Arbeitsgrundlage zum Bildungsbegriff

Einleitende Worte

Eine Untergruppe des SETh hat sich in Greifswald mit dem Begriff „Bildung“ auseinandergesetzt und Gedanken zu diesem Thema gesammelt, um dessen Vielschichtigkeit gerecht zu werden. Ich (Tinka) habe daraus diesen Text formuliert. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit der möglichen Zugänge zu diesem Thema. Andere Diskussionen über andere Sichtweisen und Hinzufügungen sind immer erwünscht!

erster Textvorschlag

Zum Begriff „Bildung“ ist aus Sicht des SETh, welcher eine anthropologische Perspektive vertritt, folgendes zu sagen: Bildung sollte die Möglichkeit für einen Menschen sein, verantwortungsvoll in Bezug auf seine Umgebung zu denken und zu handeln. Dabei sollte sowohl das menschliche Individuum als auch das menschliche Kollektiv im Zentrum der Bildung stehen und Ziel und Zweck jedes Bildungsprozesses sein. Unter dieser Prämisse stellt sie einen unverzichtbaren Bestandteil für unsere Gesellschaft dar. Funktional betrachtet kann so gesagt werden, dass Bildung Menschen dazu befähigen soll, kritisch zu denken und ihr Wissen gezielt einzusetzen. Diese Kompetenz resultiert aus der durch Bildung erlangten Fähigkeit, stichhaltige Informationen zu speziellen Themen zu beschaffen und diese reflektiert auszuwerten.

Es ist zu beachten, dass dieser ein Leben lang andauert. Bildungseinrichtungen sollten also vor allem die Befähigung zu eigenständigem Umgang mit Informationen leisten. 

Daraus folgt nach Meinung des SETh, dass Bildung mehr als eine Ausbildung für einen speziellen Beruf ist und nicht zu einer solchen degradiert werden darf. Ihr Potential entfaltet sie als allgemein zugängliche Bildung. Somit darf Bildung nicht zum Privileg finanziell Begünstigter werden, vielmehr müssen alle Bildungsbereiche frei zugänglich sein. Bei einer Degradierung von Bildung zur bloßen Berufsqualifizierung wird verhindert, dass ein Bewusstsein zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung entsteht. Entdemokratisierung und Entfremdung des Subjekts von seiner Selbstbestimmung sind die Folge. Deshalb fordern der SETh, dass Bildung und Wissenschaft in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung stehen muss, statt einer Dienstleistungsorientierung zu unterliegen.

Auch darf Bildung nicht durch wirtschaftliche Interessen fremdbestimmt sein; gegen eine marktförmige Ausrichtung muss die Freiheit der Wissenschaft garantiert werden. Die Folge einer marktförmige Ausrichtung würde bedeuten, dass Lernende auf „Humankapital“ reduziert werden. Diese Verwertungsorientierung von Menschen entspricht nicht dem Selbstverständnis des SETh.

Der SETh ist der Meinung, dass in es Bezug auf die Vermittlung von Bildung in jeder Form von Bildungseinrichtungen ungeachtet einer Differenzierung in den geisteswissenschaftlichen und den naturwissenschaftlichen Bereich, in welchem es bisher vorrangig darum geht, Methoden anzuwenden ohne diese zu reflektieren, nicht sinnvoll ist, einem Lernenden Wissen mitzugeben, ohne den kritischen Umgang und die Auswertung mit diesem Wissen zu lehren. Dabei sollte auch gelten: Qualität ist wichtiger als Quantität.

Wir fordern somit, dass auf Grund einer exemplarischen Auswahl an Themen Urteilsfähigkeit erlangt werden kann, wobei Überblickswissen zu speziellen Bereichen und intensive Vertiefung sich gegenseitig ergänze

Bildung vollzieht sich nur dann in einem gesunden und für das Individuum erfolgreichen Prozess, wenn die Aufgabe und Anforderungen den natürlichen Begabungen und Interessen des Lernenden entsprechen. Deshalb fordern wir die Freiheit zur Wahlmöglichkeit in Bezug auf weiterführende Bildungseinrichtungen wie Lehr- und Studienplätze und innerhalb dieser die Wahlmöglichkeit von Themen zu einem zum Lehr- und Studiengang gehörigen Fache sowie die Möglichkeit zur individuellen Schwerpunktsetzung nach dem Erlernen der Grundlagen.

Die Fähigkeit zur eigenen Meinungsbildung erlangt ein Mensch durch kommunikative Interaktion, im themenbezogenen Diskurs, in der Diskussion. Die Möglichkeit zu einem angemessenen und fachbezogenen Austausch in Bezug auf ein Thema wird zum einen durch die Betreuung der Lernenden von kompetenten Fachspezialisten, zum anderen durch angemessene Gruppengrößen von höchstens fünfundzwanzig Teilnehmern gewährleistet. Daraus folgt, dass der SETh die staatliche Finanzierung von kompetentem Lehrpersonal für das bereits erwähnte Betreuungsverhältnis fordert.


Dies ist eine Gruppenwikiseite. Alle Mitglieder dieser Gruppe, können an diesem Text weiterarbeiten. Fals ihr unsicher seid, hinterlasst einen Kommentar. So könnt ihr ersteinmal anfangen zu diskutieren, ob eine Änderung in Frage kommt.

Alte SETh-Stellungnahme

Da ich den alten SETh-Text nicht mehr im Internet finde, könntet ihr ihn zum WE mit nach Neuendettelsau bringen?

Re: Arbeitsgrundlage zum Bildungsbegriff

Ich finde den Text noch zu konfus, da er m.E. argumentativ nicht wirklich stringend ist. Besonders fehlen mir eine Begründung des anthropologischen Ansatzes und eine evangelische Perspektive im Text. Außerdem kommt der frühere SETh-Text zum Bildungsbegriff nicht mehr zu Wort, wobei dieser wichtige Punkte anspricht.

Wir sollten uns auf einige Punkte beschränken und diese dann gut argumentativ ausfüllen. Wir sollten auch sehen, wer der Adressat dieses Textes ist. Außerdem könnte eine aktuelle Perspektive weniger mit konkreten Zahlen (z.B. 25 Schüler_innen pro Klasse) als mit konkreten Fragestellungen operieren (Melanchthonjahr, Bildungsstreik, aktuelle Debatte zum Bildungsbegriff).

Da ich leider momentan mit Arbeit (und Examensvorbereitung) etwas zugeschüttet bin, werde ich wohl erst auf der Fahrt nach Neuendettelsau dazu kommen, konkrete Änderungsvorschläge zu machen - vielleicht hilft mir Thea auf der Fahrt :-)