Zahl Theologiestudierender sinkt: Furcht vor Pastorenmangel

Augrund der immer weiter sinkenden Zahl von Studierenden der evangelischen Theologie befürchtet der Verband evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer, der noch bis Mittwoch in Rostock tagt, in 10 bis 15 Jahren einen Mangel an Seelsorgerinnen und Seelsorgern im gesamten Bundesgebiet.

Der Verbandsvorsitzende Weber referierte vor der Mitgliederversammlung, dass sich heute bundesweit nur noch 2.180 Studierende auf den Pfarrberuf vorbereiten - gegenüber 11.000 in den 80er Jahren.

Demgegenüber ständen enorme Ruhestandsversetzungen in den Jahren ab 2020. So würden allein in Bayern zwischen den Jahren 2020 und 2030 über 1.000 der 2.500 aktiven Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem aktiven Dienst ausscheiden. "Wie sollen dann die noch verbliebenen Pfarrerinnen und Pfarrer die ganze Arbeit leisten können, die heute schon erdrückend und unüberschaubar geworden ist?" fragte Weber. Er kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Praxis mancher Landeskirchen, nur noch einen Teil der examinierten Theologiestudierenden in den Dienst zu übernehmen und durch restriktive Aufnahmepolitik den Eindruck zu erwecken, als sei man am Nachwuchs nicht besonders interessiert. "Die Menschen sind sehr aufgeschlossen für Fragen nach dem Sinn und dem Ziel des Lebens. Wir müssen sie für die biblische Botschaft öffnen und sie langfristig an die Kirche binden.", sagt Weber auf evangelisch.de

Schätzungen zufolge werden die evangelischen Kirchen in Deutschland 2030 ein Drittel weniger Mitglieder haben als heute, sagte er. Deshalb würden zwar Pfarrstellen abgebaut, sodass schon jetzt etwa in Mecklenburg-Vorpommern Pfarrer für Dutzende Gemeinden zuständig seien, der wichtige persönliche Kontakt reiße ab. Gottesdienste würden vermehrt von ehrenamtlichen Mitarbeitern gehalten. Weber forderte die Landeskirchen auf, die statistischen Berechnungen zu hinterfragen und nicht "rigoros auf einen Stellenabbau" zu setzen. "Wir können nicht erkennen, dass in den Landeskirchen ebenso viel Mühe in die Erarbeitung von Konzepten investiert wird, um einerseits die finanziellen Grundlagen zu stärken und andererseits neue Wege zu den Menschen zu finden", sagte Weber weiter. Der Frage der Mitgliederbindung muss in Zukunft mehr Beachtung geschenkt werden.

Beim Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertag, dem bundesweit größte theologische Fachkongress, tagen zurzeit mehr 400 Theologinnen und Theologen. Dem Verband gehören insgesamt etwa 21.000 Theologen in 22 Mitgliedsvereinen an.

 

 

 

 Tun die Landeskirchen genug für den Nachwuchs?