projekt überhaupt zu bewältigen. Studenten sollten keine Angst haben vor der Möglichkeit, dass ihre Professoren eine „schlechte“ Übersetzung entdecken. Schließlich gibt es für so etwas Nicknames. Vielleicht kann der eine oder ander auch seine Seminar davon überzeugen an diesem tollen sowohl wissenschaftlichen als auch Basis nahem Projekt mitzuwirken. Innerhalb von 4 Jahren sind so immerhin fast 11% der Bibeltexte übersetzt worden.

Mehr über das Projekt „Offene Bibel“ erfährst du unter www.offene-bibel.de/.

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Ein Kommentar

  1. Das ist eine spitzenmäßige Gelegenheit, die ganzen blöden Übersetzungen aus Seminararbeiten noch mal zu verwenden! So dient das ganze einem nachhaltigen Zweck.

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