Was ein afrikanischer Schulleiter und eine deutsche Bibliothek gemeinsam haben

„Wenn wir euch jetzt unsere Probleme nennen, könnt ihr die dann lösen?“ - diese Frage eines tansanischen Schülers kam für uns, eine Gruppe deutscher Jugendlicher auf Besuchsreise in unserem ostafrikanischen Partnerkirchenkreis, dann doch etwas überraschend. Sicher, dass unsere Hautfarbe für viele Menschen dort Reichtum bedeutet war uns bewusst, aber dass wir, selber relativ mittellose Schüler und Studenten gleich als Heilsbringer dargestellt würden, das hatten wir nicht erwartet. Und nicht nur bei uns, auch bei unseren tansanischen Gastgebern kam die Frage auf, ob diese Hoffnung des Jungen nicht weniger eine Lösung sei, sondern viel mehr ein Teil des Problems: Wer immer nur auf Hilfe hofft, macht der sich nicht unfähig sich selbst zu helfen?

Sicherlich, als Christ fühle ich mich verpflichtet Not zu lindern, wenn ich es kann. Aber ist Hilfe, die den Empfänger unmündig macht noch Hilfe? Und wo ist dann die Grenze zwischen gut und nur gut gemeint? Wie ist das z.B. bei unserer Entwicklungshilfe?

Zum Glück mussten wir dem Schüler nicht selbst antworten. Das übernahm sein Schulleiter, der ihm deutlich machte, dass die Frage doch wohl daneben war. Und dass er seine Probleme am Besten lösen würde, wenn er fleissig lernt um später einen guten Job zu bekommen. Und während ich daran denke höre ich so ein leises, aber penetrantes Rufen in meinem Ohr. Es ist die Bibliothek, die mich daran erinnert, dass auch ich fleissig lernen muss um später überhaupt einen Job zu bekommen. Ob ich das dem Schüler hätte erzählen sollen? 

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"Moment mal!" ist der Titel für die neue Kolumne auf theologiestudierende.de Jede Woche schreibt ein/e andere/r Redakteur/in seine/ihre Sicht auf ein Thema rund um Bildung, Kirche und Gesellschaft. Du auch? Mail an das Redaktionsteam



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