Gemeinsam Feste feiern
Vorletzte Woche begann der islamische Fastenmonat Ramadan. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang verzichten die Muslime auf Essen, Trinken und Rauchen. Man verbringt mehr Zeit mit dem Koranstudium oder dem Moscheebesuch. Auch wird in dieser Zeit mehr an die Armen gedacht und gespendet.
Es kommt mir so vor, als ob die Medien in den letzten Jahren nun auch mehr über islamische Feste berichten. RTL II spielt sogar tägliche Sendehinweise zum Ramadan ein. Liegt es daran, dass der Islam mehr und mehr in der Gesellschaft als Glaubensrichtung neben Christentum und Atheismus in Deutschland anerkannt wird? Oder daran, dass sich etwas Neues tut und sich muslimische Gemeinden und Verbände für nicht-Muslime öffnen und man immer wieder lesen und hören kann, dass Politiker und Vertreter der anderen Religionen zum traditionellen Iftar-Essen, dem Fastenbrechen, eingeladen werden?
Vielleicht treffen hier auch beide Gründe zusammen. Ich begrüße jedoch diese Entwicklung und wünsche mir, dass in Zukunft die Religionen sich öfter gegenseitig einladen um Feste zu feiern. Bundesinnenminister wies schon beim Kirchentag darauf hin, dass er selbst schon öfters beim Iftar-Essen war, jedoch noch nie gehört habe, dass ein Muslim zum Karfreitagsgottesdienst eingeladen wurde. Ich habe davon auch noch nie gehört.
Es wird Zeit, dass wir uns dem anderen mehr öffnen und bereit sind aufeinander einzugehen. Feste sind immer ein schöner Grund, um zusammen zu kommen. Warum nicht auch mit denen, für die der Feiertag aus religiösen Gründen nicht gilt?
