7 Wochen anders leben

 


Letzten Mittwoch ist sie wieder eingeläutet worden – ruhig, mit etwas Sonnenschein und noch leicht betäubt von den feuchtfröhlichen Karnevalstagen – die Fastenzeit, die Passionszeit.

Die einen begingen den Aschermittwoch mit einem Aschekreuz auf ihrer Stirn, die anderen kauften anstelle von Fleisch Fisch und wieder andere kurierten schlicht ihre Kopfschmerzen und ließen den Tag ruhig angehen. Irgendwie ist der Aschermittwoch kein Alltag; zumindest ist er geprägt von Traditionen, auch wenn vielen nicht mehr bewusst ist woher diese Traditionen kommen. 

Für manche beginnt mit dem Aschermittwoch eine Zeit des Verzichts. Kein Fleisch, keinen Alkohol, keine Schokolade, keine Internetcommunities – die EKiR beteiligt sich in diesem Jahr an der Aktion Autofasten. Die Arten des Verzichts sind vielseitig.

Für andere beginnt eine Zeit der Besinnung „auf die wichtigen Dinge im Leben“, man nimmt sich mehr Zeit für die Familie, den Partner oder die Freunde. Oder man besinnt sich auf sich selbst, nimmt sich Zeit allein zu sein. Auch und besonders die Besinnung auf Gott spielt in der Fastenzeit eine große Rolle. Viele nehmen sich mehr Zeit für ihren Glauben, die Lektüre der biblischen Texte. Die Fastenzeit als Zeit in der man anders, möglicherweise bewusster lebt als im Rest des Jahres.
In den Kirchen verändert sich die sonntägliche Liturgie – vieles wird und wirkt abgespeckter.

Pfarrer Paul-Ulrich Lenz, Referent vom Zentrum für Verkündigung der EKHN formuliert das Fastenziel so: „Ziel des Fastens ist, sich leer zu machen, sich selbst zurückzunehmen. Wenn Gott sich meldet, findet er dann etwas vor, wo er einkehren kann. Nur so kann man darauf hinhören, was er von einem will.“

Also geht es beim Fasten um ein Geben und Empfangen. Wir geben Gott in unserem Verzicht und den kleinen Veränderungen in unserem Leben einen Raum, in den er einkehren kann. Umgekehrt empfangen wir ihn. Und mit ihm den Sohn, der uns durch unser Leben begleitet und den nun wir begleiten – in den 7 Wochen der Passion. Vielleicht kann man Gott so ein wenig von dem zurückgeben, was wir tagtäglich von ihm empfangen. Das könnte sich ruhig etwas mehr rumsprechen, oder nicht?! Dann werden die Traditionen mal wieder mit Inhalt gefüllt!

Über das Format

 "Moment mal!" ist der Titel für die neue Kolumne auf theologiestudierende.de
Jede Woche schreibt ein/e andere/r Redakteur/in seine/ihre Sicht auf ein Thema rund um Bildung, Kirche und Gesellschaft. Du auch? Mail an das Redaktionsteam
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Fastenaktion: 7 Wochen ohne

Der Auftaktgottesdienst in der Erlöserkirche in München-Schwabing begann am Sonntag, dem 21. Februar die Fastenaktion der evangelischen Kirche. Die Aktion mit dem Titel "Näher! 7 Wochen ohne" soll dauz anregen die sieben Wochen vor Ostern bewusst zu erleben und zu gestalten.

Die Welt wird zum globalen Dorf, wer sich einsam fühlt, chattet – notfalls mitten in der Nacht. Doch trotz aller virtuellen Kontakte fühlen sich mehr Menschen einsamer als je zuvor. Und dass Einsamkeit krank macht, ist wissenschaftlich belegt. Die Aktion regt an, die sieben Wochen vor Ostern bewusst zu erleben und zu gestalten. „7 Wochen Ohne“ will Raum schaffen, Worte und Bilder mit auf den Weg geben – für ein Streitgespräch, einen Krankenbesuch oder eine überfällige Liebeserklärung. Für alles, was nicht in eine SMS oder E-Mail passt.

Mehr Informationen

In der Fastenzeit verlassen wir ausgetretene Pfade, wir machen einen Bogen um den Kühlschrank, meiden den Zigarettenautomaten oder gehen überhaupt mal wieder zu Fuß.

Rund zwei Millionen Menschen nehmen jedes Jahr an der Fastenaktion der evangelischen Kirche „7 Wochen Ohne“ teil.

Fastet ihr auch? Wie nutzt ihr die Zeit bis Ostern? Habt ihr Gelegenheit Euch Zeit zu nehmen oder habt ihr zwischen Hausarbeiten, Praktikum und Bibelkundeprüfung dafür gar keine Zeit?

 

 

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