Examen is a heartless bitch...
Seit dem Wintersemester eher sporadisch, dann seit Frühjahr diesen Jahres intensiv(st): Die Examensvorbereitung hält mich auf Trapp. Der Tagesablauf wird von Hausarbeiten, Lernplänen, Büchern, Lern- und Vokabelkarten strukturiert. Lustig ist das ganze freilich nicht, eher gesundheitsgefährdend: Nach fast einem Jahr Dauerlernen sind die tief ins Gesicht gemeißelten Augenringe zum Dauerzustand geworden, mein Kaffeekonsum ist wohl für die Hälfte des Bolivianischen Bruttoinlandsprodukts verantwortlich und es gibt kaum noch einen Moment, in dem nicht in meiner rechten Hand nervös eine Cigarillo vor sich hin qualmt. Ja: Wer sich auf das Examen theologischer Spielart vorbereitet, hat ein hartes Joch - manchmal fühle ich mich selbst wie die Leiden Christi zu Pferde.
Aber von Anfang an. Wie kommt mensch überhaupt darauf, so ein „Examen“ zu machen? Tja, da gibt es einen einfachen Grund. Nach vielen fröhlichen Semestern des Vor-sich-hin-Studierens kommt irgendwann immer der Anruf vom BaföG-Amt: „Sorry! Sie haben noch ein Semester, dann wird der Hahn abgedreht!“. Dann flattert auch noch ein Schreiben vom Studentenwerk ins Haus: „Sie haben ihre Wohnhöchstdauer erreicht. Wenn Sie nicht nachweisen können, dass Sie sich momentan auf eine Abschlussprüfung vorbereiten, ist Kofferpacken angesagt!“
Und so überlegt mensch sich (aus freien Willen natürlich): Dann mach ich wohl mal Examen...
Ein dummer Entschluss freilich, und viele Monate mehr oder weniger ergiebigen Lernens später, ist klar: Was habe ich nur getan?! Und ein neuer Gedanke reift in dir: Hartz-IV ist doch auch eine Alternative... und außerdem werden Studienabschlüsse eh völlig überbewertet – überhaupt, was soll dieser Verwertungsscheiß in einem Humboldtschen Bildungssystem!
Aber was ist so schlimm an der Examensvorbereitung, dass Schlangestehen bei der Arbeitsagentur auf einmal sehr verlockend wirkt? Tja, das Lernen. Ganz einfach. Lernen an sich ist ja nicht schlimm – jedoch in homöopathischen Portionen. Monate über Monate Dauerlernen ohne wirklich ein Ende vor sich zu sehen, das macht die ganze Sache so unangenehm.
Bei mir habe ich drei Phasen im Lernprozess bemerkt. Die erste Phase steht am Anfang, wenn mensch noch voller Elan ist und sich selbst einredet: „Boah, ich werde so ein hammer-hardcore-krasses Examen hinlegen, das hat die Welt noch nicht gesehen!“ Mehrere Monate später ist dann Phase zwei angesagt: „Naja, Bestehen reicht doch völlig aus...“ Und noch mal mehrere Monate später hat die totale Resignation um sich gegriffen: „Ach, scheiß doch auf den ganzen Dreck! Wenn ich durchfalle, geht’s halt in die Verlängerung! Und außerdem zahlt das Amt dann wieder Idioten-BaföG!“
Mal schauen, welche Phase als nächstes kommt. Genau: meine kleine Geschichte ist genauso wie mein Examen noch nicht vorbei. Still more than three months to go... O Weltschmerz, thy name is Examen.

Immer noch ein guter Beitrag...
... aber warum er auf Twitter heute nochmal als neu angekündigt wird, ist mir schleierhaft.
Wegen der Sommerpause,
...in der alle mit Prüfungen und Urlaub machen beschäftigt waren, ist der Eintrag gar nicht über Twitter und Facebook gepostet worden. Das habe ich noch nachgeholt, damit auch alle was davon haben.