Weihbischof hält gemeinsames Abendmahl für möglich

Während die frisch gewählte Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischöfung Dr. Margot Käßmann, noch Befürchtungen entgegen treten muss, es könne im Gespräch mit katholischen Bischöfen Schwierigkeiten geben, weil sie eine Frau ist, sorgt Jaschke mit seinen Ausführungen für neuen Wind in der Ökumene zwischen Protestanten und Katholiken. Der katholische Theologe erinnerte daran, dass es keine ausdrückliches Verbot des Paptest zur Teilnahme am evangelischen Abendmahl für Mitglieder der katholischen Kirche gebe. Papst Johannes Paul II., so macht Jaschke deutlich, habe sich über jeden Menschen gefreut, der an den Tisch des Herrn trete.
Gerade konfessionsverschiedenen Paare könnte der Weihbischof Hoffnung gemacht haben. Weiter macht er aber klar, dass die Zeit für eine offizielle Abendmahlsgemeinschaft noch nicht gekommen sei und fordert von evangelischen Christen Reskept vor Katholiken, denen die Euchrastie das "Allerheiligste" sei.
Mit der gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre im Jahre 1999 hatte die Ökumene einen neuen Schub erhalten, war aber in der Folgezeit wieder in Stocken geraten. Jaschke bezeichnete das Papier als "historischen Akt", räumte aber ein, dass das Papier "Dominus-Iesus" aus dem Jahre 2002 Protestanten verletzt habe. Die Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Nordelbien machte aber deutlich "Wir lassen uns nicht mehr auseinanderbringen."
In zahlreichen Gemeinden sei Ökumene bereits jetzt eine "Selbstverständlichkeit", betonte auch Käßmann in anderem Zusammenhang. Als Beispiel nannte sie die gemeinsame Nutzung von Kirchengebäuden. Für umfassende theologische Fragen - etwa zum Amts- und Kirchenverständnis oder zu gemeinsamen Abendmahlsfeiern - "brauchen wir Geduld". Katholische und lutherische Kirchen seien "verschieden, aber ein vertrauensvolles Miteinander gibt es trotzdem".
epd / evangelisch.de
